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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 14.02.2026 um 10.30 UTC



Wechselhaft mit häufigen Niederschlägen. Im Norden und Nordosten sowie im
höheren Bergland meist als Schnee, sonst Regen. An den Alpen ab der Nacht zum
Freitag ergiebige Schneefälle möglich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 21.02.2026


Am Dienstag liegt Deutschland am Rande eines Troges, der vom Nordmeer über
Südschweden hinweg bis zur Ägäis reicht. In diesen Trog ist ein Tief
eingelagert, das vom Norden Deutschlands nach Nordwestpolen gesteuert wird und
sich dort allmählich auffüllt. Rückseitig gelangt kältere Luft nach Deutschland,
wobei die -5 Grad-Isotherme im 850 hPa-Niveau bis zu den Alpen vorstößt. Bis in
mittlere Lagen, im Norden und Nordosten auch im Tiefland, fällt Schnee. Meist
sind es nur wenige, in Staulagen durchaus um 10 cm Schnee innerhalb von 12
Stunden. Der Wind ist anfangs in einigen Höhenlagen mit stürmischen Böen noch
warnrelevant, flaut aber tagsüber zusehends ab. Im Norden und Nordosten hält
sich wahrscheinlich leichter Dauerfrost, aber auch sonst werden meist nur
niedrige einstellige Temperaturmaxima erreicht. Die leicht mäandrierende
Frontalzone erstreckt sich von Neufundland über den mittleren Nordatlantik
hinweg bis ins östliche Mittelmeer. Daher ist der danach folgende
Zwischenhocheinfluss auf die Nacht zum Mittwoch beschränkt. Bereits in den
Frühstunden kommt mit der Warmfront eines nach Wales ziehenden Tiefs erneut
Niederschlag auf, der zunächst als Schnee fällt und bis zum Abend auf die Mitte
und in der Nacht zum Donnerstag etwa bis zur Elbe übergreift. In Staulagen sind
5 bis 10 cm Schnee möglich, im Westen und Südwesten erfolgt rascher Übergang in
Regen, wobei vorübergehend die gefrierende Phase mit entsprechender Glätte
vorstellbar ist. Im Norden und Osten bleibt es wahrscheinlich noch trocken.
Dabei kommt in der Nacht zum Donnerstag wahrscheinlich böhmischer Wind mit
stürmischen Böen in den hierfür anfälligen lagen des Osterzgebirges und der
Lausitz in Gang.
Ab Donnerstag beginnt die Frontalzone wieder stärker zu mäandrieren. Der
nachfolgende und auf Westeuropa übergreifende Trog weitet sich daher zum
westlichen Mittelmeer aus und induziert südlich der Alpen eine kräftige
Zyklogenese. Die Folge sind länger andauernde und intensive Schneefälle südlich
des Alpenhauptkammes, die in abgeschwächter Form auch auf den Alpennordrand
übergreifen können. Das mit dem Trog korrespondierende Tief verlagert sich von
Nordfrankreich in den Westen Deutschlands, so dass sich mit dem Tief über
Oberitalien eine Tiefdruckrinne ergibt. An deren Nordflanke verstärkt sich im
Norden und Nordosten Deutschlands wieder der Zustrom kontinentaler Polarluft,
wobei an einigen Küstenabschnitten dann stürmische Böen aus Ost bis Nordost
vorstellbar sind. Im Westen und Süden hält sich noch milde Luft, zeitweise fällt
Regen, wobei die Schneefallgrenze bei etwa 1200 m liegt.
In der Nacht zum Freitag verlagert sich der Trog nach Osten, wodurch sich das
aus der vorherigen Zyklogenese resultierende Tief von Oberitalien in Richtung
Ungarischer Tiefebene in Bewegung setzt. An dessen Rückseite dringt Kaltluft
wieder weiter nach Süden vor, was die Schneefallgrenze auf 800 bis 400 m
absinken lässt. An den Alpen und in deren Vorland kommen länger andauernde
Schneefälle auf, in Staulagen können 20 bis über 30 cm Neuschnee innerhalb von
12 Stunden zusammenkommen, wodurch Unwettergefahr besteht.
Am Freitag verlagert sich das Zirkulationsmuster etwas nach Osten, über
Mitteleuropa setzt sich Hochdruckeinfluss durch. Im Süden dauern dabei die
Niederschläge noch an, wobei oberhalb etwa 600 m meist Schnee fällt. An den
Alpen sowie in deren südlichem Vorland sind weitere kräftige Schneefälle zu
erwarten, wobei weitere 10 bis nach Osten hin über 25 cm Neuschnee hinzukommen.
In der Nacht zum Samstag kommt die Luftmasse unter einem Zwischenhoch zur Ruhe.
Die Niederschläge lassen nach, bei Aufklaren stellt sich mäßiger, über Schnee
strenger Frost ein.
Am Samstag wird mit der Frontalzone ein Tief über Schottland hinweg nach
Norddeutschland gesteuert. Mit der Warmfront dieses Tiefs kommen erneut
Niederschläge auf, die tagsüber bis auf die Mitte und in der Nacht zum Sonntag
unter Verstärkung dann auch auf den Nordosten Deutschlands übergreifen. Zunächst
fällt durchweg Schnee, der im Westen und Südwesten alsbald in Regen übergeht. Im
Übergangsbereich ist auch gefrierender Regen nicht ganz auszuschließen. Bis
Sonntagfrüh steigt die Schneefallgrenze auf 1000 bis 1300 m, nur ganz im
Nordosten fällt noch durchweg Schnee. Darüber hinaus frischt in der Nacht zum
Sonntag im Bergland der Wind mit Böen bis Sturmstärke auf.
Im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum stößt auf der Rückseite des
dann über Polen hinweg ostwärts ziehenden Tiefs die Kaltluft wieder nach Süden
vor. Abgesehen vom äußersten Südwesten fällt bis ganz herunter Schnee,
staubedingt können am Erzgebirgsnordrand und an den Alpen die Schneefälle noch
längere Zeit andauern. Am Montag setzt sich Zwischenhocheinfluss durch und auch
an den Alpen hört es auf zu schneien. Dies lässt die Luftmasse zur Ruhe kommen.
Bei nächtlichem Aufklaren ist meist mäßiger, über Schnee strenger Frost zu
erwarten.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Bereits ab Donnerstag kann von einer Konsistenz der Vorhersagen keine Rede mehr
sein. Der Trog, der nach dem aktuellsten Modelllauf und dem gestrigen 12
UTC-Lauf ins westliche Mittelmeer vorstößt, lag nach der 00 UTC-Simulation des
Vortages noch über dem nahen Ostatlantik. Bei der 144-std. Vorhersage erreicht
der Phasenunterschied bereits mehr als 2000 km, was weit jenseits der
Vorhersagegenauigkeit ist. Die kräftigen Schneefälle an den Alpen ab der Nacht
zum Freitag waren daher beim gestrigen 00 UTC-Lauf kein Thema. Auch danach lässt
sich das oben beschriebene Szenario ansatzweise nur beim gestrigen 12 UTC-Lauf
finden, nicht aber bei der Modellrechnung von 00 UTC.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bis einschließlich Donnerstag zeigen hinsichtlich der synoptischen Basisfelder
die verfügbaren Modelle keine signifikanten Unterschiede. Am Freitag wird nach
UK10 und GFS das aus der Zyklogenese südlich der Alpen resultierende Tief weiter
im Osten nach Norden gesteuert als dass dies nach ICON und EZMW der Fall ist.
Beim Modell des kanadischen Wetterdienstes erfolgt eine vergleichbare
Entwicklung erst 36 bis 48 Stunden später.
Der danach einsetzende Zwischenhocheinfluss lässt sich, abgesehen von GFS, bei
allen Modellen finden. Beim kanadischen Modell setzen bereits ab Dienstag mit
einer Warmfront von Nordwesten her wieder Niederschläge ein, nach GFS und nach
EZMW wäre dies wahrscheinlich noch nicht der Fall.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das EPS des GFS tendiert ab dem Wochenende zu einer Nordwestlage, was weitgehend
der oben beschriebenen Entwicklung entspricht. Der Spread wird bereits ab dem 4.
Folgetag rasch größer, wobei hinsichtlich der Temperaturen im 850 hPa-Niveau ab
dem Wochenende der Bereich von +5 bis -10 Grad gleichmäßig abgedeckt wird. Über
den gesamten Vorhersagezeitraum sind Niederschlagssignale zu finden. Eine länger
andauernde antizyklonale Lage ist nicht in Sicht.
Das EPS des EZMW folgt dem deterministischen Lauf, wobei der hohe Spread als
Hinweis auf eine geringe Sicherheit der Prognosen zu sehen ist. Das Clustering
zeigt bis H+240 vier Szenarien, die unterschiedlicher kaum sein können.
Zumindest lässt sich herausarbeiten, das bei annähernd der Hälfte der Fälle die
Abkühlung ab dem Wochenende etwas verzögert, aber dafür umso ausgeprägter
erfolgen dürfte, was der Version des kanadischen Modells nahe kommt. Immerhin
liegt der deterministische Lauf im erweiterten mittelfristigen
Vorhersagezeitraum auch auf der kalten Seite der Verteilung der Einzellösungen.
Die sich dann abzeichnende Abkühlung wie auch das Schneefallereignis ab der
Nacht zum Freitag an den Alpen wird vom EPS kaum abgebildet.
Das Clustering gemäß Großwetterlagen zeigt eine Dominanz von Trog- und südlichen
Westlagen, die als Indiz für eine weitere Blockierung der Strömung nach Osten
hin zu sehen sind. Nur wenige Member bilden ein antizyklonales Strömungsmuster
ab. Deren Anzahl wird erst im erweiterten mittelfristigen Vorhersagezeitraum
größer.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Am Dienstag sind in den Kamm- und Gipfellagen der süddeutschen und östlichen
Mittelgebirge anfangs noch Sturmböen Bft 8/9 zu erwarten, wobei der Wind alsbald
abflaut. Darüber hinaus kommen im Schwarzwald und an den Alpen in Staulagen um
10 cm Schnee innerhalb von 12 Stunden zusammen.
Am Mittwoch fallen an den Alpen erneut um 10 cm Schnee innerhalb von 12 Stunden.
Mit dem Übergang der Niederschläge in Regen ist zudem in einem breiten Streifen
vom südlichen Emsland bis Franken örtlich gefrierender Regen und daher Glätte
nicht ganz auszuschließen. In der Nacht zum Donnerstag setzt in Ostsachsen
Böhmischer Wind mit stürmischen Böen in den hierfür anfälligen Lagen ein.
Am Donnerstag frischt an der Ostsee der Ostwind mit stürmischen Böen auf. In den
nördlichen Mittelgebirgen und an den Alpen setzt Schneefall ein, im Oberharz
sind mit geringer, an den Alpen mit hoher Wahrscheinlichkeit 10 bis über 15 cm
Neuschnee innerhalb von 12 Stunden zu erwarten. An den Alpen verstärken sich in
der Nacht zum Freitag die Schneefälle, wodurch weitere 20 bis über 30 cm
Neuschnee innerhalb von 12 Stunden nicht auszuschließen (Unwetter). Hierin
bestehen aber noch Unsicherheiten.
Am Freitag kommen an den Alpen und bis ins östliche Vorland hinein noch weitere
10 bis über 20 cm Neuschnee hinzu, wobei in der Nacht zum Samstag die
Schneefälle allmählich nachlassen. Bei nächtlichem Aufklaren über Schnee gibt es
dann strengen Frost unter -10 Grad.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EPS, anfangs MOS, wobei die Temperaturen im erweiterten mittelfristigen
Vorhersagezeitraum etwas hin zu tieferen Werten anzupassen sind. Der ab Sonntag
erneut erfolgende Temperaturrückgang wird beim EPS nur unzureichend abgebildet.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Thomas Schumann