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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 01.05.2026 um 10.30 UTC



Feuchtwarme Luftmassen und teils markante Gewitter, zur Wochenmitte über den
mittleren Landesteilen Luftmassengrenze mit Starkniederschlägen. Nachfolgend
Luftmassenwechsel und wieder Hochdruckeinfluss.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 08.05.2026


Am Montag verläuft die Frontalzone recht weit nördlich über Skandinavien. Ein
Höhentief bewegt sich mit Zentrum vor der Bretagne nur langsam ostwärts. Die
schwachgradientige südwestliche Höhenströmung kommt aus südwestlichen Richtungen
und ist leicht antizyklonal gekrümmt.
Deutschland verbleibt damit - abgesehen vom äußersten Nordwesten - im
Warmsektor, in den mittlerweile deutlich feuchtere Luftmassen eingeflossen sind.
Überlappend mit labiler Schichtung können sich vor allem über der Mitte, von
Rheinland-Pfalz bis nach Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, am Nachmittag
gebietsweise starke Gewitter entwickeln. Bei geringen Höhenwinden und kaum
Scherung steht dabei der Starkregen im Fokus. Am Alpenrand besteht ebenfalls
Gewitterpotenzial. Im Nordwesten fließen bereits trockenere Luftmassen ein.

Am Dienstag richtet sich die Luftmassengrenze zonal über der nördlichen Mitte
aus. Damit sind im Norden bereits wieder deutlich trockenere Luftmassen mit
lokaler Nachtfrostgefahr wetterwirksam. Von der Mitte bis in den Süden liegen
weiterhin feuchtlabile Luftmassen und sorgen im Tagesverlauf für schauerartige
und gewittrige Niederschläge. Kaum Bewegung in der Höhe begünstigt erneut
Starkregen, lokal mit Unwetterpotenzial.

Am Mittwoch verlagern sich die Reste des Höhentiefs unter Auffüllung von
Frankreich in Richtung Deutschland. Über der Nordsee kann sich die Frontalzone
etwas stärker nach Süden amplifizieren. Damit steilt sich auch die ehemals
zonale Luftmassengrenze im Tagesverlauf über Deutschland auf und zieht als
Kaltfront südwärts. Der Süden und Südwesten liegen am längsten in der
feuchtlabilen Gewitterluft mit Starkregenpotenzial. Aber auch entlang der
Luftmassengrenze wird über der Mitte des Landes ein Streifen mit größeren
Regenmengen gerechnet.

Am Donnerstag überquert uns der mit Kaltluft angereicherte Höhentrog, und auch
die Bodenkaltfront zieht über die Alpen hinweg. Dahinter strömen auf 850 hPa
Temperaturen unter 0 °C in die Nordhälfte des Landes. Diese Kaltluft gelangt bis
Freitag unter Hochdruckeinfluss.

Zum nächsten Wochenende kann sich ein kräftiges Höhentief vor der Iberischen
Halbinsel verstärken. Zunächst noch antizyklonal geprägt, gelangt Deutschland im
Verlauf der erweiterten Mittelfrist von Südwesten zunehmend in feuchte, aber
auch wärmere Luftmassen.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Mittelfrist beginnt recht konsistent. Allenfalls ist festzustellen, dass die
Höhenströmung am Montag etwas antizyklonaler verläuft als in den Vorläufen, vor
allem im Vergleich zum 12-UTC-Lauf.
Die Umstellung mit der nachfolgenden Trogpassage zur Wochenmitte wird ebenfalls
modelllaufübergreifend gezeigt. Es fällt jedoch auf, dass der neueste ECMWF-Lauf
progressiver ist. Das liegt daran, dass er die Kaltfront schneller aufsteilt. Am
Mittwoch zeigte der gestrige 00-UTC-Lauf noch eine recht zonale
Luftmassengrenze, während der neueste Lauf die Kaltfront von Südwest nach
Nordost ausgerichtet darstellt.
Unabhängig davon, wie schnell der Luftmassenwechsel vonstattengeht, wird
Deutschland nachfolgend konsistent mit Kaltluft geflutet. Auch der sich im
Anschluss aufwölbende Höhenrücken wird konsistent simuliert. Unsicherheiten
bestehen noch hinsichtlich der Stärke der Amplifikation des Höhenrückens, was
wiederum von der Lage des Höhentiefs abhängt, das im neuen Lauf deutlich weiter
südlich vorhergesagt wird als in den beiden Vorläufen.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Der Vergleich der verschiedenen Modelle zeigt im mittelfristigen
Vorhersagebereich ebenfalls eine recht gute Konsistenz, vor allem hinsichtlich
der Entwicklung der Großwetterlage. Natürlich bestehen weiterhin Unsicherheiten
im Detail. Diese betreffen im Wesentlichen Aspekte, die bereits beim Vergleich
der verschiedenen ECMWF-Läufe angesprochen wurden.
Dazu zählen die Ausprägung der Antizyklonalität der Höhenströmung zu Beginn der
Woche sowie der Luftmassenwechsel zur Wochenmitte (Tempo, Intensität und Lage
der stärksten Niederschläge).
Zum Ende der Woche werden die Modellunterschiede deutlich größer. Während das
ECMWF ab Freitag einen Rücken vorhersagt, gelangt Deutschland nach ICON rasch
wieder auf die Trogvorderseite in eine lebhafte südwestliche Strömung. Grund
dafür ist, dass - anders als beim ECMWF - kein Höhentief vor der Iberischen
Halbinsel simuliert wird. Im Vergleich dazu liegt das GFS hinsichtlich der
Entwicklung recht nah am ECMWF.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


