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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 03.06.2026 um 10.30 UTC



Wenig Änderung: Weiterhin leicht wechselhaft und mäßig warm.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 10.06.2026


Bereits der kommende Samstag, der den Beginn der heutigen Mittelfristbetrachtung
markiert, gestaltet sich relativ komplex. So liegen wir im Randbereich eines
umfangreichen Zentraltiefs mit Zentrum südwestlich von Island in einer
west-südwestlichen Höhenströmung. In dieser ist ein markanter, wenngleich
vergleichsweise breit angelegter Kurzwellentrog eingelagert, der um 12 UTC mit
seiner Achse dicht westlich des Vorhersagegebietes liegt. Im Vorfeld konnte sich
ein flacher Rücken aufwölben. Am Boden sind kaum nennenswerte Gegensätze zu
finden, lediglich über den Britischen Inseln und Frankreich ist korrespondierend
zum Höhentrog in den Bodentrog eine weitgehend okkludierte Front eingelagert.
Die präfrontal über Deutschland lagernde Luftmasse wirkt zum Großteil schon
"verbraucht" und gealtert. Sie ist gerade noch so leidlich labil geschichtet, so
dass gerade durch einen möglichen beteiligten, vorlaufenden Sekundärtrog
gebietsweise Schauer möglich sind. Ansonsten scheint neben kompakteren
Wolkenfeldern auch zeitweise die Sonne, am längsten an der Ostsee und in
Niederbayern. Die Temperaturen liegen bei jahreszeitentypischen 20 bis 25°C, an
der See und im Bergland knapp darunter.

Am Sonntag schwenkt der Trog unter Abschwächung über uns hinweg ostwärts.
Rückseitig steigen Bodendruck und Geopotential von Südwesten leicht an. So
dürfte es ein klares Nord-Süd-Gefälle geben mit einer eher wechselhaften
Nordhälfte mit noch zahlreichen Schauern oder schauerartigen Regenfällen und
einem oft heiteren und trockenen Süden. Nur inneralpin lagert noch eine
potentiell instabile feucht-warme Luftmasse, in der es lokal zu einzelnen
Schauern oder Gewittern kommen kann. Bei den Höchstwerten tut sich kaum etwas,
Sommertage mit über 25°C sind allenfalls örtlich im Süden und Südosten
vorstellbar.

Zur neuen Woche bleibt die Frontalzone über dem Atlantik recht baroklin und
aktiv. So schiebt sich ein Warmluftberg im Zuge einer neuen Welle Richtung Grand
Banks, womit im gleichen Atemzug die Kaltluftschaukel stromab Richtung
Englischer Kanal, eventuell sogar bis zur Biskaya, ausbricht. Das bedeutet im
Umkehrschluss, dass sich bei uns die nächste Trogvorderseite ankündigt und die
Strömung rück auf Südwest, bodennah auf Süd bis Südost dreht. Eine wenig
wetterwirksame Kaltfront erreicht im Tagesverlauf den Nordwesten Deutschlands.
Die Frage ist, wieviel an Konvektion im Vorfeld geht. Die gewitterträchtige
Luftmasse aus den Alpen kommt definitiv nordwärts (wahrscheinlich bis mindestens
zur Landesmitte) voran, womit auch die PPW's auf rund 25-30 mm ansteigen.
Allerdings ist ziemlich lange wohl noch ein kleiner Deckel bei etwa 700 hPa
wirksam, der am Nachmittag und Abend von Westen her aber immer häufiger
gesprengt werden dürfte. In der Regel sollten es Gewitter im markanten Bereich
sein (orange, Stufe 2). Die Temperaturen steigen leicht auf 22 bis 27°C an, im
Tagesverlauf mit zunehmender Schwüle in der Westhälfte.

