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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 20.01.2026 um 10.30 UTC



Meist stabil, nur zeitweise/regional leicht wechselhaft. Im Westen anfangs mild,
sonst mäßig kalt bis kalt. Nächte frostig. Küsten anfangs stürmischer Ostwind.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 27.01.2026


Es steht eine mittelfristige Wetterlage an, die aus Sicht eines Vorhersagers als
spannend und komplex einzustufen ist (mit Blick auf Europa). Wir leiten die
heutige Mittelfrist mit einem kurzen Rückblick ein, wie wir zur aktuellen
Ausgangslage gekommen sind, um darauf aufbauend die neue Mittelfrist
aufzuspannen. Wie immer kann dieser Überblick übersprungen werden - unter
"Aktuelle Mittelfrist" wird die uns betreffende Mittelfrist beschrieben.

Kurzübersicht aktuell:
MJO: mit mäßiger Amplitude von Phase 6 zu 7 wandernd (Real-time multivariate,
RMM)
NAO: negativ. Vorhersage negativ, aber abschwächend mit großer Streuung zu
neutral/leicht positiv
AO: deutlich zu negativ und mit großer Streubreite der Member teils noch weiter
absinkend

Schauen wir auf die Aussagen der Tendenzabschätzung vom 28.12.2025:
"[...] der Weg im Januar wird wohl eine Mischung aus diesen Signalen sein:
zunehmender Westdrang (u.a durch einen sich erholenden und besser
positionierenden kanadischen TPV), jedoch bei richtig angesetztem Wellenbrechen
mit gröberen Störungsimpulsen, die für winterliche Überraschungen gut sein
können."

In der Tat gab Anfang Januar ein bis dato die Westdrift blockierender Keil über
dem Nordatlantik nach und machte einer schwachen Westdrift Platz, die nach der
NAO Analyse wenigstens zeitweise einen neutralen Wert erreichte und uns u.a. die
warnaktiven Tiefdruckpassagen von "ELLI" und "GUNDA" bescherte.

Bereits zum Ende der ersten Januarwoche deutete sich für Ende Januar erneut die
Tendenz zu einer über Skandinavien ansetzenden blockierungsfreudigeren
Ausgangslage an, u.a. dank einer günstigen MJO Passage von Phase 6 zu 7 oder 8.
Die Zuversicht für eine Blockierung war höher als üblich, da die
Hintergrundbedingungen für die Ausbildung von blockierenden Antizyklonen
weiterhin vorhanden waren.

Eine der genannten Hintergrundbedingungen war (und ist auch noch) die von Ende
November 2025 weiterhin nachhallende Störung des Polarwirbels in der
Stratosphäre (SPV), die (von der Dauer nicht ungewöhnlich) noch weiter
absinkt/anhält und den TPV erfasst hat. Diese "top-down" Entwicklung war
abzusehen. Unsicher war, inwieweit der weiterhin sehr schwache Polarwirbel in
der Troposphäre im Verlauf des Januars zu einer Blockierung hingerissen wird.
Bereits Ende der ersten Januarwoche wurde ein günstiges Wellenbrechen für eine
Blockierung im Bereich Skandinaviens angedeutet und seitdem beständig innerhalb
der Numerik mitgetragen. Diese Beständigkeit ist nicht nur das Resultat einer
brechenden Rossbywelle, sondern hebt auch eine mögliche Fernwirkung des MJO
Signals hervor, was bei vorherrschenden (abklingenden) La Nina Bedingungen
(negative ONI und somit weiterhin gekoppelt) statistisch gestützt wird.
Allerdings ist deren Einfluss aktuell etwas unsicher, da die MJO sehr lange
stationär in Phase 6 verblieb, wohin gehend ein progressiveres Verhalten für die
Ausbildung eines außertropischen Wellenzuges günstiger gewesen wäre (im zonalen
Wellenfluss bisher kaum erkennbar, allerdings mit einem deutlichen Einfluss auf
den Nordpazifikjet).

