heute
morgen
übermorgen
kommende Tage
10 Tage
Thema des Tages  
Vorhersagediagramme  
Niederschlagsradar  



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 25.04.2026 um 10.30 UTC



Andauernder Hochdruckeinfluss mit ruhigem Wetter, am Dienstag durch einen
Randtrog vorübergehend erhöhte Schauerneigung, zum Wochenende leicht unbeständig

__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 02.05.2026


Zu Beginn der Mittelfrist am Dienstag befindet sich ein mit Kaltluft
angereichertes hochreiches Tief über Osteuropa und dreht sich dort ein. Ein Trog
reicht von dort über den Ostseeraum zu einem Höhentief über der Südwestlichen
Nordsee, das sich im Tagesverlauf zur Bretagne verlagert. Schwach ausgeprägte
Randtröge schwenken über Polen und der Osthälfte Deutschlands südwärts. Ein
Höhenhoch befindet sich westlich von Irland. Sein Rücken wölbt sich über dem
Europäischen Nordmeer auf. Eine zweite Achse reicht zur Bretagne. Am Boden
befindet sich der Schwerpunkt des Hochs über Schottland. An seiner Südflanke
werden mit einer nordöstlichen Anströmung feuchtere Luftmassen nach
Norddeutschland geführt und es kann gebietsweise den ein oder anderen Schauer
geben. Im Süden hält sich noch mildere Luft mit einer 850 hPa-Temperatur von 9
Grad, im Nordosten wirkt kältere Luft mit einer 850 hPa-Temperatur von -2 Grad.
Diese kältere Luft breitet sich im Tagesverlauf über die gesamte Osthälfte aus.


Am Mittwoch erreicht ein neuer Trog von der Ostsee kommend Polen und schwenkt
südwärts über die Tatra nach Ungarn. Das Höhentief über der Bretagne verlagert
sich nordwestwärts über die Biskaya ins Seegebiet südwestlich von Irland.
Gleichzeitig verlagert sich ein hochreichendes Hoch von Schottland in die
Nordsee und führt zu einer blockierenden Omega-Lage.
Entsprechend befinden wir uns zunehmend in einer nordöstlichen bis östlichen
Strömung, wobei sich die kalte Luft in der Osthälfte nach Sachsen zurückzieht.
Im Südwesten geht die 850 hPa-Temperatur auf 6 Grad zurück, während sie in der
Osthälfte bei -2 Grad liegt. An der Ostflanke des Hochs über Schottland wird
etwas feuchtere und mildere Luft in den Norden Deutschlands gelenkt. Die 850
hPa-Temperatur steigt im Nordwesten auf 5 Grad an. Nach dem IFS-Lauf ist es am
Mittwoch in der Osthälfte wechselnd bewölkt. An den Alpen ist der ein oder
andere Schauer nicht ausgeschlossen. Besonders in Hochlagen im Südwesten frischt
der Wind aus östlichen Richtungen vorübergehend auf.

Am Donnerstag verlagert sich das Hoch über die Nordsee ostwärts. Die nach
Frankreich gerichtete Rückenachse verbindet sich mit einer von Nordafrika
nordwärts reichenden. Der von Ungarn aus südwärts schwenkende Trog verhindert
mit einem Abtropfvorgang über Süditalien, dass sich der Rücken von Frankreich
aus ostwärts bewegen kann. Das Höhentief südwestlich von Irland verlagert sich
wenig nordwärts. Die blockierende Omega-Lage dauert damit an. Während in die
Westhälfte wieder mildere Luftmassen mit einer 850 hPa-Temperatur von 11 Grad
vordringen, erwärmt sich die Luft im Südosten auf etwa 3 Grad im 850 hPa-Niveau.
Es zeigen sich nur wenige Wolken am Himmel.
Am Freitag zieht ein neu ausgebildetes Höhentief von Süditalien nach
Griechenland. Das Hoch wandert ostwärts und sein Schwerpunkt wird in der Höhe
über Polen und am Boden über den Karpaten gerechnet. Die Achse reicht über
Deutschland und Frankreich ins westliche Mittelmeer. Ein hochreichendes Tief bei
Irland verlagert sich nordostwärts in den nördlichen Teil der Nordsee.
Deutschland gelangt nun endgültig auf die wärmere Seite. Von Südwesten strömt
mildere Luft ein, die 850 hPa-Temperatur liegt verbreitet bei 11 Grad. Im
Verlauf des Tages nähert sich im Nordwesten ein Trog an. Damit nimmt in der
Nordwesthälfte die Bewölkung zu, es bleibt aber noch trocken.