Am Dienstag und Mittwoch schwenkt der Trog unter Verkürzung seiner Wellenlänge
nach Deutschland. Von daher ist mit weiteren schauerartigen Niederschlägen zu
rechnen, die aber aller Voraussicht von der Stärke her fernab jedweder
Warnschwellen liegen. Tendenziell beruhigt sich das Geschehen zum Mittwoch aus
Südwesten allmählich. Dabei strömt eine kühlere Meeresluft nach Deutschland mit
T850 < 5°C, womit die Höchstwerte eher wieder Richtung 20°C-Marke gedrückt
werden. Nachts geht's bei Aufklaren in den einstelligen Temperaturbereich
zurück.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die grundsätzlichen Muster der Basisfelder sind laufübergreifend wiederzufinden,
wobei die Tendenz vor allem in der Höhe und zu Beginn der neuen Woche stärker
Richtung zyklonal geprägtem Geschehen geht.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bis auf kleinere Timingunterschiede der beteiligten Randtröge sowie Details in
deren Ausprägung sehen die übrigen Globalmodelle die Entwicklung in den
kommenden Tagen ähnlich.
ICON simuliert die Tiefentwicklung über dem südlichen UK am Samstag sehr
intensiv, was dann bei uns im Norden am Sonntag wahrscheinlich zu einer etwas
überhöhten Niederschlagsaktivität führt. Zudem lässt die deutsche Modellkette
den Trog am Mittwoch über Ostdeutschland abtropfen, was aber keine großartigen
Auswirkungen auf das Wettergeschehen hätte, der er sich in der Folge ebenfalls
rasch ostwärts verabschieden würde.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen des Geopotentials und der Temperatur in 850 hPa sind bis zum
Ende des Mittelfristzeitraums vergleichsweise gut gebündelt und verharren trotz
leichter Auf und Ab-Bewegung in etwa auf gleichem Niveau der Kurzfrist. Was gut
herauskommt, ist der Rückgang mit Kaltfrontpassage zum Dienstag auf Werte knapp
über 0°C im Norden und rund 5°C im Süden. Ab Mittwoch und damit zum Übergang in
die erweiterte Mittelfrist nimmt der Spread deutlich zu. Die Mehrzahl der Member
verfolgt dann aber einen kontinuierlichen Anstieg im Geopotential und der
Temperatur. Nicht ausgeschlossen, dass Richtung übernächstes Wochenende wieder
Höchstwerte über 30°C ein Thema werden.


CLUSTER:
Nur 1 Cluster im Mittelfristzeitraum 120-168h (Mo-Mi), das sieht man auch
selten! Aktiver Atlantik und NAO+ Regime sind zunächst noch Trumpf. Nachfolgend
nehmen die Blocking-Lösungen gerade im Cluster 1 von 3 zu, wobei das in den
Vorläufen schon mal deutlich progressiver der Fall war. Es konzentriert sich
wohl vorrangig auf den Grenzbereich zur Arktis und Nordosteuropa, sowie in
deutlich schwächerer Form auf den Alpenraum. Dadurch wird zwar bodennah eine
flache Brücke von Azoren bis nach Mitteleuropa gestützt, die aber sehr anfällig
für Störungen aus Westen und Nordwesten ist. Stabiles Sommerwetter sieht anders
aus!

FAZIT:
Unstrittig geht es bis Mitte nächster Woche erstmal wechselhaft mit zeitweiligen
konvektiven Niederschlägen auf einem mäßig warmen Temperaturniveau weiter. Dabei
bleiben sowohl die ganz großen Niederschläge in der Fläche als auch potentielle
Schwergewitterlagen aufgrund der beteiligten, moderaten Luftmasse aus.
In der erweiterten Mittelfrist geht der Trend zwar Richtung Hochdruckeinfluss
und Temperaturanstieg, das Gesamtkonstrukt bleibt aber fragil und störanfällig.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GEWITTER:
Insbesondere am Montag könnte auf der Trogvorderseite vor allem in der
Westhälfte erneut eine großflächige markante Gewitterlage anstehen.
Feuchtegehalt der Luftmasse, Dynamik und Scherung sind zumindest im moderaten
Level, so dass lokal Starkregen um 20 l/qm binnen einer Stunde, Hagel von 1-2 cm
sowie stürmische Böen oder Sturmböen (8-9 Bft) wahrscheinlich sind. Einzelne
unwetterartige Entwicklungen darüber hinaus können zum jetzigen Zeitpunkt nicht
ausgeschlossen werden. Je nach Timing des beteiligten Troges könnte dieses
Potential auch am Dienstag nochmal für den Osten und Süden des Landes gelten.
EFI CAPE/Shear, EFI Wind oder EFI Niederschlagssignale gibt es keine
nennenswerten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-EPS, Mos-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Robert Hausen