Abseits dieses Nachhalls von oben ("top-down" Entwicklung), sorgte nun die
konstruktive Interferenz durch die "bottom-up" Entwicklung aus der Troposphäre
heraus (u.a. Wellenbrechen) für beeindruckende Signale bezüglich einer kräftigen
und weit nördlich ansetzenden Blockierungslage, die sich durch eine sehr tiefe
AO und (gemittelt über die nordhemisphärische Troposphäre) anormal hohe positive
Geopotenzialabweichungen äußert. Zudem geht die zonal gemittelte
Zonalwindgeschwindigkeit im oberen Bereich der Troposphäre weiter zurück und
erreicht auch im IFS-ENS Werte nahe des klimatologischen Rekords. Innerhalb von
MERRA2 erreichen wir bei den gemittelten Zonalwinden in 100 hPa zeitweise
Rekordwerte, während wir in 10 hPa um/über dem Mittel liegen - was kann
deutlicher die entkoppelte Natur des Polarwirbels aktuell hervorheben.

Trotz dieser nun überbordenden Signale einer kräftigen Blockierung sind auch
hier Feinheiten weiterhin entscheidend. Z.B. war früh zu erkennen, dass die v.a.
"bottom-up" induzierte und top-down bzw. ggf. per MJO Fernwirkung forcierte
Blockierung über Skandinavien/Grönland Probleme bezüglich ihrer Intensität haben
würde, da von einigen cut-offs unterlaufen (was kräftige WAA/WCB und negativen
PV Transport mindert). Diese Entwicklung hätte uns (wie zur ersten Monatsdekade
in Modellberechnungen für Ende des Monats angedeutet) direkt eisige Luftmassen
aus Skandinavien heranführen können. Doch noch vor der Monatsmitte änderte sich
die Zuversicht der physikalischen Modelle bezüglich des direkten Einbeziehens
dieser gefriertruhentauglichen Luftmassen. Was war geschehen?

Am 12. Januar 2026 war im IFS-ENS auf einmal eine deutliche Zuversicht zu
erkennen, dass sich ein gröberes Reflexionsereignis entlang des SPV anbahnen
würde. Dieses Signal wurde in den Folgeläufen bestätigt und bezüglich Amplitude
und Dauer noch weiter ausgebaut. Statistisch gesehen folgt solch einer
Entwicklung eine allgemeine Reduktion des Geopotenzials über dem Nordatlantik
mit steigendem über Alaska (was die Reduktion der aktuell vorherrschend
positiven PNA Anomalie erklärt, die dadurch retrograd verlagert wird). Eine
klassische Folge von dieser Entwicklung ist eisige Kanadaluft im Norden/Osten
Nordamerikas (aktuell in der Mache).
Für uns hatte diese Entwicklung besonders innerhalb der physikalisch
angetriebenen Modelle die Zunahme des Einflusses vom Nordatlantik zur Folge, wo
kräftige Zyklonen immer östlicher an Westeuropa herangetragen wurden. So
nebenbei hingen AIFS und Begleitmodelle diesem Wechsel längere Zeit hinterher,
was u.a. der (zwar verbesserten, aber) weiterhin schlechten Handhabe der Dynamik
innerhalb der Stratosphäre geschuldet sein sollte.

Gleichzeitig wurde zwischen Kanada und Eurasien der planetare Wellenzug
sukzessive, aber "ever so slowly" nach Westen gerückt, dank des günstigen
Zusammenspiels aus einem erneuten "westerly wind burst" über tropischen
(indopazifischen) Gewässern und einem kräftigen und anhaltenden negativen
(asiatischen) Gebirgsmoment - beides Entwicklungen, die letztendlich für einen
(temporären) Rückzug des Pazifikjets (engl. retraction) bekannt sind und
stromab auch Einfluss auf das Wellenmuster nehmen können (u.a. in Form früher
ansetzenden Wellenbrechens). Dieser Einfluss blieb aber letztendlich sehr
überschaubar, da die temporäre "jet retraction" durch die MJO 6 induzierte
Verschärfung des ostasiatischen Jets (per konvektivem Ausfluss in der Höhe)
überkompensiert wurde.

