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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 15.04.2026 um 10.30 UTC



Am Wochenende mit einer hereinschwenkenden Front einzelne Gewitter nicht
ausgeschlossen, eventuell mit Starkregen und steifen Böen. Am Sonntag im Süden
auch abseits der Frost starke Gewitter nicht ausgeschlossen, lokal mit
Unwetterpotential bezüglich Starkregen über 25 l/qm in einer Stunde.

In den Nächsten zum Dienstag und Mittwoch lokal leichter Frost.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 22.04.2026


Am Samstag liegt Deutschland im Bereich einer Hochdruckbrücke, die sich vom
Ostatlantik über Deutschland und die Ostsee hinweg bis nach Skandinavien
erstreckt. Im Laufe des Tages wie auch in der Nacht zum Sonntag wird dies Brücke
über dem westlichen Mitteleuropa aber abgebaut, was einem Langwellentrog über
Nordwesteuropa geschuldet ist. Er sorgt für Druckfall insbesondere über der
Nordsee und Mitteleuropa, so dass im Tagesverlauf die Brücke durch eine schmale
Tiefdruckrinne zerschnitten wird. Diese zieht sich am Abend von einem kräftigen
Tief über dem Nordmeer via Südnorwegen und Dänemark bis etwa zum Böhmischen
Becken. Der beschriebene Druckfall macht auch den Weg frei für das mit dem Tief
verbundene Frontensystem, das am Abend den Nordwesten erreicht und bis zum
Morgen bis in die Mitte vorankommt. Die mit der Front verbundenen Niederschläge
sind meist gering und liegen in der Regel unter 5 l/qm in 12 Stunden, punktuell
können aber auch 10 l/qm erreicht werden, bei durchaus noch größeren
Modellunterschieden bezüglich der räumlichen Verteilung und der Progression.
Über der Südhälfte Deutschlands simulieren die Modelle teilweise (insbesondere
auch ICON-EU) etwas CAPE, das sich im Tagesverlauf aufbauen soll. Bei PPWs von
um die 20 mm und moderater Labilität kann sich vielleicht mal ein Schauer,
eventuell auch mal ein Gewitter bilden mit geringem Starkregenpotential, was
auch an der Front nicht ausgeschlossen werden kann. Da im Vorfeld der Front im
Nordwesten schon Wolkenaufzug zu beobachten ist, zeigt sich dort die Sonne am
seltensten. Oft freundlich ist es dagegen in der Osthälfte und im Süden. Die mit
850er Temperaturen von etwa 3°C an der Nordsee und bis zu 10°C an den Alpen
recht warme Luftmasse lässt sich auf frühlingshafte Höchstwerte von milden bis
sehr milden 18 bis 24°C erwärmen, an den Küsten und auf den Bergen sind es teils
nur um 15°C. Nachts kühlt es ab auf 10 bis 4°C, wobei das ein oder andere
Nebelfeld nicht ausgeschlossen werden kann. Bezüglich des Windes ist zu sagen,
dass der Front (und der Rinne) recht rasch wieder Druckanstieg folgt und somit
durch eine schwache Druckanstiegswelle der Wind an der Front leicht auffrischt,
er bleibt aber unterhalb aller Warnschwellen.

Am Sonntag greift dann nach IFS auch die Achse des Langwellentroges auf
Deutschland über, bis zum Abend erreicht sie die Mitte. Über der Nordsee führt
der Trog Kaltluft von unter -30°C in 500 hPa mit sich, woraus sich ein
Kaltlufttropfen entwickelt, der in der Nacht auf den Norden übergreift und zum
Morgen weite Teile des Nordens überdecken soll. Dies sorgt für eine
Labilisierung, wobei kräftigeren Schauern und Gewittern in der genannten Region
zu nächtlicher Zeit der Tagesgang entgegensteht. Die Tiefdruckrinne und die
Front werden laut IFS bis ins östliche Mitteleuropa geschoben (über Skandinavien
wird die Rinne sogar wieder aufgefüllt), womit die nunmehr teils kräftigen
Regenfälle laut IFS auch bis in den Osten und Süden ausgreifen, bevor sie in der
Nacht dann abziehen und der Regen nachlässt. Postfrontal trocknet die Laufmasse
ab, was der Westhälfte an einem insgesamt von Wolken geprägten Tag etwas
Sonnenschein bescheren könnte, was aber auch gegen eine allzu große nächtliche
Schauer- und Gewitterneigung im Norden spricht. Dafür folgt dem Langwellentrog
über Westeuropa ein Rücken nach, der die der Rinne folgende Hochdruckzone nicht
nur stützt, sondern auch dafür sorgt, dass diese weiter nach Norden ausgreift.
Es bildet sich eine von Frankreich bis nach Island reichende, meridional
orientierte Hochdruckzone aus. Die auf ihrer Ostflanke entstehende
Kaltluftautobahn wird dann in der kommenden Woche subpolare Luftmassen zu uns
transportieren. Einstweilen liegt das größte Problem der Prognose aber in den
großen Modellunterschiede. So lassen ICON oder UK10 die Front in ihrem
nördlichen Bereich zwar, ebenso wie IFS, bis nach Polen ziehen, laut der
erstgenannten Modelle soll die Front aber über der Mitte ins Schleifen geraten.
In der Folge würde uns über dem Süden eine feuchte und labile Luftmasse erhalten
bleiben, was dann für im Tagesverlauf entstehende kräftige Schauer und Gewitter,
lokal auch mit Unwetterpotential, sprechen würde. Laut der genannten Modelle
würde die Konvektion in der Nacht auch nur zögerlich nachlassen - eine
Konsequenz aus den Hebungsimpulsen des Höhentroges, der z. B. mit einer
diffluenten Vorderseite aufwartet. IFS wie auch ICON oder COSMO-LEPS haben auch
sehr moderate Signale für mehr als 30 l/qm in 24 Stunden im Köcher, teils sind
diese aber eher auf Starkregen denn auf länger andauernde Niederschläge
zurückzuführen. Rückseitig der Front fließt mit +3 bis -3°C in 850 hPa schon mal
zumindest etwas kühlere Luft ein, die Maxima liegen am Tage nur noch bei 14 bis
20°C, in der Nacht zum Montag kühlt es ab auf 7 bis 3°C.


Von Montag bis Mittwoch lässt sich die Wetterlage so zusammenfassen, dass über
Südosteuropa tiefer Luftdruck vorherrscht, während über dem südlichen Nordmeer
(grob im Dreieck Schottland - Island - Südnorwegen) hoher Luftdruck dominiert.
Während am Montag im Bodendruckfeld noch die Reste der Tiefdruckrinne erkennbar
sind, die sich als Bodentrog von Polen zur Nordsee erstrecken und somit für die
subpolaren Luftmassen den direkten Weg nach Mitteleuropa noch versperren (und in
der Nordosthälfte, insbesondere aber an der Ostsee, für einzelne Böen Bft 7
sorgen), wird dieser Trog im Weiteren plattgemacht. Folglich sinken die 850er
Temperaturen schon bis zum Montagabend deutschlandweit unter null (Alpen -
Ostsee 0 bis -5°C), am Dienstagabend sind es dann -2 bis -5°C, ehe es am
Mittwoch (niedertroposphärisch, aber nicht bodennah) wieder etwas milder wird.
Für die Höchstwerte lässt das an den drei Tagen meist 12 bis 17°C erwarten, am
Oberrhein mögen es zu Anfang auch noch mal knapp 20°C werden. Zwischen den
genannten Druckgebilden weht der Wind mäßig, mitunter auch frisch, und exponiert
(Berge, Küste) könnte sich auch mal eine Bft 7 einschmuggeln. Wer vermutet, dass
sich in Richtung Nordwesten (weil näher am Hoch) die Sonne häufiger zeigt als im
Südosten liegt richtig, wenngleich dies nicht für den Montag gilt. Am Montag
trübt die Tiefdruckrinne respektive der Bodentrog noch das Wetter in weiten
Teilen des Nordens, so dass zum Wochenbeginn der Südwesten am sonnigsten werden
sollte, eventuell halten die Küsten bei auflandigem Wind bezüglich der
Sonnenscheindauer aber mit. Was die Sache allerdings weiterhin kompliziert
gestaltet ist der Kaltlufttropfen über Norddeutschland. Dieser soll am Montag
zum Böhmischen Becken ziehen, dann aber einen weiteren Kaltlufttropfen in seine
Zirkulation einbinden. Dieser zweite Kaltlufttropfen würde dann laut des
deterministischen Laufs von IFS am Dienstag und Mittwoch von Nord nach Süd über
Deutschland geführt und erst am Donnerstag nach Süden abziehen. Die
Höhenkaltluft bringt noch ein bisschen Überraschungspotential mit, insbesondere
bezüglich lokaler Schauer, bei denen einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen
sind. Und: Die Nächte werden kalt! Luftfrost ist zwar wohl nur sehr vereinzelt
zu erwarten, aber Frost in Bodennähe könnte in windgeschützten Lagen
verbreiteter auftreten.

In der erweiterten Mittelfrist soll ein weiterer Schwall Kaltluft zu uns kommen,
dabei bleibt es wechselhaft.


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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die am Wochenende von West nach Ost über Deutschland hinwegziehende
Tiefdruckrinne mit eingelagerten Niederschlägen wird im aktuellen Modellauf
deutlich kräftiger gerechnet als noch in den Vorläufen. Dies ist auch der
Tatsache geschuldet, dass im Gegensatz zu den Vorläufen inzwischen auch der
Höhentrog einen deutlich markanteren Charakter aufweist. In der ersten Hälfte
der kommenden Woche sorgen Tiefdruckgebiete in der Höhe für einen teils
wechselhaften Charakter des Wetters, die Modellkonsistenz könnte aber auch
diesbezüglich besser sein (was bei Kaltlufttropfen nicht überrascht). Immerhin:
Die großräumige Verteilung der Hochs (südliches Nordmeer) und Tiefs
(Südosteuropa) ist unstrittig.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Schon relativ früh läuft die internationale Phalanx auseinander. Während das
Übergreifen der Front in der Nacht zum Samstag noch bei allen auf der Agenda
steht, soll die Front laut GFS und IFS am Sonntag komplett über Deutschland
hinwegziehen. Dagegen denken ICON und UK10 ein Schleifen der Front über der
südlichen Mitte an, was am Sonntag über dem Süden kräftige Gewitter, auch mit
Unwetterpotential bedeuten könnte, was IFS und GFS trotz eines verregneten
Sonntags so eben nicht auf der Agenda haben.

Bezüglich des Kaltlufttropfens in der ersten Hälfte der kommenden Woche hat
jedes Modell seine ganz eigenen Vorstellungen - und das wird vermutlich auch
noch eine gewisse Zeit so bleiben. Zuerst müssen die Modelle nämlich mal ihre
Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Frontpassage klären, vorher ist auch
beim Kaltlufttropfen keine Annäherung zu erwarten. Immerhin: Die Konstellation
"hoher Luftdruck Nordwesteuropa" gegen "tiefer Luftdruck Südosteuropa" wird für
die erste Hälfte der kommenden Woche von allen vier genannten Modellen
nachdrücklich angedeutet.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das IFS-Ensemble bietet im Zeitfenster +72 bis +96 Stunden nur ein Cluster an,
der durchweg eine Blockierungslage anzeigt.

Im Zeitfenster +120 bis +168 Stunden werden fünf Cluster angeboten, vier
durchweg in der Kategorie "Blocking"; nur der mit 7 Mitgliedern zweitkleinste
wechselt zum Ende in die Kategorie "Atlantischer Rücken". Die avisierte
Blockierungslage trägt natürlich dem markanten Hoch über Nordwesteuropa und
Nordeuropa Rechnung, die "Störungen" durch den Kaltlufttropfen werden von den
Clustern dagegen nicht aufgelöst.

Im Weiteren (+192 bis +240 Stunden) erfolgt eine Trennung in zwei Cluster (30
und 21 Mitglieder), die beide in die Kategorie "Atlantischer Rücken" tendieren.
Dies unterstützt die Sichtweise des Hauptlaufs, der weiterhin auf eine kalte
Phase setzt mit einem kräftigen Tief über Nordwestrussland und einem Hoch über
Nordwesteuropa.

Die Rauchfahnen für Offenbach zeigen ab der Nacht zum Sonntag (mit übergreifen
der Kaltfront) einen massiven Rückgang der 850er Temperaturen (von etwa +6°C auf
etwa-3°C bis zum Montag, auch wird ein deutliches Absinken des Geopotentials
angedeutet. Bemerkenswert ist, dass diese Änderungen mit einer geringen Zunahme
der Streuung verbunden sind - man scheint sich innerhalb des Ensembles einig zu
sein. Erst im Verlauf der kommenden Woche nimmt die Streuung deutlicher zu, der
Hauptlauf liegt dabei am unteren Rand der Verteilung. Letztendlich steht uns
aber bei allen Ensemblemitgliedern eine recht kühle Phase ins Haus.

Im Kern bestätigen die GFS-Ensembles die Aussagen des IFS-Ensembles bezüglich
des Rückgangs der 850er Temperaturen. Allerdings hält das GFS einige wenige
Einzellösungen parat, die mit dem Frontdurchgang ab der Nacht zum Sonntag nur
einen sehr moderaten Temperaturrückgang simulieren. Alle die auf frühlingshafte
Temperaturen hoffen sollten sich diese Permutationen (z. B. P4, P5, P8) genauer
anschauen (das wärmt zumindest das Herz - die Wahrscheinlichkeit, dass die
Wetterentwicklung ihnen folgt, ist aber gering).
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Für Samstag und Sonntag deutet der EFI klimatologisch signifikant über dem
Mittel liegende Temperaturen an.

WIND:
Am Sonntag in Nordfristland geringe Wahrscheinlichkeit für steife Böen Bft 7.

Am Montag in der Nordosthälfte, insbesondere an der Ostsee, einzelne Böen Bft 7
nicht ausgeschlossen.

GEWITTER:
In der Nacht zum Sonntag in Verbindung mit einer von Nordwesten
hereinschwenkenden Kaltfront, am Sonntag an der Kaltfront - und eventuell auch
im Süden abseits der Kaltfront - starke Gewitter mit Starkregen und stürmischen
Böen nicht ausgeschlossen. Im Süden lokal auch Unwetter-Starkregen nicht
ausgeschlossen.

In der ersten Wochenhälfte lokal einzelne kurze Gewitter nicht ausgeschlossen.

FROST:
In den Nächten zum Dienstag und Mittwoch regional leichter Frost nicht
ausgeschlossen.

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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Martin Jonas