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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 30.05.2026 um 10.30 UTC



Zeit und gebietsweise teils starke Gewitter mit Fokus auf kurzzeitigem
Starkregen, vereinzelt auch größerem Hagel oder Sturmböen. Lokal unwetterartige
Entwicklungen nicht ausgeschlossen.

In der Nacht zum Dienstag im Süden mehrstündiger (auch ungewittriger) Starkregen
nicht ausgeschlossen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 06.06.2026


Am Dienstag nähert sich von Westen ein Langwellentrog mit abgeschlossenem
Höhentief über Irland, dessen Achse bis zum Abend Zentralfrankreich überquert
hat und ausgangs der Nacht zum Mittwoch an der Westgrenze Deutschlands anklopft.
Dem Höhentrog vorlaufend greift das Frontensystem eines Tiefs über Schottland
erst auf die Westhälfte und den Süden, im Laufe der Nacht dann zunehmend auch
auf die Mitte über. Die damit einfließende sehr feuchte Luftmasse (PPWs bis über
30 mm) weist nur eine moderate thermischen Labilität auf, wird aber sehr wohl
dynamisch gehoben (z. B. diffluente Trogvorderseite, Vorticityadvektion). Die
Scherung ist schwach ausgeprägt, was die Organisation der resultierenden Schauer
und Gewitter limitiert, CAPE wird nur Moderat aufgebaut (bis 600 J/kg).
Gleichwohl sollte es auch zu kräftigen Einzel- und Multizellen kommen, die zwar
(auch wenn der Gradient nicht allzu üppig aufgestellt ist) ziehen, dennoch muss
in genannten kräftigen Entwicklungen mit markantem Starkregen gerechnet werden,
lokal kann es auch mal über die Unwetterschwelle (25 l/qm in kurzer Zeit) gehen.
Dazu mag vereinzelt auch kleiner Hagel oder eine stürmische Böe (eventuell auch
eine Sturmböe) serviert werden - insgesamt sommerliche Hausmannskost. Da
vorderseitig des Troges die Strömung aufsteilt, steigen die 850er Temperaturen
bis zum Abend auf gut 10°C im Norden und teils über 15°C im Süden. Für die
Höchstwerte bedeutet das im noch lange sonnigen Osten, teils aber auch im Süden
Maxima von knapp über 25°C, im schon zu Tagesbeginn wolkigen äußersten Westen
dagegen nur Werte um 20°C.

In der Nacht zum Mittwoch zieht die Front weiter nach Osten bis auf eine Linie
Schleswig-Holstein - Erzgebirge. Damit kommen auch die Niederschläge - teils
verclusternd und weniger gewittrig - etwas nach Osten voran. Während im Süden
dabei gebietsweise trotz des Tagesgangs auch höhere Regensummen um 20l/qm in 12
Stunden denkbar sind, bleibt hingegen ein Streifen von der Ostsee bis nach
Sachsen bis zum Morgen wohl niederschlagsfrei (nach IFS deterministisch).
Letzteres gilt auch für größere Teile des Westens, wo rückseitig der Front mit
ihren Niederschlägen stattdessen kühlere Luft einfließt mit 850er Werten zum
Morgen von nur noch um oder knapp über 5°C. Damit bewegen sich die
Frühtemperaturen in einer Spanne von 14 bis 10°C, in höheren Lagen geht es sogar
noch etwas tiefer runter.

Am Mittwoch tropft der Langwellentrog unter Amplifizierung nach Südosten ab, in
der Nacht zum Donnerstag bildet sich über der mittleren Adria entsprechend ein
abgeschlossenes Höhentief. Die Front wird bis zum Abend den äußersten Osten
Deutschlands und in der Folge dann den Westen Polens erreichen, was auch für die
mit ihr verbundenen Regenfälle gilt. Ob es dabei im Nachmittagsverlauf nochmal
für markante Gewitter im Nordosten reicht hängt auch von der genauen
Höhenkonfiguration und der Verlagerungsgeschwindigkeit ab. Wenn ja, dann sollten
diese Gewitter in etwa den Charakter der "Dienstagsgewitter" im Westen aufweisen
(PPWs bis knapp über 30 mm, wenig Scherung, thermisch nicht sonderlich labil,
CAPE unter 500 J/kg). In den übrigen Gebieten sorgt anfangs noch das abtropfende
Höhentief für etwas Hebung und auch für gebietsweisen Regen, mitunter mag es
auch noch kurze Gewitter geben, die aber nicht sehr kräftig ausfallen und im
Tagesverlauf entgegen des Tagesgangs nachlassen. Den Grund dafür liefert ein
schwacher Höhenkeil, der sich von Südwesten zwischen das abtropfende Höhentief
und das nördliche Trogresiduum über Nordwesteuropa schiebt. Wenn sich im Westen
die ohnehin moderaten Schauer und Gewitter beruhig haben und über dem Nordosten
die Front herausgezogen ist, sagt der deterministische Lauf von IFS eine
weitgehend trockene Nacht voraus. Zum Abend liegen die Temperaturen in 850 hPa
zumindest nordöstlich der Elbe noch zwischen 10 und 12°C, zum
Donnerstagmorgensind es dann allgemein nur noch 7 bis 10°C. Dabei ist es
wechselhaft, teils aber auch mal dichter bewölkt, am Tage steigen die
Temperaturen auf 17 bis 24°C, nachts sinken sie auf 14 bis 7°C.