Dennoch sind diese Entwicklung entscheidend gewesen, da durch die genannte
geringe retrograde Verschiebung des Wellenzugs die Kaltluft nun effektiver in
Richtung Nordostatlantik gedrückt wird, während die milde Atlantikluft wiederum
durch das Reflexionsereignis der Kaltluft entgegenkam. Unweigerlich bahnte sich
(und bahnt sich auch in aktuellen Vorhersagen) eine immer deutlichere
Luftmassengrenze in Form einer weit südlich ansetzenden Frontalzone an.

All dies mündet nun in eine (synoptisch gesehen) sehr spannende Entwicklung. Die
zonal gesehen mobile Antizyklone verbleibt zwischen Grönland und Skandinavien
und stützt wiederholte Kaltluftausbrüche nach Süden in Richtung Skandinavien
(forciert durch fallendes Geopotenzial über Skandinavien im Verlauf dieser
Mittelfrist).
Gleichzeitig wird der Nordatlantik durch die Entwicklung aus der Stratosphäre
heraus gestützt in Form negativer Geopotenzialanomalien über
Ostkanada/Neufundland und dem Nordatlantik. Die dank der Blockierung südlich
versetzte Frontalzone wird zudem durch die Nähe eines großräumig anormal zu
warmen subtropischen Nordatlantiks baroklin (und mit viel Feuchte) weiter
angefacht, sodass von einem agilen Wellenzug ausgegangen werden kann, der
besonders das südwestliche und südliche Europa betreffen wird. Es bahnt sich
grob gesagt über und peripher des Mittelmeers dadurch eine sehr ungemütliche und
regional wohl auch brisante Wetterlage an (siehe auch subsaisonale EFI
Vorhersagen "Niederschlag"). Zudem sind explosive Zyklogenesen über dem
Nordatlantik auf einer südliche Zugbahn zunehmend wahrscheinlich, die ggf. bei
richtiger Ausrichtung ins Mittelmeer ziehen können. Mitteleuropa befindet sich
hingegen (wenigstens diese Mittelfrist über) zwischen den Stühlen, was auch
innerhalb der Wochenvorhersage beim IFS-ENS z.B. bei der 2m Temperatur mit hohen
Unsicherheiten im Sinne einer Grenzwetterlage hinterlegt wird.

Bevor wir aber gleich näher auf die Entwicklung bei uns schauen sei noch eine
kurze Tendenzabschätzung für den Februar erlaubt. Grundsätzlich sollte zum
Monatswechsel der Nachhall der SPV Störung vom November 2025 endgültig
nachlassen und eine temporäre Kopplung von SPV/TPV steht im Raum, was bei der
Zonalwindvorhersage in 100 hPa auch mit einer Zunahme (allerdings mit immenser
Streuung) honoriert wird. Ein weiteres Störfeuer beim SPV Ende Januar dürfte aus
heutiger Sicht erstmal wenig Einfluss ausüben. Allerdings muss z.B. der IFS-ENS
Vorhersage in 10 hPa dieser Störung nachfolgend eine extreme Unsicherheit
innerhalb der Ensemblevorhersage bescheinigt werden. Etliche Member zeigen
beständig eine deutliche Abschwächung, was auch im Einklang mit den wiederholt
erwähnten anfälligeren Hintergrundbedingungen (QBO) steht und dank der weiter
anhaltenden Blockierungszentren auf der Nordhemisphäre nicht unwahrscheinlich
erscheint.

Eine Unbekannte wird zusätzlich sein, inwieweit sich über den üppigen
Schneeflächen Skandinaviens/Osteuropas und einer überregional zur Ruhe kommenden
Kaltluft ein selbst induziertes Hoch aufbauen kann, was die Blockierung
kräftiger ausfallen lassen würde und einer zunehmenden Westdrift effektiver
entgegenhalten könnte. Im IFS-ENS hallt die Blockierung in hohen Breiten auch
noch länger nach, was auch weiterhin die Anfälligkeit des TPV hervorhebt.
Optionale Kopplung, nachlassender top-down support und (zugegeben eher
spekulativ) ein hochbaroklines Umfeld peripher eines optionalen (selbst
induzierten) Kaltluftreservoirs über Skandinavien würden insgesamt aber eher
eine polwärtige Verschiebung der Frontalzone und bei uns einen zunehmenden
Atlantikeinfluss wahrscheinlicher machen. Bei Rückseitenwetterlagen sind dadurch
aber weiterhin markante Kaltluftvorstöße denkbar. Egal wohin man schaut, die
jeweiligen Ensemblevorhersagen in den Tropen bis in die Troposphäre/Stratosphäre
sind (verständlicher Weise) mit teils enormen Streubreiten behaftet, zumal auch
die 2D PDFs weiterhin keine Hinweise auf Zonalität geben (bis Mitte Februar
dominant NAO- und BL+). Sollten SPV und TPV koppeln würde die Zuversicht für
eine positive NAO deutlich zunehmen. Bis dahin ist aber der extrem schwache TPV
auch im Februar für Überraschungen gut, besonders bei der dann vorhandenen
Luftmasse über Skandinavien, inklusive Schneebedeckung.


