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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 24.04.2026 um 10.30 UTC



Andauernder Hochdruckeinfluss mit ruhigem Wetter, am Dienstag durch einen
Randtrog vorübergehend erhöhte Schauerneigung
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 01.05.2026


Zu Beginn der Mittelfrist am Montag befindet sich ein mit Kaltluft
angereichertes hochreiches Tief östlich des Baltikums und dreht sich dort ein.
Der von den Azoren ausgehende Höhenrücken wölbt sich in Richtung Nordmeer auf.
Ein darin befindliches Höhenhoch wandert vom Seegebiet westlich der Biskaya
nordwärts in das Seegebiet westlich von Irland. Eine zweite Achse des Rückens
reicht über Frankreich zur Nordsee und schwenkt über Deutschland südwärts. Nach
dem aktuellen IFS-Lauf verlagert sich ein Höhentief aus dem Seegebiet zwischen
Island und Schottland über die westliche Nordsee in den Ärmelkanal. Neben ein
paar dichteren Wolken und einer örtlich leicht ansteigenden Schauerneigung fällt
dieser Randtrog aber recht schwach aus. Bodennah befinden wir uns unter
Hochdruckeinfluss, der sich vorübergehend aber etwas abschwächt. Vorübergehend
fließen in den Südwesten mildere Luftmassen bis 9 Grad Celsius in 850 hPa ein,
im Norden und Nordosten wirkt kältere Luft mit einer 850 hPa-Temperatur knapp
unter 0 Grad.

Am Dienstag wölbt sich der Höhenrücken noch etwas weiter in Richtung Nordmeer.
Das Höhenhoch verlagert sich dabei nach Schottland. Das Höhentief zieht vom
Ärmelkanal hinweg und tropft in der Nacht zum Mittwoch schließlich über der
Biskaya ab. Gleichzeitig schwenkt von der Ostsee und dem Baltikum ein Höhentrog
südwärts nach Ostpolen. Nach dem aktuellen IFS-Lauf ziehen gebietsweise dichtere
Wolken auf und die Schauerneigung steigt an. Am Boden befindet sich Deutschland
südöstlich einer Hochdruckbrücke, deren Schwerpunkt sich von den Britischen
Inseln bis ins Europäische Nordmeer erstreckt. Dabei wird mit einer nördlichen
Strömung kältere Luft nach Deutschland geführt. Die 850 hPa-Temperatur liegt im
Südwesten bei 9 Grad Celsius, im äußersten Nordosten sinkt die Temperatur in der
Nacht zum Mittwoch auf -3 Grad ab. Nach dem IFS-Lauf ist es am Dienstag
wechselnd bewölkt mit einer besonders im Süden ausgeprägten Schauerneigung.

Am Mittwoch schwenkt der Trog von Ostpolen südostwärts. Vom Baltikum aus folgt
der nächste Trog nach und im Tagesverlauf tropft von dort ein Tief über Litauen
zur Tatra ab. Nach Süden schwenkende Kurzwellentröge reichen dabei bis in die
Südosthälfte Deutschlands. Das Höhentief über Biskaya dreht sich dort ein und
schwächt sich leicht ab. Gleichzeitig verlagert sich ein hochreichendes Hoch von
Schottland in die Nordsee und führt zu einer blockierenden Omega-Lage.
Entsprechend befinden wir uns zunehmend in einer nordöstlichen bis östlichen
Strömung, wobei sich die kalte Luft in der Nordosthälfte ausbreitet. Im
Südwesten geht die 850 hPa-Temperatur auf 6 Grad zurück, während sie in der
Osthälfte bei -3 Grad liegt. Nach dem IFS-Lauf ist es am Mittwoch wechselnd
bewölkt mit einer besonders im Süden etwas höher ausgeprägten Schauerneigung.

Am Donnerstag zieht das Höhentief von der Tatra zum Balkan, ist aber nur
wenig wetterwirksam. Das Hoch ändert seinen Schwerpunkt in der Höhe kaum und
verlagert sich am Boden Richtung Südskandinavien und Dänemark.
Damit fließt bei uns weiterhin kältere Luft von Nordosten her ein. Die 850
hPa-Temperatur liegt zwischen 4 Grad im Westen und -1 Grad im Osten. Nach dem
IFS-Lauf ist es am Mittwoch wechselnd bewölkt mit einer besonders im Süden etwas
höher ausgeprägten Schauerneigung.