Am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag greift erneut ein Troganteil des
nordwesteuropäischen Langwellentroges auf uns über, der flache Rücken wurde
schon in der Nacht zum Donnerstag schwächer und dabei auch in Richtung Alpen
abgedrängt. Eine zu dem Tiefkomplex zwischen Schottland und Island gehörende
schwache Front greift schon ausgangs der Nacht auf den äußersten Nordwesten
über, so dass schon dann vom Niederrhein bis zur Emsmündung ein paar Tropfen
fallen können. Im Tagesverlauf überquert die Front den Norden, im Süden kommt
sie aber ins Schleifen, so dass insbesondere in Bayern und Sachsen - wenn
überhaupt - nur wenig Niederschlag zu erwarten ist. Diese Sichtweise von IFS
(deterministisch) wird aber nicht von allen Modellen geteilt, vielmehr zeigt
sich hier eine größere Spanne an Lösungen. Die Frontpassage im Norden ist von
schauerartiger Verstärkung und eventuell kurzen Gewittern begleitet, da der
Gradient anzieht ist die Gefahr von Starkregen aber nicht allzu groß - vielmehr
sollte der Fokus auf eventuelle Sturmböen gelegt werden - und auch Abseits von
Schauern und Gewittern kann es in den Hochlagen einzelne steife Böen Bft 7
geben. Die größten Chancen auf Sonne gibt es im Süden und im Osten, wo die Front
am längsten braucht um anzukommen. Auch sonst gibt es sonnige Abschnitte, aber
nicht so lang und zahlreich. Dabei liegen die Maxima bei 19 bis 25°C, nachts
kühlt es ab auf 13 bis 8°C.

Am Freitag bleibt es unter Trogeinfluss wechselhaft und regnerisch, in
Verbindung mit einem sehr markanten Kurzwellentrog kann es im Nordwesten
kräftige Schauer- und Gewitterentwicklungen bis in den Unwetterbereich
(Starkregen, größerer Hagel, orkanartige Böen) geben - die Entwicklung ist aber
noch sehr unsicher.

Ab dem Samstag sorgt ein Höhenrücken im Zusammenspiel mit einem sich
ausbildenden Bodenhoch für eine Wetterberuhigung und ein Abklingen der letzten
Niederschläge.

Am Sonntag sollte uns das Hoch in Form einer Hochrandlage noch erhalten bleiben,
am Montag deutet der deterministische Lauf des IFS schon wieder wechselhafteres
Wetter an.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Der aktuelle 00-UTC-Lauf des IFS zeigt bis in die zweite Hälfte der kommenden
Woche eine gute Übereinstimmung mit dem gestrigen 12-UTC-Lauf. Dem gegenüber
weist der gestrige 00-UTC-Lauf schon zu Beginn des mittelfristigen
Vorhersagezeitraumes am Dienstag der kommenden Woche deutliche und durchaus auch
wetter- und warnrelevante Unterschiede zu den beiden erstgenannten Läufen auf.

So wird zum Beispiel die Verlagerungsgeschwindigkeit des sich am Dienstag
nähernden und am Mittwoch auf uns übergreifenden Troges von Lauf zu Lauf
zurückgerechnet. Das nunmehr prognostizierte Abtropfen des Langwellentroges am
Mittwoch hat IFS erst seit dem gestrigen 12-UTC-Lauf auf dem Schirm. Damit
verlagern sich nach jetzigem Stand am Mittwoch auch die Niederschläge deutlich
langsamer nach Osten als dies z. B. noch im gestrigen 00-UTC-Lauf, aber auch im
gestrigen 12-UTC-Lauf angenommen wurde.