Doch kommen wir nun zur "Aktuellen Mittelfrist".

Wie gestaltet sich das Wetter während der nun anstehenden Mittelfrist vom
Freitag, den 23. Januar bis Dienstag, den 27. Januar 2026?

Zum Beginn der Mittelfrist befinden wir uns zwischen den besagten Stühlen der
blockierenden Antizyklone über dem Europäischen Nordmeer und dem von Westen
nahenden und in der Folge nach Italien abtropfenden Troges, woran sich auch den
Rest der Mittelfrist wenig ändern wird.

Dabei herrscht am Freitag in weiten Bereichen der Republik noch eine südliche
Strömung vor, in der durch Absinken adiabatisch erhöhte 850hPa Temperaturwerte
von 2 bis 7 Grad auftreten, was aber zumeist entkoppelt unterhalb der Inversion
fußkaltes Wetter bedeutet (Ausnahme der Südwesten sowie Leelagen).
Derweilen dominiert im Norden bereits eine südöstliche Anströmung peripher der
Antizyklone, wobei leicht negative 850 hPa Temperaturen vorherrschen. Im
Überhangsbereich kann bei mäßiger Massenkonfluenz und den baroklinen
Verhältnissen von leicht frontogenetischen Verhältnissen gesprochen werden,
sodass im Nordwesen regional etwas (gefrierender) Niederschlag mit Glätte nicht
ausgeschlossen wird.

Zum Samstag erfasst eine schwache Front den Westen Deutschlands, was mit
leichten Niederschlägen einhergeht, die variable Phasen aufweisen und sich
sukzessive unter Abschwächung bis in den Norden voran arbeiten (dort dominiert
die Schneephase). Je nach Lage der Front kann sich durch die vorhandene Feuchte
peripher der Front und der anhaltenden östlichen Anströmung über der südlichen
Ostsee ein Band mit kräftigeren Schneefällen ausbilden, dass besonders den Osten
von Schleswig-Holstein betreffen könnte (diabatisch forciert und in Richtung
"lake effect" gehend).
Ansonsten sorgt seichter Hochdruckeifluss für ein ruhiges und freundliches
Wochenende, bevor ab der Nacht zum Montag optional Aufgleitniederschläge aus
Südosten aufziehen, die den Südosten und ggf. Osten mit leichten bis mäßigen
Niederschlägen betreffen (dominant Schnee, allerdings regional auch gefrierender
Niederschlag nicht ausgeschlossen). Im Westen und Norden bleibt es häufig
bedeckt mit nur lokalen Schneeschauern, meist wird ein trockener Tag erwartet.
Daran ändert sich auch zum Dienstag wenig, wenngleich die Wolkendecke wieder
stärker auflockert. Allerdings sind die Unsicherheiten bezüglich des exakten
Wetterablaufs für diesen Vorhersagezeitraum noch sehr groß!

