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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 22.04.2026 um 10.30 UTC



Hochdruckeinfluss. Samstag im Nordosten Bft 8 aus Nordwest wahrscheinlich. Im
Nordosten kühl mit Nachtfrostgefahr.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 29.04.2026


Zu Beginn der Mittelfrist am Samstag reicht ein breiter Keil vom westlichen
Mittelmeer zur Grönlandsee und stützt ein Bodenhoch mit Zentrum östlich von
Island. Ein Keil reicht über die Britischen Inseln nach Deutschland. Ein Trog
über Norwegen schwenkt unter Verlängerung seiner Amplitude bis Sonntagfrüh
südostwärts nach Ostpolen. Eine kaum wetteraktive Kaltfront eines Tiefs über dem
Bottnischen Meerbusen erreicht Samstagabend Norddeutschland und reicht
Sonntagfrüh von Bayern nach NRW. Anfangs liegt die Temperatur in 850 hPa um +5
Grad, bis Sonntagfrüh sinkt sie im Nordosten auf -5 Grad. Der nordwestliche Wind
weht im Küstenumfeld und in Höhenlagen der zentralen und östlichen Mittelgebirge
teils stark mit stürmischen Böen in Schleswig-Holstein und
Mecklenburg-Vorpommern sowie in Gipfellagen.

Am Sonntag und in der Nacht zum Montag verstärkt sich der Rücken über dem nahen
Ostatlantik. Am Boden bildet sich über den Britischen Inseln ein neues Zentrum
aus, davon ausgehend reicht ein Keil nach Deutschland. Der Trog über Ostpolen
kommt noch etwas ostwärts voran. Ein umfangreiches Tief im Raum St. Petersburg
zieht etwas ostwärts. Die Temperaturgegensätze über Deutschland in 850 hPa sind
groß: -5 Grad über Rügen und +8 Grad über Freiburg. Am Boden machen sich die
Unterschiede dank fast ungehindertem Strahlungswetters ebenso bemerkbar. In der
folgenden Strahlungsnacht zum Montag besteht vor allem im Norden, im Osten und
in der Mitte zumindest örtlich die Gefahr von Luftfrost.

Am Montag ändert sich am Keil mit Bodenhoch über den Britischen Inseln kaum
etwas. Auch das umfangreiche Tief über Nordosteuropa ist nahezu stationär. Über
Deutschland weist die großräumige Konfiguration aber allmählich etwas
zyklonalere Strukturen auf. In der Nacht zum Dienstag erreicht den Norden um das
Hoch herumgeführte feuchtere Luft in Form von tiefer Bewölkung. Die
Temperaturunterschiede zwischen dem Nordosten und dem Südwesten schwächen sich
etwas ab (Dienstagfrüh: -2 Grad über Rügen und +6 Grad über Freiburg).

Am Dienstag und Mittwoch wird aus dem Keil über den Britischen Inseln ein
blockierendes Höhenhoch, das "Omega-Strukturen" aufweist. Ausgehend davon
schwenkt ein Keil bis Mittwoch nach Nordskandinavien. Am Boden findet sich
weiterhin ein kräftiges Hoch an dieser Stelle. Auch der Gegenspieler, der Trog
über Nordost- und Osteuropa, findet zur "Eigenständigkeit" als abgetropftes
Höhentief, das sich zunehmend Richtung Südwesten nach Polen und Tschechien
ausweitet. Am Boden schwächt sich das anfangs kräftige Tief über Westrussland
ab, verlagert sich aber kaum. Die Zufuhr kühler bis sehr kühler Luftmassen
verstärkt sich durch die zunehmend nordöstliche Anströmung noch. In 850 hPa
liegen die Temperaturen Mittwochmittag zwischen -4 Grad auf Rügen und +2 Grad
über Freiburg. Etwaige Niederschläge sind nur schwach.

In der erweiterten Mittelfrist verlagern sich die beiden dominierenden
Druckgebilde langsam ostwärts. Die Strömung dreht von Nordost auf Nord. Die
Zufuhr kühler Luftmassen bleibt erhalten. Der Wettercharakter ist zunehmend und
antizyklonal geprägt.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz zu den Vorläufen ist gut. Der Kaltluftvorstoß am Wochenende wird
im aktuellen Lauf etwas östlicher und damit für Deutschland schwächer und
antizyklonaler simuliert. In der Folge sind die Unterschiede weiterhin gering.
Es dominiert Hochdruckeinfluss ohne signifikante Wettererscheinungen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die Unterschiede von IFS zu GFS und ICON sind gering. Die großräumigen
Strukturen sind ähnlich und die Auswirkungen von Änderungen auf das signifikante
Wetter in Deutschland bleiben gering.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das Geopotenzial verbleibt zunächst auf hohem Niveau und bei niedriger Streuung.
Ab Montag und Dienstag nehmen die Unsicherheiten deutlich zu, wobei die Mehrzahl
der Member weiterhin hohes Geopotenzial zeigt. Der Hauptlauf zeigt etwas
niedrigeres Geopotenzial als das Mittel bzw. der Median, ist aber kein
Ausreißer.
Die Temperatur in 850 hPa zeigt im Norden und Nordosten am Samstag/Nacht zum
Sonntag eine deutliche und rasche Abnahme im Zuge des Kaltfrontdurchgangs. Diese
Abnahme ist für Offenbach und München schwächer und eher kontinuierlich bis
Mittwoch zu sehen. Die Unsicherheiten nehmen in der kommenden Woche zwar zu, das
Gros zeigt aber eine Abnahme bzw. im Norden ein Verbleib auf niedrigem Niveau.
Niederschlagssignale sind kaum vorhanden, am ehesten ist am Dienstag und
Mittwoch mit leichten Niederschlägen zu rechnen.
Der Wind kommt vorherrschend aus nördlicher bis nordöstlicher Richtung.
Das Ensemble des GFS weicht von IFS nicht signifikant ab.

Fazit: Fortdauer des hochdruckgeprägten Wetters. Samstag/Nacht zum Sonntag kaum
wetteraktiver Kaltfrontdurchgang. Zuvor im Nordosten windig bis stürmisch.
Nachfolgend große Temperaturunterschiede von Nordost nach Südwest. Im Nordosten
vor allem in der Nacht zum Montag Frostgefahr. Niederschläge und signifikantes
Wetter bleiben Mangelware.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Das EFI zeigt für Samstag im Nordosten deutliche Signale für eine ungewöhnliche
Windentwicklung. Das EPS des IFS zeigt mittlere Wahrscheinlichkeiten für Bft 8
tagsüber am Samstag.

Ansonsten gibt es vom EFI für keinen Zeitraum und keinen Parameter Hinweise auf
ungewöhnliches Wetter.
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Basis für Mittelfristvorhersage
Mos, IFS und ENS
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VBZ Offenbach / M. Sc. Met. Thore Hansen