Die Dynamik der Wetterlage könnte im Mittelfristzeitraum mit neuen Läufen noch
für die eine oder andere Überraschung sorgen.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Im internationalen Vergleich sind die Unterschiede nicht so groß. Alle hier
betrachteten Modelle (IFS, GFS, ICON, UK10) zeigen am Mittwoch das Abtropfen des
Langwellentroges nach Südosten, ausgangs der Nacht zum Donnerstag liegt das
abgetropfte Höhentief bei ISON und UK10 aber über Süditalien und nicht wie bei
IFS und GFS über der zentralen Adria. Auch fällt auf, dass bei IFS die
Verlagerung des Troges und damit auch die Verlagerung der Feuchtefelder (und
entsprechend auch des Niederschlages) etwas zögerlicher von statten geht als bei
den anderen Modellen. Auswirkungen hat dies auch auf die Temperaturen, denn IFS
schiebt somit auch die 10°C-Isotherme in 850 hPa langsamer ins östliche
Mitteleuropa als GFS, insbesondere aber langsamer als die vergleichsweise
"schnellen" UK10 und ICON.

Deutlicher werden die Unterschiede dann zum Ende der Woche. Während GFS am
Freitag von Westen einen flachen Rücken einsteuert, simulieren IFS oder auch
ICON eine Langwellentrog, der dann auf das europäische Festland übergreift.
Somit spannen die Modelle in der zweiten Wochenhälfte noch einen weiten Raum der
Möglichkeiten auf, den einzugrenzen zukünftigen Modellläufen obliegt.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Im Zeitraum +72 bis +96 Stunden werden von den Ensembles des IFS drei Cluster
angeboten, die alle durchweg in der Kategorie "Positive NAO" liegen und damit
für tendenziell wechselhaftes Wetter sprechen. Die Cluster sind etwa gleich groß
(18, 17 und 16 Mitglieder), die Strömungsmuster unterscheiden sich mit Fokus auf
Mitteleuropa kaum, das gilt insbesondere für die Geopotentialfelder.

Das Zeitfenster +120 bis +168 Stunden wird in 4 Cluster unterteilt, drei davon
(21, 10, 10 member) bleiben weiter durchgängig in der Positiven NAO, einer
weiterer "10-member-Cluster" wechselt in die "Positive NAO". Dieser "letzte"
Cluster deutet eine deutliche Abschwächung der Tiefdrucktätigkeit über dem
Nordostatlantik an und bildet damit in der Tat einen Gegenpol zu den anderen
Clustern. Es spricht auch aus Clustersicht somit viel für ein Andauern der
wechselhaften Witterung.

In der erweiterten Mittelfrist (+192 bis +240 Stunden) deutet der größte Cluster
(19 Mitglieder) eine Blockierungslage an - mit der Hoffnung auf eine
längerfristige Stabilisierung des Wetters. Die beiden anderen Cluster (17 und 15
Mitglieder) bleiben aber in der Negativen NAO. Das entspricht auch der Sicht des
deterministischen Laufs, für den der Hochdruckeinfluss am kommenden Wochenende
nur ein kurzes Intermezzo darstellte und der rasch wieder auf wechselhaftes
Wetter umgestellt hat.

Die Rauchfahnen des IFS-Ensembles zeigen einen Rückgang der 850er Temperaturen
bis in den Montag hinein von anfangs 12 bis 15°C auf nur noch 6 bis 9°C, dann
wieder einen Anstieg bis zum Dienstagabend auf etwa 10°C (bei dann schon etwas
größer werdender Streuung), darauf folgend in der zweiten Wochenhälfte wieder
einen moderaten Rückgang bei dann aber deutlichem Auffächern der
Ensemblelösungen. Die Geopotentialentwicklung ist in den Ensembles von einem
Rückgang geprägt, der nur von kurzzeitigen schwachen Anstiegen unterbrochen
wird. Auch hier zeigt sich in der zweiten Wochenhälfte ein sehr beeindruckender
Anstieg der Streuung. Bezüglich der Niederschläge zeigt sich in den Nächten zum
Dienstag und zum Donnerstag ein relatives Minimum, ansonsten wird viel
Niederschlag gerechnet, zum kommenden Wochenende deutet sich diesbezüglich aber
eine Abschwächung an.

Die Rauchfahnen des GFS-Ensembles stützen die Aussagen des IFS-Ensembles,
einerseits in der recht gut abschätzbaren Entwicklung bis in die ersten
Wochenhälfte hinein, aber auch in der Hinsicht, dass in der zweiten Wochenhälfte
eine sehr massive Zunahme der Unsicherheit zu verzeichnen ist.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Der EFI zeigt für den Beginn des Mittelfristzeitraumes für den Norden ein
moderates Signal für im Vergleich mit dem Klimamittel erhöhte Temperaturen.

COSMO-LEPS zeigt vor allem in der Nacht zum Mittwoch im Süden Signale bis 30%
für Starkregen von mehr als 20 l/qm in 6 Stunden. Von ICON-EU und EZMW werden
diese hohen Wahrscheinlichkeiten in den entsprechenden Ensembles nicht
bestätigt.



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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Martin Jonas