Die Höchstwerte weisen besonders zum Beginn der Mittelfrist (Freitag) ein
deutliches Südwest-Nordost-Gefälle auf mit +8 Grad am Niederrhein und -5 bis -7
Grad in Richtung Uckermark/Stettiner Haff. In der Folge breitet sich der zumeist
leichte Dauerfrost sukzessive südwärts aus, was einerseits der Advektion,
andererseits aber auch der teils entkoppelten Grenzschicht geschuldet ist. Am
Samstag bleibt es vom Niederrhein bis zum Alpenrand mit 1 bis 6 Grad noch
frostfrei, am Sonntag betrifft das mehr den Westen und die Gebiete entlang des
Rheins/Mains, bevor ab Montag nahezu deutschlandweit leichter, in Richtung
Erzgebirge/Oder regional auch mäßiger Dauerfrost erwartet wird.
Die Minima liegen je nach Bewölkungsverteilung zwischen 0 und -9 Grad, wobei die
tiefsten Werte vorzugsweise im Osten sowie im Bergland/entkoppelt in geschützten
Muldenlagen erreicht werden. Lokal ist strenger Frost nicht ausgeschlossen.

Der Ostwind weht im Umfeld der Küsten stark böig bis stürmisch (Bft 7 bis 8),
exponiert auch immer wieder mit Sturmböen (Bft 9). Dieser Wind schwächt sich bis
zum Sonntag allmählich ab, sodass die Wahrscheinlichkeit für markante Böen dann
nur lokal erhöht bleiben (meist Bft 6 bis 7) und zum Dienstag kippt der Wind
zunehmend auf Südost.
Ansonsten weht der Ostwind schwach bis mäßig, im Bergland zeitweise auch böig
auffrischend, dreht zum Sonntag/Montag mehr auf Nordost und zum Dienstag auf
Südost. Am Freitag könnten auf exponierten Alpengipfeln vorübergehend markante
Böen aus Süd/Südwest ein schwaches Föhnereignis hervorheben (cross-alpiner
Druckgradient aus heutiger Sicht kurz bei 6 hPa). Sonst bleibt der Wind
(warnmäßig) im Hintergrund.

Ein Hinweis: Der kalte Ostwind, gekoppelt an frostige Temperaturwerte, ist am
Freitag im Norden (inklusive Küstenumfeld) für gefühlte Werte im strengen
Frostbereich (auch tagsüber) gut.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Grundsätzlich ist die Konsistenz von IFS als gut, ab Sonntag als moderat zu
bezeichnen. Die großräumigen Druckgebilde werden bezüglich deren Entwicklung,
Lage und Intensität recht homogen gezeigt, allerdings nimmt die Streuung zum
Ende des Wochenendes bei schwachen Druck- und Geopotenzialgradienten über
Mitteleuropa zu.

Von Freitag zum Sonntag tropft ein über Nordwesteuropa liegender negativ
geneigter Trog in Richtung Italien ab und findet in der Folge als diffuser
Höhentrog wieder Anschluss an einen Trog, der sich über Skandinavien einnistet.
Dabei verbleibt Deutschland am Nordrand dieser Entwicklung in einem
druck-/gradientarmen Bereich. Die Unsicherheiten nehmen somit zum Ende der
Mittelfrist zu.

Schaut man sich die jüngsten 8 Modellläufe von EZ an, dann werden die
blockierende Antizyklone im hohen Norden sowie ein Sturmtief östlich von
Neufundland und der Trog über dem Mittelmeer recht konstant bezüglich
Lage/Intensität gezeigt. Das Rauschen nimmt allerdings über Mitteleuropa und dem
südlichen Skandinavien dank der dortigen Dominanz kurzwelliger Anteile in einer
gradientarmen Umgebung zu. Hier dürften auch noch weitere Anpassungen erfolgen,
die sich besonders auf optionale schwache Frontpassagen bei uns auswirken.

Die Mittelfrist kann insgesamt als recht stabil bezeichnet werden, sieht man von
schwachen Frontpassagen mit etwas Niederschlag ab (Samstag aus Südwest, Montag
etwas Aufgleiten aus Südost und am Dienstag eine schwache Kaltfront aus Nord).

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Der weiter oben beschriebene Ablauf (Konsistent IFS) gilt auch bei der
Betrachtung der weiteren internationalen Modelle. Deutschland verbleibt meist am
Nordrand des über Italien ostschwärts schwenkenden Trogs/Bodentiefs. Allerdings
ist weiterhin eine große meridionale Streubreite der Zugbahn vorhanden, sodass
bei einer nördlicheren Variante (UK10) auch Aufgleitniederschläge aus Südost am
Montag ein Thema werden können (bei UK10 gar eine Leezyklogenese am Nordrand der
Alpen, die nordostwärts über Deutschland zieht). Dafür muss aber erstmal der
Abtropfprozess über Westeuropa vollzogen werden, um über mögliche (neue/Lee-)
Tiefentwicklungen zu diskutieren. Diese Option wird natürlich in der Folge
weiter im Auge behalten.

