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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Sonntag, den 18.01.2026 um 10.30 UTC



Blocking in höheren Breiten: High-Over-Low-Lage mit Kahlfrost durch
einsickernder Kaltluft, kaum Schnee.
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Synoptische Entwicklung bis zum Sonntag, den 25.01.2026


Im mittelfristigen Zeitraum beschäftigt uns weiterhin eine gestörte
troposphärische Zirkulation in der Nordhemisphäre. Das Urlablockung, das uns in
den letzten Tagen von der Kaltluft abgeschnitten hat, verlagert sich retrograd
ins Nordmeer und nach Skandinavien. Dadurch wird der Weg frei für sibirische
Kaltluft, die nach Europa geführt werden kann.
Des Weiteren besteht ein Blocking über Alaska, wodurch der troposphärische
Polarwirbel geteilt ist. Ein Teil erstreckt sich über Kanada bis Neufundland,
der andere liegt über Nordostasien. Zwar sorgt der kanadische Teil für
Zyklogenese über dem Westatlantik, aufgrund des Blockings nehmen diese aber eine
sehr südliche Zugbahn ein. Dadurch entsteht im weiteren Verlauf über Europa eine
High-Over-Low-Lage. Mit diesem Blocking in höheren Breiten setzt sich das
dominierende Zirkulationsmuster dieses Winters fort.

Konkret bedeutet dies, dass sich am Mittwoch Mitteleuropa vorderseitig eines
Tiefs mit Zentrum westlich von Irland in einer südöstlichen Strömung befindet.
Dabei läuft das Tief gegen den Block über Skandinavien und dem Nordmeer an. So
entsteht ein Frontenfriedhof über Westeuropa. In der Höhe wird recht milde Luft
mit 850-hPa-Temperaturen zwischen 0 und 5 °C nach Deutschland gelenkt. Vom
Vorstoß sibirischer Kaltluft, die sich Richtung Südskandinavien ausbreitet,
bleiben wir zunächst abgeschnitten. Die bodennahen Schichten sind davon
allerdings entkoppelt und merklich ausgekühlt. Der mäßige Gradient sorgt dafür,
dass sich der Hochnebel überwiegend nur in den Niederungen hält. Der Böhmische
Wind sollte im Laufe des Tages aber zusammenbrechen.

Am Donnerstag zieht das Tief unter Abschwächung nach Südostengland. Ob
Frontreste den Westen noch mit leichtem gefrierendem Regen erreichen, ist noch
unsicher. In der stärker werdenden Südost- bis Ostströmung sickern im Nordosten
erste Ausläufer der sibirischen Kaltluft ein. Dadurch bleiben die Temperaturen
auch tagsüber unter dem Gefrierpunkt. Im Rest des Landes hält die Vorderseite
des Tiefs dagegen, sodass es dort höhenmild bleibt.

Am Freitag ändert sich an der Zirkulation nicht viel. Der Block in höheren
Breiten verlagert sich Richtung Nordmeer und Grönland. Deutschland liegt
weiterhin vorderseitig eines sich regenerierenden Tiefdruckkomplexes über dem
Atlantik. Dieser hat einen Cut-Off mit Zentrum westlich von Irland gebildet.

Laut IFS zieht dieser Cut-Off am Wochenende ins Mittelmeer und setzt sich über
Norditalien fest. Deutschland verbleibt in einer östlichen Strömung unter
höhenmilder Luft im Süden, während die Ausläufer der sibirischen Kaltluft im
Norden etwas an Raum gewinnen. Leichter Schneefall wird nach diesem Lauf nur im
Süden erwartet.

Nach dem neuen IFS-Lauf soll sich das Mittelmeertief ostwärts verlagern, während
sich über Großbritannien vorderseitig des nächsten Atlantiktroges ein weiteres
Hoch aufbaut, das sich mit dem Nordmeerblock verbindet. Dadurch wäre der Weg für
die Einströmung sibirischer Kaltluft nach Deutschland geebnet. Dabei würde die
850-hPa-Temperatur in Ostdeutschland verbreitet unter -10 °C sinken. Dies würde
vielerorts Kahlfrost ohne Schnee oder nur geringen Schneefall im Süden bedeuten.

