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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 25.06.2026 um 10.30 UTC



Umstellung der Wetterlage und somit Ende der Hitze. Dabei zunehmende Schauer-
und Gewittertätigkeit mit erhöhter Unwettergefahr. In der neuen Woche
wechselhaft bei für die Jahreszeit normalen Temperaturverhältnissen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 02.07.2026


Zu Beginn der Mittelfrist am kommenden Sonntag beginnt sich die Wetterlage über
Europa umzustellen. Der bislang blockierende und wetterbestimmende Höhenrücken
wandert weiter ostwärts und wir kommen zunehmend auf die Vorderseite eines
Höhentroges über West-/Nordwesteuropa.
Dabei greift eine erste Kaltfront nebst vorgelagerter Konvergenz ab dem
Vormittag von Nordwesten auf Deutschland über und verlagert sich langsam
landeinwärts. In der aufgeheizten und mit reichlich Energie aufwartenden
Luftmasse sorgt die aufkommende Dynamik im Tagesverlauf gebietsweise für die
Entwicklung teils kräftiger Schauer und Gewitter. Dabei sind auch Unwetter vor
allem aufgrund von größerem Hagel und heftigem Starkregen wahrscheinlich.
Es wird nochmal verbreitet heiß mit Höchstwerten zwischen 32 und 38 Grad, in der
Osthälfte nochmal häufiger mit Werten bis 40 oder gar 41 Grad.

In der Nacht zum Montag kommen die Kaltfront/Konvergenz langsam weiter
südostwärts voran. Mit Übergreifen des Troges und entsprechend anhaltenden
Hebungsantrieben hält die Konvektion vor allem in der Mitte und im Süden weiter
an und es muss weiterhin mit teils unwetterartigen Entwicklungen gerechnet
werden. Auch die Entwicklung eines MCS wäre möglich, der dann gebietsweise für
teils ergiebige Regenfälle sorgen würde.
Der äußerste Nordwesten scheint dann schon außen vor zu sein. Vielmehr greift
dort eine zweite Kaltfront über, die dann wettertechnisch kaum noch, dafür aber
thermisch deutlicher ausgeprägt ist und den eigentlichen Rückgang der
Temperaturen einleitet.

Der Luftmassenwechsel setzt sich dann schließlich am Montag weiter fort,
wenngleich die Luftmassengrenze nur zögerlich südostärts vorankommt. Entlang
dieser und präfrontal kommt es weiterhin zur Bildung teils heftiger Gewitter,
wobei sich der Schwerpunkt allmählich in die Südosthälfte Deutschlands
verlagert. Erneut muss auch mit unwetterartigen Entwicklungen gerechnet werden.
Lokal können die Temperaturen nochmal auf Werte um 30 Grad ansteigen, in der
Fläche liegen die Höchstwerte aber zwischen erträglicheren 25 und 28 Grad,
unmittelbar in Küstennähe etwas darunter.

Bis zum Abend hat uns eine erste Trogachse ostwärts überquert. Ihr folgt ein
flacher Rücken, der im Bodendruckfeld den Luftdruck leicht ansteigen lässt. So
ziehen sich Schauer und Gewitter allmählich nach Südosten zurück und kommen
langsam zum Erliegen.

Am Dienstag erfolgt auf Basis des IFS von Westen ein weiterer Trogvorstoß.
Dadurch wird die über dem Süden noch liegende Luftmassengrenze wieder leicht
rückläufig bis in die mittleren Landesteile und reaktiviert. Entsprechend facht
die Konvektion gebietsweise wieder auf. Da die Luftmasse immer noch reichlich
Energie mit sich bringt, kommt es in der Mitte und im Süden erneut zur Bildung
einzelner, kräftiger Gewitter. Auch im Nordwesten sind einzelne Schauer und
Gewitter möglich, dort ist die Luftmasse aber eine andere, sodass diese maximal
markant ausfallen sollten.
Die Temperaturspanne ist ähnlich zum Vortag, am "kühlsten" ist es im Nordwesten.


Am Mittwoch schwenkt der Trog langsam ostwärts über uns hinweg. Trogvorderseitig
könnten sich vor allem im Süden und Osten größer flächige Starkregen oder
Gewittercluster ausbilden. Nun bekommt aber auch die Luftmassengrenze einen
ordentlichen Schub und verlässt uns endgültig in Richtung Südosten. Entsprechend
vollzieht sich der tatsächliche Luftmassenwechsel nun auch im Osten und Süden.

Nach Zwischenhocheinfluss soll uns am Donnerstag von Nordwesten kommend ein
weiterer Höhentrog erreichen. Zumindest in Teilen des Landes bleibt es also
wechselhaft bei für diese Zeit des Jahres normalen Temperaturverhältnissen.


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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des IFS kann bis Dienstag als gut bezeichnet werden. Nachfolgend
lässt die Konsistenz nach und auch die Modellunterschiede werden größer.
Unsicher ist noch, wie sich der Höhentrog verhält, der mal rascher (jüngere
Läufe), mal langsamer (gestriger 00 UTC Lauf) über uns hinwegschwenkt.
Entsprechend unterschiedlich fällt noch die Niederschlagsprognose aus. Die
grundsätzliche Wetterentwicklung wird aber ähnlich prognostiziert.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die Umstellung der Wetterlage und somit das Ende der Hitze scheint sicher,
zumindest wird die Entwicklung von anderen Globalmodellen ähnlich gezeigt. Im
Detail gibt es aber noch Unterschiede. So gibt es noch kleinere Unterschiede bei
der Verlagerungstendenz der Kaltfront am Sonntag und Montag, sodass die
Niederschlagsschwerpunkte aus heutiger Sicht noch schwer auszumachen sind.
Unklar ist auch noch, wie sich der Höhentrog in der neuen Woche verhält, der mal
langsamer mit Abtropfen (ICON) und mal rascher (IFS) über uns hinwegschwenkt.
Somit ist die Niederschlagsvorhersage für die kommende Woche noch unsicher.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen des EZMW für ausgewählte Stationen in Deutschland bestätigen die
beschriebene Entwicklung. So ist der Höhepunkt der Hitzewelle am Sonntag in
weiten Teilen des Landes bereits überschritten, bzw. wird im Osten am Sonntag
erreicht. Nachfolgend zeigen Hauptlauf und Member geschlossen den Weg nach
unten, mit einem vorübergehenden erneuten, aber nur leichten Aufbäumen zum
Dienstag hin für Stationen in der Mitte und im Süden. Darüber hinaus gibt es
erstmal keine Anzeichen für eine erneute Hitzewelle.

Mit Einsetzen des Temperaturrückgangs nehmen die Niederschlagssignale generell
zu, wobei es da noch größere Unterschiede zwischen einigen Membern und dem
Hauptlauf gibt, was die bereits angesprochene Unsicherheit der
Niederschlagsvorhersage nochmal wiedergibt.

Auch das AIFS und GFS Ensemble zeigen sehr ähnliche Ergebnisse.

Die Clusterung des EZMW besitzt für den Zeitraum t+72 bis 96 Stunden fünf
Cluster und für den Zeitraum +120 bis +168 Stunden vier Cluster. Es herrscht
aber Einigkeit darüber, dass das hohe Geopotential abgebaut wird und uns
nachfolgend eher Trog geprägtes Wetter bevorsteht. In welcher Ausprägung wird
auch aus den Clustern nicht klarer.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Bis Sonntag bleibt die hohe Wärmebelastung noch erhalten.

Zudem muss ab Sonntag mit der Bildung teils schwerer Gewitter mit erhöhter
Unwettergefahr vor allem aufgrund von heftigem Starkregen und größerem Hagel
gerechnet werden. Auch Sturmböen oder schwere Sturmböen sind bei Gewittern nicht
ausgeschlossen. Dabei verlagert sich der Schwerpunkt von Sonntag auf Montag von
der Nordwest- in die Südosthälfte.

Nachfolgend bleibt es wechselhaft und gebietsweise bilden sich weitere Schauer
und Gewitter oder auch Gebiete mit schauerartig verstärktem Regen. Die genauen
Schwerpunkte sind noch unsicher, vor allem am Dienstag und Mittwoch bleibt die
Unwettergefahr noch bestehen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix, IFS, IFS-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Johanna Anger