D Das ECMWF-Ensemble startet am Montag sehr eng gebündelt. Im weiteren
Wochenverlauf nimmt der Spread zwar etwas zu, abgesehen von einzelnen Ausreißern
zeigen sich bis Donnerstag jedoch große Ähnlichkeiten. Der größere Spread bei
der Temperatur auf 850 hPa ist mutmaßlich auf die genaue Lage der
Luftmassengrenze und deren anschließende Verlagerung als Kaltfront
zurückzuführen. Mit der Luftmassengrenze steigen auch die Niederschlagssignale
deutlich an, beginnend ab Montag mit einem Höhepunkt am Dienstag und Mittwoch
und anschließendem Abflachen bis Donnerstag.
Anschließend nehmen die Signale deutlich ab, das Geopotenzial steigt an und die
Temperatur auf 850 hPa nimmt zu. Das Ensemble spiegelt damit die Entwicklung des
deterministischen Laufs wider, wenngleich der Spread um die mittlere Entwicklung
noch recht groß ist.

Das Clustering des ECMWF zeigt im Vorhersagehorizont von +120 h (Mi 00) bis +168
h (Fr 00) nur ein Cluster, sodass hierzu keine weiteren Kommentare erforderlich
sind. Auch für +192 h bis +240 h ergibt sich nur ein Cluster, was für eine
relativ hohe Sicherheit in der grundlegenden Entwicklung der Großwetterlage
spricht.

Das GFS-Ensemble zeigt eine sehr ähnliche Tendenz: Luftmassenwechsel mit
erhöhten Niederschlagssignalen vor allem über der Mitte und dem Süden,
anschließend wieder steigendes Geopotenzial und Temperatur. Der Spread bei der
Temperatur auf 850 hPa nimmt im Bereich der Luftmassengrenze zu und bleibt auch
danach erhöht. Der Hauptlauf liegt dabei eher am oberen Rand. Einige Member
lassen es länger kühl. Entscheidend ist dabei, ob, wie schnell und wie stark von
Südwesten erneut feuchtwarme Luft nach Deutschland geführt wird.

FAZIT: Feuchtwarme Luftmassen sorgen in der neuen Woche für unbeständiges und
gewittriges Wetter. Während sich im Norden rasch wieder trockenere Luftmassen
durchsetzen, etabliert sich von Dienstag bis Mittwoch über der Mitte
vorübergehend eine Luftmassengrenze mit Starkniederschlägen. Die genaue
Regionalisierung und Ausprägung sind noch unsicher (lokal Unwettermengen nicht
ausgeschlossen).
Nachfolgend erfolgt deutschlandweit die Zufuhr von Kaltluft, die zum Ende der
Woche unter Hochdruckeinfluss gerät. Die Konsistenz ist insgesamt recht hoch. In
der erweiterten Mittelfrist könnten ab dem Wochenende - bei steigenden
Unsicherheiten - erneut feuchtwarme Luftmassen aus Südwesten nach Deutschland
gelangen.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Montag werden vom Südwesten bis in den Nordosten (Rheinland-Pfalz bis
Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern) Gewitter erwartet. Aufgrund langsamer
Zuggeschwindigkeiten kann es zu Starkregen kommen. Bei relativ trockenem
Unterbau (Inverted-V-Struktur) sind trotz schwacher Höhenwinde auch einzelne
Sturmböen möglich.

Am Dienstag , teils bis in den Mittwoch hinein, kommt es über der Mitte zu länger
andauernden, teils gewittrig durchsetzten und teils markanten
Starkniederschlägen. Die genaue Regionalisierung ist noch unsicher. Eingelagerte
Gewitter können lokal Unwetterschwellen erreichen.

Auch im Süden treten am Dienstag und insbesondere am Mittwoch markante Gewitter
auf. Neben Starkregen und Wind ist im Alpenvorland auch größerer Hagel möglich.

Am Donnerstag und Freitag sind einzelne markante Gewitter vor allem in Alpennähe
möglich. Zum Wochenende nimmt das Gewitterpotenzial von Südwesten her wieder zu.

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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMWF-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Marcus Beyer