Zum Beginn der kommenden Woche ergeben sich im Bodendruck- und Geopotenzialfeld
gröbere Diskrepanzen, die aber (abgesehen von UK10) alle polare Kaltluft über
Südskandinavien in Richtung Großbritannien bringen, die sukzessive auch nach
Deutschland einströmt. Dies würde zum Großteil unter Hochdruckeinfluss
stattfinden, allerdings birgt der barokline Randbereich besonders für den Westen
und Süden aus heutiger Sicht Überraschungspotenzial (Schnee).

Ein kleiner Zusatz. Eingangs der Mittelfrist (am Freitag) ist vor der Bretagne
eine explosive Zyklogenese im vollen Gang, bei der NCEP den Kerndruck teils auf
unter 960 hPa schraubt (im IFS-ENS eher um 965 hPa mit einzelnen 960 hPa
Membern). Interessant ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Zyklone durch eine
hochreichend warme Kernanomalie angetrieben wird inklusive eines zunehmend
symmetrischen niedertroposphärischen Windfelds peripher des Druckminimums. Im
Phasendiagramm sind die Vorhersagen teils deutlich im "symmetrisch und
hochreichenden" warmen Kernbereich zu finden und Flächensoundings (über das
Tiefzentrum gespannt) heben eine hochreichend feucht-labile Umgebung hervor.
Eine Okklusion ist anfangs noch kernnah vorhanden, das Tief kapselt sich aber
immer weiter ab, sodass man auf dem Blatt über eine subtropische Form der
Zyklogenese nachdenken könnte. Allerdings zeigen cross sections aktuell keine
Abkopplung einer isolierten niedertrop. positiven PV Anomalie, überlagert von
negativen Werten, sodass wir hier wohl letztendlich eher von einem
Prachtexemplar einer intensiven "warm seclusion" sprechen werden. Man darf auf
Satellitenbilder gespannt sein.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse beginnt am Freitag mit einem Cluster und dem klimatologischen
Regime der negativen NAO. Dabei wird die blockierende Antizyklone zwischen
Grönland/Norwegen von einem kräftigen Trog unterlaufen, der sich einhergehend
mit einer explosiven Zyklogenese über der Biskaya einfindet. Deutschland liegt
im Niemandsland zwischen beiden Druckgebilden und man kann dort dank eines
schwachen Keils mit ruhigem Wetter rechnen.

Von Samstag bis Montag werden 2 Cluster (negative NAO) aufgespannt, mit dem
Kontrolllauf im ersten Cluster. Beide Cluster heben homogen die Grundstruktur
hervor (Blockierung Grönland und ein in Richtung Mittelmeer gerichteter
Wellenzug). Deutschland verbleibt am Nordrand des zum Mittelmeer ziehenden
Troges/Höhentiefs in einem sehr gradientarmen Bereich (bezüglich des
Drucks/Geopotenzials). Unsicher ist noch, ob bzw. wo transienten Bodentiefs
innerhalb/peripher des Troges initiiert werden, die bei nördlicher Zugbahn u.U.
dem Süden/Osten zum Wochenbeginn auch Aufgleitniederschläge aus Südost bescheren
könnten. Für Deutschland unterscheiden sich die beiden Cluster aber kaum (bzw.
hängt es hier von im Ensemble herausgeglätteten Kurzwellen ab, die ggf. schwache
Fronten nach Deutschland drücken können).