Am Samstag verlagert sich die Achse des Höhenrückens von der Mitte Deutschlands
südostwärts nach Österreich. Das Höhenhoch wandert zur Westukraine. Das
Höhentief über der nördlichen Nordsee wird von einem Höhentrog eingefangen, der
von Westen auf die Britischen Inseln zuläuft. Am Boden zieht ein Tief von der
nördlichen Nordsee nordostwärts. Ein Ausläufer schwenkt von der Deutschen Bucht
nach Deutschland. Hebungsprozesse und ansteigende Labilität führen zu Schauern.
Die Temperaturdifferenz von rund 23 Kelvin zwischen dem 850- und dem
500-hPa-Niveau sprechen nach derzeitigem Stand gegen Gewitter. Im Südosten wirkt
der Einfluss des Bodenhochs über den Karpaten und sorgt dort freundliches
Wetter. Dort bleibt die 850 hPa-Temperatur bei rund 11 Grad, während rückseitig
des Troges kältere Luftmassen in den Nordwesten einsickern. Dort geht die 850
hPa-Temperatur auf 4 Grad zurück.

In der erweiterten Mittelfrist von Sonntag bis Dienstag verlagert sich ein
umfangreiches mit Kaltluft angereichertes Höhentief von Island zur Nordsee. Die
mildere Luft wird nach Süden und Südosten abgedrängt und von Nordwesten kommen
kältere Luftmassen nach. Die 850 hPa-Temperatur geht im Norden auf -2 Grad
zurück. Von Frankreich aus erreicht ein Kurzwellentrog den Südwesten und Süden
und lässt das Schauerrisiko deutlich ansteigen. Sonst bleibt die
Niederschlagsneigung weitestgehend gering.
__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Der aktuelle IFS-Lauf simuliert den Dienstag sehr ähnlich zu den beiden
gestrigen Modellläufen. Erst zum Mittwoch zeigen sich kleine Unterschiede. Der
Kaltlufttropfen über der Biskaya liegt nach aktuellem IFS-Lauf etwas nördlicher
als in beiden Vorläufen. Die Lösung mit zwei Kaltlufttropfen die vom Höhentief
über Osteuropa abgetropft sind und im gestrigen 0-UTC-Lauf simuliert wurde,
fehlte schon beim 12-Uhr Lauf gestern und fehlt auch beim aktuellen IFS-Lauf.
Beide sehen einen Kaltlufttropfen über der Ukraine und Trog über Österreich nach
Bayern, der südwärts schwenkt. Diese Unterschiede setzen sich so auch am
Donnerstag fort. Keine signifikanten Unterscheide gibt es beim Höhenhoch über
der Nordsee. Der westliche Kaltlufttropfen bei Irland läuft schneller als in den
Vorläufen Richtung Schottland (bzw. war bei gestrigen 0-Uhr Lauf noch gar nicht
da). Größere Unsicherheiten stellt der von Nordwesten her hereinschwenkende Trog
dar, der schneller und etwas intensiver im aktuellen IFS-Lauf gerechnet wird.
__________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen


Am Dienstag ist die Grundstruktur in allen Modellen abgebildet, auch wenn bei
GFS das Höhentief im Bereich der Südwestlichen Nordsee lediglich als Trog
simuliert wird. Im Tagesverlauf bildet sich bei GFS ein Höhentief im Bereich der
Alpen, auch UK lässt sein Höhentief Richtung Westalpen ziehen. IFS und ICON
lassen das Höhentief als Kaltlufttropfen zur Bretagne oder in die Biskaya
verlagern. Das Höhenhoch über Schottland wird überall in ähnlicher Position
gerechnet. Am Mittwoch lassen alle Modelle dieses in die Nordsee wandern.
Unterschiede gibt es bezüglich des Kaltlufttropfens, der bei GFS und UK nicht
abgebildet ist und dort stattdessen ein Trog nach Südfrankreich oder darüber
hinaus simuliert wird. In beiden Varianten stellt sich die blockierende Lage
weniger stark dar. Am Freitag sieht die Grundstruktur wieder bei allen Modellen
besser dar. Das nach Osten wandernde Höhenhoch reicht mit seiner Achse nach
Nordwestafrika. Bei GFS ist diese Achse und das Höhenhoch deutlich westlicher
gerechnet. Dort fehlt auch ein Trog, der bei anderen Modellen von Island aus
südwärts in den nahen Ostatlantik reicht. Diese Unterschiede setzen sich auch am
Samstag fort.
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen beim Geopotential sind recht gut gerechnet mit nur geringer
Streuung. Von Dienstag bis Donnerstag steigt das Geopotential überall an, was
mit zunehmendem Einfluss des Höhenhochs gut korreliert. Ab Freitag sinkt das
Geopotential und ab Samstag nehmen die Unsicherheiten deutlich zu. Die Streuung
der Temperaturkurve ist stärker ausgeprägt. Bis Freitag steigt sie an, danach
geht sie zurück. Der Kontrolllauf sinkt zu Wochenbeginn im Nordwesten in das
untere Drittel, was bedeutet, dass der Kaltluftvorstoß eventuell doch nicht so
stark ausfallen würde. Die Ensembles bei den Niederschlägen zeigen kaum oder
keine Niederschlagssignale bis Freitag. Ab Samstag gibt es Niederschlagssignale,
der Kontrolllauf ist auch hier im unteren Drittel der Streuung abgebildet. Wie
schon beim Geopotential nehmen die Unsicherheiten zu.

Die Clusteranalysen zeigen von Donnerstag bis Samstag (t+120 h bis t+168 h)
lediglich drei Cluster. Tendenziell wirkt über Osteuropa tiefer Luftdruck und
ein Höhenhoch sitzt im Bereich der Britischen Inseln - klimatologisch ein
Blocking-Szenario. Zum Samstag setzt sich in Cluster 1 mit 23 Mitgliedern tiefes
Geopotential vom Europäischen Nordsee ins nördliche Osteuropa durch, während
sich südlich von Grönland ein umfangreiches Höhenhoch positioniert -
klimatologisch ein atlantischer Rücken. Cluster 2 mit deterministischem und
Kontrolllauf besteht aus 16 Mitgliedern und Cluster 3 mit 12 Mitgliedern rechnen
am Samstag weiter ein Blocking-Szenario mit leicht unterschiedlicher Intensität.
Im Zeitschritt Sonntag bis Dienstag (t+192 h bis t+240 h) wird lediglich ein
Cluster angeboten.
Am Sonntag herrscht tiefes Geopotential über Nord- und Westeuropa -
klimatologisch ein positives NAO-Szenario. Am Montag reicht das tiefe
Geopotential von Nordosteuropa nach Mitteleuropa. Demgegenüber steht hohes
Geopotential über dem Atlantik - klimatologisch ein atlantischer Rücken. Am
Dienstag wird tiefes Geopotential vom Atlantik bis zum Nordmeer angeboten -
klimatologisch ein positives NAO-Szenario.

FAZIT:
Unterm Strich deutet sich eine recht stabile blockierte Lage an: Ein
Höhenrücken über Nordwesteuropa hält die atlantischen Tiefs meist auf Abstand,
während über Osteuropa eher tiefdruckgeprägte Strukturen vorherrschen. Für
Deutschland heißt das: oft ruhiges, eher trockenes Wetter, aber mit einer
spürbaren Zweiteilung - in der Osthälfte kühler, nach Westen zu milder.
Zwischendurch können ein paar Randtröge durchrutschen und etwas mehr Wolken oder
einzelne Schauer bringen:
Dies ist besonders auf den Dienstag bzw. am Mittwoch auf die Südosthälfte
konzentriert. Zum Wochenende gerät Deutschland auf die Rückseite der nach Osten
schwenkenden Rückenachse und damit in den Zustrombereich milderer Luftmassen.
Ein Trog von der Nordsee kommend wird wetterwirksam mit leicht unbeständigem
Schauerwetter. In der nächsten Woche deutet sich von Norden her ein neuer
Kaltluftvorstoß an - hier sind die Unsicherheiten jedoch noch groß.
_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


In der Mittelfrist zeigen sich aktuell mit einer Ausnahme keine markanten
Wettergefahren. Und selbst diese bezieht sich nur auf vorübergehend
auffrischenden Wind am Mittwoch in höheren Lagen des Schwarzwalds, wo Sturmböen
auftreten können. Allerdings könnte der leichte Frost in Bodennähe zu Beginn der
Mittelfrist insbesondere für die bereits fortgeschrittene Vegetation ein nicht
zu vernachlässigendes Thema sein.
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOS-MIX, GFS, UK-10
________________________________________________________


VBZ Offenbach / Dipl.-Met. Markus Eifried