Am Freitag ändert sich die Position des Hochs über der Nordsee kaum. Die Achse
des Höhenrückens schwenkt von der Nordsee nach Mittelschweden. Tröge befinden
sich weit westlich der Britischen Inseln und vom nahen Osteuropa bis nach
Libyen. Am Boden befindet sich ein Hoch mit Schwerpunkt über Dänemark. Die
eingeflossene Luftmasse kann sich im 850 hPa-Niveau etwas erwärmen auf 3 Grad in
der Osthälfte bis 9 Grad im Westen.

In der erweiterten Mittelfrist von Samstag bis Montag schwächt sich das
Höhenhoch ab und verlagert sich über Estland ostwärts. Vom Seegebiet südlich von
Island zeiht ein Höhentief mit eingelagerter Kaltluft über die Britischen Inseln
in die Nordsee. Die Kaltluft wird nach Südosten abgedrängt und von Südwesten
folgen vorübergehend mildere Luftmassen. Zum Montag kühlt es im Nordesten wieder
etwas ab.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Am Montag ist die Konsistenz zunächst noch recht gut, wobei es leichte
Unterschiede mit dem Ausziehen des Randtiefs von Norden her ergeben. Beide
Vorläufe zeigen zwei Randtröge, die südwärts durchschwenken und später
abtropfen, wie das im aktuellen Lauf der Fall ist. Der gestrige 00 UTC-Lauf
zeigt in der Nacht zum Dienstag einen ein Höhentief über der Nordsee, während
der aktuelle Lauf dieses über dem Ärmelkanal rechnet. Nach dem gestrigen 12
UTC-Lauf erreicht der erste Randtrog bereits
am Montagabend den Norden, am Dienstag folgt ein zweiter, schwächer ausgeprägter
Randtrog von Norden her. Der neue IFS-Lauf lässt ab Dienstag von Norden her den
Einfluss antizyklonaler gestalten. Am Mittwoch ist das Höhentief nun über der
Biskaya, in den gestrigen Läufen über Frankreich gerechnet. Zum Donnerstag nimmt
die Konsistenz weiter ab. Der heutige 0-UTC-Lauf weist Ähnlichkeiten mit dem
gestrigen 0-UTC lauf auf mit einem blockierenden Hoch über der Nordsee. Im
gestrigen 12-UTC-Lauf wird ein Trog zwischen Polen und Frankreich simuliert
Lauf. Nun kann wärmere Luft wieder zur Nordsee vordringen und bleibt nicht an
den Alpen hängen. Am Freitag dominiert nun ein Höhenrücken über Deutschland. In
den gestrigen Vorläufen war ein Höhentief über Norditalien bzw. Süddeutschland
gerechnet, was nun über dem Balkan liegt.
Die Konsistenz nimmt in der erweiterten Mittelfrist weiter ab. Während im
gestrigen 00 UTC-Lauf das abgetropfte Tief nur sehr schwach ausgeprägt ist und
ins zentrale Mittelmeer zieht, simuliert der gestrige 12 UTC-Lauf eine deutlich
ausgeprägtere Höhenzyklone über Norddeutschland, die nach Südschweden zieht. Der
aktuelle IFS-Lauf rechnet zum Wochenende das Überqueren einer Rückachse über
Deutschland verbunden mit gutem Wetter. Das Höhentief westlich der Britischen
Inseln zieht zum Wochenende ostwärts zu diesen und nicht mehr südwärts wie im
gestrigen 12-Uhr-Lauf.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Zu Beginn der Mittelfrist stimmen auch die weiteren Mittelfristmodelle mit der
IFS-Variante gut überein. Aber wie schon bei den IFS-Vorläufen zeigen sich ab
Montag dann bereits Unterschiede der von Norden her übergreifenden Randtröge. Ab
Dienstag simuliert ICON den Trog über Deutschland deutlich und belässt das
Höhentief über Frankreich. Nachfolgend zieht dieses über die Alpen an die
Südflanke des von Polen kommenden Höhentiefs. Deutschland liegt nach ICON in
deutlich zyklonalerem Einfluss mit erhöhter Schauerneigung am Dienstag. Bis
Freitag wird bei ICON ein Trog bzw. Höhentief im Bereich der Alpen gerechnet mit
ansteigender Schauerneigung in Süddeutschland. GFS und UK10 rechnen die
Grundstruktur im Wesentlichen wie IFS. In der erweiterten Mittelfrist simuliert
GFS ein Samstag ein Kurzwellentrog über der Nordsee bei flacher ausgeprägtem
Höhenrücken über Norddeutschland. Ab Sonntag zieht ein umfangreiches Höhentief
von Island in den Südteil der Norwegischen See. An seiner Südflanke würde milde
Luft nach Deutschland transportiert werden.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen gehen zu Beginn am Montag auseinander. Dabei wird die 850
hPa-Temperaturkurve im Kontrolllauf weitestgehend im unteren Drittel, ab
Donnerstag in der unteren Hälfte der Streuung gerechnet. Insbesondere im Norden
und Nordosten ist sie negativ und simuliert schön die eingeflossene Kaltluft.
Die Niederschlagssignale sind zu Beginn am Montag schwach ausgeprägt, nehmen
jedoch ab der Nacht zum Dienstag zu. Der Kontrolllauf rechnet die
Niederschlagssignale überwiegend im unteren Drittel. Ab Dienstag werden im Süden
und Südosten tendenziell stärkere Niederschlagssignale simuliert als in den
übrigen Gebieten, was dort auf eine erhöhte Schauerneigung schließen lässt. Die
Streuung der Rauchfahne des Geopotentials geht ab Dienstag auseinander. Zum
Mittwoch nimmt die Streuung nochmals zu, was die Unsicherheiten in der
Modellprognose unterstreicht. Tendenziell simuliert der Kontrolllauf ein
abnehmendes Geopotential, besonders ab Freitag.