Zum Ende der Mittelfrist/Beginn der erweiterten Mittelfrist dominieren weiterhin
2 Cluster mit einer beeindruckenden Blockierungssignatur: Peripher der
Antizyklone über Grönland erstreckt sich eine umfangreiche, zonal gen Mittelmeer
ausgerichtete Trogrinne. Allerdings sollte man hier wohl die Unsicherheiten
insgesamt höher bewerten, da über dem Nordatlantik optionale und explosive
Zyklogenesen in deren Umfeld des Geopotenzialfeld nachhaltig beeinflussen
werden. Ein Blickfang wäre z.B. WCB induziert eine Keilaufwölbung in Richtung
Grönlandhoch. Stand heute würde es über Deutschland (Norden?) eher auf eine
Luftmassengrenze hinauslaufen (v.a. dank der weiterhin südlichen Zugbahn der
Tiefdruckgebiete).

IFS-ENS geht in der Folge sehr zuversichtlich (over-confident?) in die tiefe
erweiterte Mittelfrist mit nur einem Cluster und blockiert mit einer
umfangreichen Antizyklone über Osteuropa die Westdrift vom Atlantik. Das
Gerangel zwischen milder Atlantikluft und frostiger Kontinentalluft würde
weitergehen. Allerdings sollten die Unsicherheiten bereits früher deutlicher
zunehmen, als dass es das heutige EPS Cluster uns andeutet.

Die Meteogramme kann man insgesamt als zunehmend winterlich bezeichnen bei
Höchstwerten meist um den Gefrierpunkt und besonders im Nordosten bei Dauerfrost
(Ausnahme der Westen). Die zunehmende Streubreite (2m Temperatur) im Verlauf der
kommenden Woche deutet auf das mögliche Gerangel der unterschiedlichen
Luftmassen hin, was auch mit wiederholten Niederschlagssignalen einhergeht, die
dabei meist als Schnee fallen würden. Allerdings sind noch einige Optionen
vorhanden (Luftmassengrenze, durchschwenkende Tiefdruckgebiete), sodass
bezüglich des Niederschlags noch keine Schwerpunkte herausgearbeitet werden
können.

Innerhalb der Rauchfahnen startet der Kontrolllauf mal wieder gut eingebettet in
der Memberschar und schert in der Folge in den unteren Streubereich der Member
aus. Hier spielt sicherlich die zunehmende Dominanz der synoptischen Dynamik
(Tiefs) eine Rolle, der es das Anzapfen der eisigen Kaltluft auf der Rückseite
ostwärts durchschwenkender Tiefdruckgebiete ermöglichen würde. Die Streubreite
kann aber zum Ende der Mittelfrist als sehr groß bezeichnet werden (teils über
15 Kelvin).
Beim 500 hPa Geopotenzial bleiben die Member gebündelter mit einem meist gut
eingebetteten Kontrolllauf, die insgesamt ein beständiges Absacken des
Geopotenzials zeigen.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Signifikante Wettererscheinungen bleiben weiterhin sehr überschaubar.

Beim WIND treten am Freitag im Küstenumfeld wiederholt stürmische Böen,
exponiert auch Sturmböen (Bft 8 bis 9) aus Ost auf, bevor hier der Wind bis zum
Sonntag immer schwächer wird (dann nur noch exponiert, z.B. auf Rügen, hin und
wieder eine Bft 8).
Am Freitag sind im exponierten Bereich der Alpen markante Böen aus Süd/Südwest
nicht ausgeschlossen (Föhn mit Bft 8 bis 9).

Im Osten tritt je nach Bewölkungsverteilung regional/zeitweise strenger FROST um
-10 Grad auf. Dies betrifft mit erhöhten Wahrscheinlichkeiten besonders den
Nordosten in der Nacht zum Samstag.

Beim SCHNEE kann am Sonntag/Montag im Küstenumfeld lokal markanter Neuschnee
(lake-effect) nicht ausgeschlossen werden, die Unsicherheiten diesbezüglich sind
aber noch sehr groß und können später in LAMs ggf. besser herausgearbeitet
werden.
Bei den im Text angesprochenen Niederschlagsereignissen kann regional erhöhte
GLÄTTE durch gefrierenden Niederschlag nicht ausgeschlossen werden (Freitag im
Nordwesten, Samstag im Südwesten und von Sonntag zu Montag im Südosten). Hierbei
handelt es sich aber (wenn überhaupt) um markante Glätte.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, GEFS, MOSMIX (mit Anpassungen)
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy