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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 10.06.2026 um 10.30 UTC



Windiges bis stürmisches Wochenende mit Gewittern im Nordosten, kommende Woche
von Südwesten freundlicher und deutlich wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 17.06.2026


Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag liegt Deutschland zwischen einem Trog über
der Norwegischen See und Skandinavien und hohem Geopotenzial über Südwesteuropa.
Zwei Randtröge schwenken bis Sonntagfrüh von der Nordsee nach Norddeutschland.
Bei hoher Windscherung, vor allem Geschwindigkeitsscherung, und wenig CAPE kommt
es in der Nordhälfte zu Schauern und vor allem nach Nordosten auch zu Gewittern
mit stürmischen Böen oder Sturmböen. Auch abseits der Gewitter verläuft der Tag
in weiten Landesteilen windig, im Norden teils auch stürmisch. Im Süden setzt
sich Hochdruckeinfluss durch. In 850 hPa liegen die Temperaturen Samstagmittag
zwischen 3 Grad an der Nordsee und 13 Grad am Hochrhein.

Am Sonntag verlässt der eine Trog Norddeutschland nach Osten, während ein
weiterer Trog von der Nordsee nachfolgt. Es ergibt sich ein ähnlicher
Wettercharakter wie am Vortag mit Schauern und Gewittern (Typ Kaltluft) im
Norden und der Mitte Deutschlands. Zudem bleibt es gebietsweise windig, an den
Küsten auch stürmisch. An den Alpen liegt eine Kaltfront die im Tagesverlauf
ebenfalls für Schauer und Gewitter sorgt. Dort liegen Reste der feuchteren
Warmluft mit etwa 10 Grad in 850 hPa, sonst liegt die Temperatur in diesem
Höhenniveau um 5 Grad.

Am Montag verstärkt sich von Südwesten her der Hochdruckeinfluss, der Nordosten
bleibt abgeschwächt im Einflussbereich des langwelligen, mittlerweile von der
Norwegischen See zur Ukraine reichenden Troges. Die Luftdruckgegensätze über
Deutschland nehmen ab, dennoch gibt es im Nordosten vor allem mit der Konvektion
nochmals Windböen. Mit einer nordwestlichen Strömung fließt kühle Meeresluft
nach Deutschland. In 850 hPa liegen die Temperaturen zwischen 0 Grad über Sylt
und 10 Grad an den Alpen. In der Nordosthälfte lebt die Schauertätigkeit
tagsüber wieder auf. Gewitter sind die Ausnahme.

Am Dienstag ändert sich an der Ausrichtung des Troges nördlich und östlich von
Deutschland nichts Bemerkenswertes. Die Achse des Keils über Westeuropa kommt
etwas ostwärts voran und erreicht die Britischen Inseln. Über Süddeutschland
liegt ein schwaches Bodenhoch, der Norden liegt in einer leicht zyklonalen
Westströmung. Dort gibt es erneut Schauer. Im Süden und Westen erwärmt sich die
Luft deutlich. Von Nordost nach Südwest werden am Nachmittag 3 bis 12 Grad in
850 hPa erreicht.

Am Mittwoch kommt die Keilachse zur Nordsee voran. Zwar herrscht auch am Boden
über Deutschland Hochdruckeinfluss, aber Warmluftadvektion sorgt im Norden und
Osten für Bewölkung und gebietsweise auch für leichte Niederschläge. Die
Erwärmung macht weitere Fortschritte. In 850 hPa liegt die Temperatur zwischen 6
Grad über Rügen und 15 Grad im Südwesten Baden-Württembergs. Damit kann am Hoch-
und Oberrhein örtlich die 30-Grad-Marke erreicht oder leicht überschritten
werden.

Am Donnerstag erreicht die Keilachse Deutschland Wolkenfelder und örtliche
Niederschläge werden in den äußersten Norden und Nordosten verdrängt. In 850 hPa
erreicht die Temperatur verbreitet 11 bis 15 Grad, im Südwesten bis 18 Grad.