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Simulationen der Vorläufe waren im Wesentlichen ähnlich. Der für Donnerstag
im Westen prognostizierte gefrierende Regen, der durch Frontreste verursacht
werden soll, wurde in den neuen Läufen immer weiter zurückgerechnet.
In den Vorläufen hielt sich das Oberitalientief in der erweiterten Mittelfrist
länger und drängte die ganz kalte sibirische Luft nach Norden ab. Dabei würde
ein zyklonaler Einfluss für Mitteleuropa bestehen bleiben, der gelegentlich
leichte Schneefälle mit sich bringen könnte.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


ICON sieht die Entwicklung ähnlich.
GFS lässt den Tiefkern am Wochenende über Süddeutschland statt über Norditalien
ziehen, was leichte Schneefälle in Deutschland bedeuten würde. Die Entwicklung
in der erweiterten Mittelfrist wird dann wieder ähnlich wie im IFS berechnet,
allerdings mit einer Phasenverschiebung.
Auch in den AI-Modellen gibt es größere Unterschiede bezüglich der Zugbahn des
Cut-Off-Tiefs am Wochenende. Der nachfolgende Einbruch sibirischer Kaltluft wird
von IFS und Aurora ML nur in abgeschwächter Form berechnet.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die neuen IFS-ENS streuen bezüglich der 850-hPa-Temperatur vor allem im Norden
weniger stark als in den Vorläufen. Dennoch ist ab dem Wochenende ein
erheblicher Spread erkennbar, bei dem sich der Hauptlauf am Ende der Mittelfrist
im Norden am unteren Rand befindet. Ein allgemeiner Abwärtstrend bei den
850-hPa-Temperaturen ist deutlich erkennbar. Vor allem im Süden treten ab
Freitag zudem vermehrt leichte Niederschlagssignale auf.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass gefrierender Regen im Westen am Donnerstag
unwahrscheinlicher geworden ist. Wir steuern allerdings besonders im Norden auf
eine zumindest bodennah kalte Witterungsperiode zu. Ob es dabei ab dem
Wochenende gelegentlich leichte Schneefälle gibt, hängt stark von der Zugbahn
eines Cut-Off-Tiefs ab, dessen Prognosen noch sehr unsicher sind. Dadurch wird
auch entschieden, ob in der erweiterten Mittelfrist die sibirische Kaltluft
stärkere Kälte bringt oder nur die Ausläufer flach einsickern, wie es derzeit
noch der überwiegende Teil der Ensembles prognostiziert.

Laut Clusteranalysen soll das Blocking in höheren Breiten gegen Mitte
übernächster Woche in allen Clustern bestehen bleiben, sich aber wahrscheinlich
Richtung Nordkanada verlagern, während vor allem Westeuropa von tiefem
Geopotenzial betroffen ist. Wenn wir keine Vorderseite bekommen, scheint auch
diese Wetterlage bis Ende Januar für Mitteleuropa eher kalt zu verlaufen.
Wahrscheinlich mit nur wenig Niederschlag. Dieser Trend wird auch durch die
subsaisonale Vorhersage des IFS
unterstützt._________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Bei dieser Wetterlage tritt in den kommenden Nächten vor allem im Nordosten
strenger Frost auf. Zunächst gebietsweise, dann aber wahrscheinlich vermehrt.

Der potenzielle gefrierende Regen am Donnerstag ist laut neuesten Modelläufen
unwahrscheinlicher geworden. Ein gewisses, aber geringes Potenzial besteht
diesbezüglich je nach Tiefzugbahn auch am Wochenende im Süden.

Markante Schneefälle sind bei dieser Wetterlage sehr unwahrscheinlich.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS-ENS, MOSMIX, ICON
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christian Herold