Die Clusteranalysen zeigen von Mittwoch bis Freitag (t+120 h bis t+168 h)
lediglich ein Cluster, wobei tendenziell über Osteuropa tiefer Luftdruck wirkt
und sich ein Höhenrücken vom Seegebiet nördlich der Azoren über Nordwesteuropa
erstreckt - klimatologisch ein Blocking-Szenario.
Im Zeitschritt Samstag bis Montag (t+192 h bis t+240 h) sind es dann vier
Cluster. Diese unterscheiden sich hauptsächlich im Abtropfprozess über dem nahen
Osteuropa und dessen Einfluss auf Deutschland. Haupt- und Kontrolllauf werden
dabei dem Cluster 3 mit 11 Mitgliedern zugeordnet werden, das zusammen mit
Cluster 2 mit 15 Mitgliedern weiterhin ein Blocking-Szenario zeigt. Cluster 1
mit 17 Mitgliedern zeigt einen Höhentrog hingegen genau über Deutschland und
schwenkt um auf atlantischer Rücken. Cluster 4 mit 8 Mitgliedern und Cluster 4
mit 8 Mitgliedern zeigen einen sich abschwächenden atlantischen Höhenrücken und
nachfolgend tiefes Geopotential von Nordwest- bis Mitteleuropa. Über Blocking
und atlantischer Rücken kommt es hier am letzten Tag zu einem positiven
NAO-Szenario.

FAZIT:
Unterm Strich deutet sich eine recht stabile blockierte Lage an: Ein Höhenrücken
über Nordwesteuropa hält die atlantischen Tiefs meist auf Abstand, während über
Osteuropa eher tiefdruckgeprägte Strukturen rumdümpeln. Für Deutschland heißt
das: oft ruhiges, eher trockenes Wetter, aber mit einer spürbaren Zweiteilung -
in der Osthälfte kühler, nach Westen zu milder. Zwischendurch können ein paar
Randtröge durchrutschen und etwas mehr Wolken oder einzelne Schauer bringen:
Dies ist besonders auf den Dienstag bzw. in den Folgetagen auf die Südosthälfte
konzentriert.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


In der Mittelfrist zeigen sich aktuell keine markanten Wettergefahren.

Allerdings könnte der leichte Frost in Bodennähe insbesondere für die bereits
fortgeschrittene Vegetation ein nicht zu vernachlässigendes Thema sein. Anfangs
besteht auch in ungünstigen Lagen der östlichen Mittelgebirge Gefahr von
leichtem Luftfrost.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOS-MIX
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried