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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 25.01.2026 um 10.30 UTC



Unbeständiges Wetter. Dabei im Nordosten kalt, im Südwesten zunehmend mild.
Dazwischen Phasenmischmasch: teils Schnee, teils Regen, teils gefrierend mit
Unwetterpotenzial.
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 01.02.2026


In der Mittelfrist (Mittwoch, 28.1., bis Sonntag, 1.2.) setzt sich die
Blockierung der Großwetterlage weiter fort. Dem sich wiederholt regenerierenden
Blockadehoch über Nord- und Nordosteuropa steht ein sich ebenfalls
regenerierender hochreichender Tiefdruckkomplex über dem Ostaltantik und
Westeuropa gegenüber. Aus Letzterem laufen wiederholt kurzwellige Anteile
Richtung Mittelmeer heraus. Daran gekoppelt ist auch die primäre Frontalzone,
die weit nach Süden verschoben vom mittleren Atlantik über Südwesteuropa zum
Mittelmeerraum verläuft und vor allem dort weiterhin für teils unwetterartige
Wettererscheinungen sorgt.

Deutschland liegt eher zwischen den Stühlen. Zwischen den Tiefs über West- und
Südeuropa und hohem Luftdruck über dem Norden herrscht über der Nordosthälfte
bodennah meist eine östliche bis südöstliche Strömung vor, mit der recht kühle
Kontinentalluft herangeführt wird. Dabei stellt sich gebietsweise leichter
Dauerfrost ein. In die Südwesthälfte gelangt mit zeitweise auf Süd- bis Südwest
drehender Strömung dagegen schubweise milde Meeresluft, was die Temperaturen
teils auf zweistellige Werte ansteigen lässt. Allerdings kann sich zuvor
bodennah eine flache Kaltluftschicht halten (Nachtfrost). Mit Tiefausläufern,
die von Westen und Süden in abgeschwächter und zumeist okkludierter Form auf
Deutschland übergreifen, kommt es zeitweise zu leichten oder mäßigen
Niederschlägen. Die Mengen sind selbstredend unkritisch, allerdings kommt es im
Übergangsbereich der Luftmassen bzw. bedingt durch flache Kaltluft wieder zu
einem Phasenmischmasch. Dieser kann räumlich und zeitlich sehr variabel
ausfallen. Da sich die Temperaturgegensätze zudem im Verlauf eher verschärfen
und der Übergangsbereich modellseitig teils sehr unterschiedlich simuliert wird,
gestaltet sich die Vorhersage schwierig.

Schnee fällt am Mittwoch regional in Teilen Norddeutschlands, in der Nacht zum
Donnerstag mit einer V b-ähnlichen Entwicklung dann in der kompletten
Nordosthälfte. Meist handelt es sich dabei um leichte Schneefälle, wenngleich
stellenweise markante Neuschneemengen (>10 cm in 12 h) vor allem am Donnerstag
nicht gänzlich ausgeschlossen werden können. In der Südwesthälfte dominiert
dagegen die flüssige Phase. Dabei besteht zeitweise die Gefahr vor Glatteis.
Besonders am Mittwoch sowie im Laufe des Freitags können davon größere Bereich
vom Südwesten und Süden bis zur (nördlichen und östlichen) Mitte betroffen sein,
durchaus auch mit dem Potenzial für Unwetter. Komplett unkritisch ist der
Niederschlag wahrscheinlich nur in tiefen Lagen im Westen und am Oberrhein. Zum
Wochenende nimmt die Niederschlagsneigung tendenziell ab, wenngleich natürlich
selbst bei schwachen Niederschlägen gerade im Nordosten weiter Glättegefahr
besteht. Bleibt noch der Wind, der mit supergeostrophischer Verstärkung vor
allem über dem Norden teils frisch aus Ost weht, mit stürmischen Böen an
exponierten Küstenabschnitten. In Kammlagen des Süd- und Südwestdeutschen
Berglandes sind zeitweise Sturmböen aus Südwest möglich.

In der erweiterten Mittelfrist zu Beginn der übernächsten Woche deutet sich der
Aufbau eines blockierenden Rückens über dem grönländischen Bereich an (quasi
retrograde Verlagerung der Blockierung). Das Hauptaktivitätszentrum der
Tiefdrucktätigkeit verlagert sich von West- zunehmend nach Südwest- und
Südeuropa. Dadurch neigt die Strömung bei uns ageostrophisch eher auf Ost bis
Nordost zu drehen, was die Wahrscheinlichkeit eines Kaltluftvorstoßes erhöht. Ob
dieser wirklich zustande kommt, und wenn ja, wie durchgreifend und markant
dieser ausfällt, bleibt natürlich noch offen. Die Karten offenbaren aber so oder
so eine synoptisch hochspannende Gesamtsituation mit gewaltigen
Temperaturgegensätzen zwischen Südwest- und Nordosteuropa - und wir genau
dazwischen!
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die großräumige Entwicklung wird von IFS relativ konsistent simuliert. Bezüglich
der konkreten Niederschlagsentwicklung, insbesondere, was die Niederschlagphasen
betrifft, bestehen aber gewisse Unschärfen - wie bereits oben beschrieben.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch die anderen Globalmodelle zeigen bis zum Wochenende keine wesentlich von
IFS abweichenden Szenarien. Es fällt allerdings auf, dass das blockierende Hoch
über Nordosteuropa in GFS etwa stärker simuliert wird und die Kaltluft über
Mitteleuropa besser gegen die milde Atlantikluft standhalten kann.

Zu Beginn der übernächsten Woche nähert sich nach GFS aus Osten sogar ein
Kaltlufttropfen mit sehr kalter Luft. Auch in IFS und GEM sowie in den
KI-Modellen (GFS Graphcast, AIFS ...) findet sich dieser "KLT", allerdings wird
dieser durch die stärkere atlantische Tiefdrucktätigkeit über Osteuropa
zurückgehalten oder eher nach Nordeuropa abgelenkt. Alle Modelle haben aber
gemein, dass sich mit einer Art "südlicher Westlage" ein zunehmend scharfer
Temperaturgegensatz zwischen Südwest- und Nordosteuropa einstellt - mit
allerdings sehr unterschiedlichem Ausgang für Mitteleuropa.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


IFS-RAUCHFAHNEN:
Bis Sonntag sind die Rauchfahnen für 500-hPa-Geopotenzial und 850-hPa-Temperatur
relativ eng gebündelt und der deterministische Lauf gut eingebettet. Im
Nordosten zeigen sich ab Freitag zunächst nur vereinzelte Member mit bereits
abstürzendem Geopotenzial und Temperatur.
Zu Beginn der übernächsten Woche nimmt der Spread dann aber deutlich zu. Vor
allem nach Nordosten zu mehreren sich die Berechnungen mit starkem
Temperaturrückgang, sodass man dort insgesamt von einer quasi-Pattsituation
zwischen eher konservativer Temperaturentwicklung und Kaltlufteinbruch sprechen
kann. Dies manifestiert sich auch in den "Box-Plots" für die 2-Meter-Temperatur.
Zwischen dem 75- und 25-%-Perzentil der Höchsttemperatur liegen schon am Montag
15 Kelvin (+5 bis -10 °C)! Nach Südwesten zu überwiegen dagegen die Member mit
konservativer Temperaturentwicklung, teils sogar Tendenz zur neuerlichen
Milderung (75 %: +12 °C, 25 %: +2 °C). Der deterministische Lauf nimmt hier eine
mittlere, zur Wochenmitte sogar eine obere Position ein. Im Nordosten bewegt er
sich in der Nähe des Medians, der aber angesichts der enormen Streuung aber
wenig Aussagekraft hat.

CLUSTER:
Alle Cluster in allen Zeiträumen werden dem Regime "NAO negative" zugeordnet.
Das hat Seltenheitswert und unterstreicht die zumindest großräumige sichere
Entwicklung.
Im Zeitraum +72-96 h (Mi/Do) werden zwar ganze sechs Cluster gebildet, die mit
Fokus auf Deutschland aber keine nennenswerten Unterschiede aufweisen.
Im Zeitraum +120-168 h (Fr-So) sind es dann nur noch drei Cluster, die sich
hinsichtlich der genauen Position und Ausprägung von blockierendem Hoch und den
Tiefs über West- und Südeuropa unterschieden. In C1 (25/51 Member) hält das
blockierende Hoch mit Schwerpunkt über Skandinavien etwas erfolgreicher mit
Kaltluft gegen die Tiefs stand. In C2 (14/51), vor allem aber in C3 (12/51)
greifen die Tiefs verstärkt mit milderer Luft bis auf Mitteleuropa über.
Sowohl im Zeitraum +192-240 h als auch im Zeitraum +264-360 h steht nur ein
Cluster zur Auswahl, was einerseits erstaunlich ist, da es gerade mit Fokus auf
Mitteleuropa größere Unsicherheiten gibt, aber andererseits auch aufzeigt, dass
die grobe Marschrichtung (anhaltend negative NAO-Phase mit Blockierung über
Nordeuropa bzw. dem Nordatlantik und Grönland) steht.

FAZIT:
Auch mittelfristig nimmt Deutschland eine eher undankbare Position zwischen den
Stühlen ein. Blockierende Hochs über Nordost- und Nordeuropa führen fortwährend
bodennah Kaltluft in den Nordosten, während atlantische Tiefs mit milderer Luft
von Südwesten zunächst zunehmend erfolgreich dagegenhalten. Entlang des an
Schärfe gewinnenden und modellseitig teils noch recht unterschiedlich
simulierten Übergangsbereiches muss mit einem regional und zeitlich sehr
variablen und damit schwer vorhersagbaren Phasenmischmasch gerechnet werden.
Bezüglich Glatteises besteht Unwettergefahr, vor allem am Mittwoch und am
Freitag.
Daran ändert sich auch in der erweiterten Mittelfrist zur übernächsten Woche
prinzipiell nicht viel, wenngleich sich die Wahrscheinlichkeit eines kräftigeren
Kaltluftvorstoßes mit quasi retrograder Verlagerung des blockierenden Hochs und
reger Tiefdrucktätigkeit über Südwest- und Südeuropa tendenziell und vor allem
im Nordosten erhöht.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GLATTEIS (auch UNWETTER):
Insbesondere von Mittwoch bis Freitag greifen von Südwesten wiederholt
Niederschläge über, die teils als gefrierender Regen niedergehen. Die Vorhersage
ist sehr unsicher, allerdings besteht vor allem am Mittwoch, eventuell auch am
Freitag erhöhtes Unwetterpotenzial, bevorzugt vom Süden und Südwesten bis zur
nördlichen und östlichen Mitte.

SCHNEE:
Weiter nach Norden und Nordosten fällt weitestgehend Schnee, meist aber nicht in
markanter Ausprägung.
In der Nacht zum Donnerstag und Donnerstag tagsüber breiten sich von Süden und
Südosten häufiger und teils auch mäßige Schneefälle auf die Nordosthälfte aus.
Besonders in den Alpen sowie in Teilen Süddeutschlands sind markante
Neuschneemengen (>10 cm/12 h) nicht ausgeschlossen.

STURM:
An der See ab Mittwoch zunehmend auffrischender Ostwind, dabei exponiert bei
auflandigem Wind zeitweise Sturmböen 8-9 Bft.
Vor allem am Freitag und am Samstag auch in den Kammlagen der südwestdeutschen
Mittelgebirge und in den Alpen Sturmböen 8-9 Bft wahrscheinlich, dort aber aus
Südwest.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS det. +EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Adrian Leyser Sturm