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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 18.04.2026 um 10.30 UTC



Ruhiges Hochdruckwetter wird Ende kommender Woche von einem in seiner Intensität
noch nicht näher zu bestimmendem Kaltlufteinbruch abgelöst. Ingesamt viel Sonne
und (zu) wenig Niederschlag. Nachts stellenweise weiterhin Frost möglich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 25.04.2026


Leserinnen und Leser, die die Synoptische Übersicht für den Mittelfristzeitraum
bereits in den vergangenen Tagen genossen haben, wissen mittlerweile bereits,
welche Lage uns im Laufe der kommenden Woche erwartet, denn an der Ausgangslage
hat sich nicht wesentliches geändert.
Kurz und bündig vorne weg: Zunächst dominiert Blocking in Form von Hochdruck
über den Britischen Inseln, anschließend steht am nächsten Wochenende der
nächste markantere Kaltlufteinbruch ins Haus.
Nun aber das Ganze im Detail, beginnend mit dem Dienstag:

Eine umfangreiche Hochdruckzone erstreckt sich ausgehend vom Druckzentrum über
dem Nordatlantik über die Britischen Inseln und Deutschland hinweg bis in den
Mittelmeerraum und mündet dort in eine barotrope, nahezu gradientlose Umgebung.
Gegenspieler sind zwei Tiefdruckkomplexe: Einer über dem mittleren Atlantik etwa
auf Höhe der Azoren sowie ein zweiter über Osteuropa, der vor allem auf
russischem Gebiet für anhaltend winterliche Verhältnisse sorgt. Ein Trogrest
erstreckt sich dabei zunächst von Osten noch nach Deutschland und als Rinne
weiter Richtung Atlantik. Diese schwache Höhenstörung - mit Kaltluft von T850 um
-2°C aufgefüllt - sorgt dabei trotz bodennahen Hochdrucks anfangs noch für
schwache Niederschläge in Form von Sprühregen aus tiefer Bewölkung bevorzugt
über der Mitte Deutschlands. Am Hochdruckrand weht dazu gradientbedingt
vorübergehend recht kräftiger (geostrophischer) Nordostwind, der in Höhenlagen
für die ein oder andere 7er-Böe sorgt. Nördlich davon überwiegt bereits
Absinken, sodass es dort bereits aufklart und die Sonne zum Zuge kommt. Mit
weiterem Druckanstieg am Boden und damit auch zunehmendem Geopotential wird die
"störende" Rinne in der Höhe aber rasch ausgeräumt, sodass eine klare und recht
kühle Nacht ansteht, in der die Temperaturen lokal unter den Gefrierpunkt sinken
können.

Mittwoch und Donnerstag stehen anschließend im Zeichen von nur wenigen, meist
hohen Wolken und sehr viel Sonnenschein. Dabei verstetigt sich das Blocking
immer weiter. Durch viel WLA weiter westlich manifestiert sich nun auch in der
Höhe ein kräftiger Rücken, der - je nach Modell - omegaartige Züge annimmt. Die
beiden anliegenden Tiefdruckgebiete vertiefen sich ebenfalls immer weiter, bis
es schließlich am Donnerstag zu einer deutlichen Verschärfung des
Temperaturgradients quer über den europäischen Kontinent kommt. In T850 stehen
teils föhngestützten +18°C über Südfrankreich kontinentalpolare Luftmassen über
dem Baltikum mit Temperaturen um -6°C gegenüber. Deutschland liegt dabei genau
in einer noch ereignisarmen Zone genau zwischen den Stühlen im Bereich einer
mäßig temperierten Luftmasse (T850 um +4°C). Der Hochdruckeinfluss überwiegt,
macht aber vor allem am Donnerstag allmählich einen Rückzieher Richtung Nordsee.


Dieses Geschehen spielt für den Freitag eine durchaus gewichtige Rolle. Die
Statik der Großwetterlage führt nun zu erheblicher Amplifizierung sämtlicher
relevanter Rücken und Tröge. Der blockierende Höhenrücken verlagert sich dabei
retrograd wieder nach Westen über den nahen Atlantik und die Britischen Inseln.
Dadurch löst sich wiederum östlich von uns die kontinentale Kaltluftblase von
der überhaupt nur noch spärlich vorhandenen Frontalzone ab und wird um das
Blocking herum südwärts geführt. Es bildet sich ein eigenständiges Höhentief
heraus, das hochreichend mit polarer Kaltluft gefüllt ist; in 500 hPa geht es
bis fast an die -40°C-Marke heran.
Mit nun zunehmend kräftiger meridionaler Strömungskonfiguration werden nun
Deutschland und generell große Teile Mitteleuropas zum kommenden Wochenende mit
der Kaltluft geflutet. Angesichts der noch immer überwiegend antizyklonalen
Bodendruckkonstellation deutet sich dabei ein von Nord nach Süd verlaufender
Kaltfrontdurchgang ohne nennenswerte signifikante Wettererscheinungen an.
Allenfalls reicht es wahrscheinlich höchstens im Osten für einige Regentropfen
bis hin zu wenigen Litern Niederschlag. Anzunehmen ist auch, dass zumindest an
der Küste der Wind mit Drehung auf Nord deutlich auffrischt und dabei auch
Warnkriterien erreicht. Insgesamt ist der Umfang des Kaltlufteinbruchs auch noch
relativ unklar, vergleichsweise sicher ist aber, dass er in irgendeiner Form
stattfindet. Entscheidend dafür ist unter anderem, wie sich etwaige
Randtiefentwicklungen im Zuge des Kaltluftvorstoßes auswirken. Sollte es
anschließend wieder zu Druckanstieg und klaren Nächten kommen, ist angesichts
der Luftmasse stellenweise Luftfrost denkbar, der dann schon erheblichen
Einfluss hätte angesichts der mittlerweile fortgeschrittenen Jahreszeit.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die letzten IFS-Läufe sind vergleichsweise konsistent zueinander. Zunehmende
Unsicherheiten gibt es erst ab Tag 5-7, also Ende kommender Woche. Diese
bestehen vor allem im Zusammenhang mit zunehmender Zyklonalität über
Nordosteuropa und dem im vorstehenden Text beschriebenen Kaltluftausbruch,
welcher an und für sich ebenfalls konsistent gerechnet wird. Nur dessen
Ausprägung ist noch nicht klar.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Andere Globalmodelle stützen die Entwicklung im Wesentlichen. Unterschiede
bestehen auch hier vor allem gegen Ende des Prognosezeitraumes im Zusammenhang
mit der Austrogung über Osteuropa und dem zu erwartenden Kaltlufteinbruch über
Mitteleuropa. Es besteht Potential für relevante Randtiefentwicklungen (z.B.
südwärts ziehendes Leetief Norwegen), die wegen der numerischen Unschärfen heute
noch nicht abwägbar sind.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die ECMWF-Rauchfahnen zeigen sich bis Ende der kommenden Woche recht konsistent,
danach nimmt etwa ab Folgetag 5-6 (Do/Fr) die Streubreite zu. Eine Minderheit an
ENS-Membern schwächt den Kaltlufteinbruch Ende kommender Woche deutlich ab, was
Stand heute aber als unwahrscheinlich zu erachten ist. Auffällig ist gegen Ende
die hohe Streubreite des Geopotentials nach unten, die ebenfalls mögliches
Randtiefpotential signalisiert.

GEFS tendiert in eine ähnliche Richtung. Die große Mehrheit der Member
signalisiert den Kaltlufteinbruch, aber einige Lösungen neigen zu schneller
Erwärmung danach.

Die Clusterrechnung des ECMWF verdeutlicht die Unsicherheiten vor allem gegen
Ende der Mittelfrist ebenfalls. Für t+168h werden insgesamt 6 Cluster gezeigt,
die alle verschiedene Formen der kontinentaleuropäischen Tiefdruckentwicklung
abbilden, während die positive Geopotentialanomalie über dem Atlantik, die teils
erhebliche Ausmaße erreicht, überall simuliert wird. Das Blocking erscheint also
auch hier gesichert.
Dies ist auch insofern relevant, als dass sich Bemerkenswertes in der
erweiterten Mittelfrist bis t+240 abspielt. Der 00Z-Lauf simuliert hier nur noch
ein einziges(!) Cluster, d.h. sämtliche Member des ENS zeigen das gleiche
Muster. Und dieses besteht aus weiter anhaltendem Blocking in Form eines
atlantischen Rückens, während wir an dessen östlicher Flanke in den Genuss
tiefen Geopotentials mit entsprechender Kaltluftzufuhr kommen. Es geht also wohl
auf absehbare (und auch nichtabsehbare?) Zeit ziemlich unterkühlt weiter...

Fazit:
Erst einmal die kurzzeitigen Turbulenzen im Kurzfristzeitraum überstehen - dann
heißt es erstmal: Sonne genießen. Eine blockierende Hochdrucklage bestimmt dann
bis auf Weiteres unser Wettergeschehen. Allerdings bleibt es dabei auch
weiterhin (zu) trocken. Am kommenden Wochenende kühlt es dann vorübergehend
deutlich ab; nachts muss hier und da auch nochmal mit leichtem Frost gerechnet
werden. Wie es anschließend weitergeht, ist noch nicht klar, aber die Zeichen
stehen aktuell bis Monatsende auf Blocking und Strömung aus Norden - es riecht
nach einem vergleichsweise kühlen April.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Signifikantes Wetter ist in nächster Zeit nicht zu erwarten. Nachdem die
Turbulenzen im Kurzfristzeitraum ausklingen, dominiert Hochdruck. Entsprechend
gering ist das Potential für warnwürdiges Geschehen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
ECMWF(-ENS), ICON(-ENS), GEFS
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VBZ Offenbach / M.Sc. Felix Dietzsch