In den Folgetagen schwenkt die Keilachse nach Osten über Deutschland hinweg.
Deutschland gelangt in eine Südwestströmung mit der zunehmend feuchtere und
labilere Luft herangeführt wird. Im Süden und Osten bleibt bzw. wird es heiß, in
den Norden und Nordwesten gelangen zeitweise kühlere Luftmassen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag liegt Deutschland zwischen tiefem Luftdruck
über Skandinavien und einem Hoch über Frankreich und der Biskaya in einer West-
bis Nordwestströmung. Im Gegensatz zum gestrigen Morgenlauf hat mit den neuesten
beiden Läufen eine Okklusion Deutschland bereits ostwärts passiert. Die
Konsistenz ist noch mäßig gut. Nachfolgend verlagert sich der Tiefdruckkomplex
über Skandinavien langsam ostwärts. Von Westen rückt das Hoch langsam nach. Ein
Langwellentrog reicht nach Nord- und Nordostdeutschland, an ihm laufen Randtröge
mit Niederschlägen südwärts. Im Unterschied zum gestrigen Morgenlauf verläuft
die geschilderte Entwicklung deutlich langsamer. Deutschland gelangt so
langsamer bzw. vor allem in der Nordhälfte gar nicht in den Einflussbereich des
Hochs. Dementsprechend fällt auch die Erwärmung von Südwesten deutlich
verhaltener aus. Ab Dienstag ist die Konsistenz zum gestrigen Morgenlauf
schlecht, zum gestrigen Abendlauf mäßig gut.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


ICON und GFS zeigen eine raschere Verlagerung der Drucksysteme nach Osten und
damit schneller Hochdruckeinfluss und eine Erwärmung über Deutschland. Sie sind
dem gestrigen 00-UTC-Lauf des IFS ähnlicher.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die 10-Tages-Diagramme der ENS des IFS zeigen das Windmaximum am Samstag bzw. im
Norden zusätzlich auch am Sonntag. Im Süden und der Mitte finden sich nach
Samstag kaum Niederschlagssignale. Im Norden werden diese erst ab Montag
deutlich seltener.
Ab Dienstag zeigt das Ensemble eine deutliche Erwärmung, wobei der Hauptlauf
zunächst eher zögerlich agiert und ab Mittwoch/Donnerstag dann am oberen Ende zu
finden ist.

Die ENS vom GFS schlagen in eine ähnliche Kerbe und zeigen sowohl die deutliche
Erwärmung, als auch die meist trockene Phase Anfang und Mitte kommender Woche.


CLUSTER:
Für Samstag und Sonntag gibt es vier Cluster, wobei der Hauptlauf im vierten
Cluster sich befindet. Die Cluster sind den Regimen "Blocking" und "Atlantischer
Rücken" zugeordnet. Unterschiede ergeben sich für Deutschland in der Frage wie
weit der Trog nach Deutschland vorstoßen kann.
Für Montag bis Mittwoch ergeben sich drei Cluster. Der Hauptkauf befindet sich
in Cluster 1, der etwa so groß ist wie die beiden anderen Cluster zusammen. Alle
vier Regime finden sich in einer bunten Mischung wieder. Cluster 1 und 3 sind
sich für Deutschland ähnlich. Cluster 2 zeigt einen schwächeren Trogeinfluss und
ein stärkeres und rascheres Übergreifen des Rückens von Westen.
Für Donnerstag bis Samstag ergibt sich nur ein Cluster. Dieser zeigt einen sich
verstärkenden Keil über Mitteleuropa.

FAZIT:
Nach einem windigen bis stürmischen und in der Nordosthälfte äußerst
wechselhaften Wochenende mit einigen Schauern und Gewittern setzt sich von
Südwesten her allmählich Hochdruckeinfluss durch. Im Laufe der kommenden Woche
steigen die Temperaturen wahrscheinlich verbreitet auf sommerliche Werte. Vor
allem im Südwesten wird es dann heiß.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


STURM:
Das EPS des IFS zeigt für Samstag und Sonntag vor allem im Küstenumfeld und hier
vor allem für die schleswig-holsteinische Nordseeküste - niedrige bis mittlere
Wahrscheinlichkeiten für Bft 8 und teils geringe Wahrscheinlichkeiten für Bft 9.
Im Norden und Osten gibt es sonst geringe Wahrscheinlichkeiten für Bft 8; diese
werden sehr wahrscheinlich hauptsächlich an die Konvektion gebunden sein.
Im Alpenvorland können am Samstag in den typischen Regionen bei Westwind
ebenfalls Böen der Stärke 8 auftreten. Auf den Berggipfeln reicht es an beiden
Tagen für Bft 8 bis 9.

GEWITTER:
Am Wochenende kommt es in der Nordosthälfte zu markanten Kaltluftgewittern. Das
Setup beinhaltet hohe Scherungs- und niedrige CAPE-Werte. Dort stehen vor allem
Böen der Stärke 8 und 9 im Fokus.
Am Alpenrand können am Sonntag Gewitter im Umfeld einer Kaltfront entstehen.
Dort wäre eher markanter Starkregen im Fokus.

Wärme:
Im Südwesten im Laufe der kommenden Woche mögliche Wärmebelastung.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, EPS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / M.Sc. Met. Thore Hansen