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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 19.05.2026 um 10.30 UTC



Sommerwetter mit möglichem Dämpfer am Pfingstwochenende. Gebietsweise Hitze
möglich.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 26.05.2026


Am heutigen Dienstag stellt sich die Frage: Kann die gestrige Sommervorhersage
für Pfingsten bestätigt werden und kommt tatsächlich sogar die erste Hitze des
Jahres? Oder wirbelt das gestern gefundene Höhentief am Wochenende die Prognose
komplett durcheinander? Kurze Antwort: Das Höhentief ändert tatsächlich seinen
Kurs, dämpft das Temperaturniveau am Wochenende etwas und soll gebietsweise für
Schauer und Gewitter sorgen!

Die lange Antwort findet man in den Details. So zeigt sich zum Beginn der
Mittelfrist am Freitag ein von Nordwestafrika über die Iberische Halbinsel bis
nach Westdeutschland aufwölbender Rücken mit positiver Achsneigung. Dieser
stützt ein Bodenhoch mit Schwerpunkt über Deutschland und einen Kerndruck knapp
über 1028 hPa. Aus dem Südwesten strömt warme und trockene Subtropikluft (mT)
ein, wobei die T850 hPa auf 6 Grad im Osten bis 12 Grad im Südwesten steigen.
Über der Nordosthälfte liegt aber teils noch feuchte Luft eines aufgelösten
Frontensystems eines Tiefs bei Island, sodass es hier und da noch für schwache
Konvektion reichen könnte.

Am Samstag entwachsen aus einem schmalen Randtrog knapp westlich der Britischen
Inseln zwei Höhentiefs. Das eine zieht in den Nordwesten Spaniens, das andere in
die Nordsee und zum Abend hin nach Norddeutschland, sodass dort Schauer und
Gewitter aufkommen. Das Bodenhoch verlagert seinen Schwerpunkt nach Tschechien.
Die T850 hPa steigen vor Ankunft des Höhentiefs bei unverminderter Zufuhr von
Subtropikluft auf 10 Grad im Norden bis 15 Grad im Süden.

Am Pfingstsonntag wandert das Höhentief unter Auffüllung über Deutschland hinweg
zu den Alpen, im Schlepptau etwas kühlere subpolare Meeresluft (mP) mit T850 hPa
von 6 bis 10 Grad sowie regional kräftiger PVA und damit teils kräftiger
Konvektion. Das Bodenhoch weicht Richtung Slowakei aus. Über den Britischen
Inseln wölbt sich derweil wieder der Rücken auf und induziert dort ein neues
Hoch mit einem Kerndruck knapp über 1030 hPa. Nach Abzug des Höhentiefs
stabilisiert sich das Wetter von Norden her rasch wieder.

Am Pfingstmontag und Dienstag kapselt sich aus dem Rücken ein eigenständiges
Höhenhoch über dem Ärmelkanal ab. Der Schwerpunkt der Bodenhochs verlagert sich
folglich nach Schottland, wobei es mit einem Kerndruck von 1035 hPa noch etwas
kräftiger wird. Um das Hoch wird nun zunächst wieder trockene Subtropikluft nach
Deutschland geführt, sodass die T850 hPa auf 10 bis 15, am Dienstag im Südwesten
teils bis auf 17 Grad steigen.

In der erweiterten Mittelfrist ab kommende Woche Mittwoch läuft an der
Nordostflanke des Höhenhochs ein Trog über Skandinavien und dem Baltikum zum
Schwarzen Meer. Die kaum wetteraktive Kaltfront des zugehörigen Bodentiefs
dringt in die Nordosthälfte mit subpolarer Meeresluft ein und sorgt dort in
nordwestlicher Strömung vorübergehend für zurückgehende Temperaturen, sodass die
T850 hPa "nur noch" bei 5 bis 10 Grad liegen. Im Südwesten bleibt die Warmluft
allerdings erhalten. Das Bodenhoch ist dann in der Nordsee zu finden.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz der drei jüngsten Läufe des EZMW ist heute nicht ganz so hoch,
was vornehmlich am Höhentief am Pfingstwochenende liegt. Statt aus einem
Randtrog ein kräftiges Exemplar über Frankreich auszubilden gibt es nun 2 kleine
Höhentiefs, wovon das für uns relevante über die Nordsee nach Deutschland und
bis Sonntagabend zu den Alpen zieht. Das dämpft das Temperaturniveau am
Wochenende im Vergleich zum gestrigen 0 UTC-Lauf vorübergehend um etwa 5 Kelvin
und sorgt zudem gebietsweise für Schauer und Gewitter, die lokal kräftig
ausfallen können. Beim gestrigen 12 UTC-Lauf gab es zwar auch 2 kleine
Höhentiefs, diese sollten aber westlich von uns bleiben und hätten keinen
Einfluss auf das Wetter bei uns. Den nachfolgenden Hochdruckeinfluss auf hohem
Temperaturniveau zeigen dann wieder alle 3 Läufe. In der erweiterten Mittelfrist
ab kommender Woche Mittwoch ist eine kaum wetteraktive Kaltfront neu im
Programm, die aber lediglich die Temperaturen in der Nordosthälfte um erneut
rund 5 Kelvin senkt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Das Pfingstwochenende-Höhentief ist auch der Kasus Knacksus in den anderen
Modellen. Entweder tritt es kaum in Erscheinung (UK10, AIFS) oder ist noch dem
gestrigen 0 UTC-Lauf (ICON) oder dem gestrigen 12 UTC-Lauf (GFS) des EZMW
ähnlich. Es ist nicht unüblich, dass EZMW den Vorreiter für andere globale
Modelle spielt.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen des EZMW spiegeln die Unsicherheiten mit dem Höhentief am
Pfingstwochenende wider. So macht der Kontrolllauf am Sonntag einen
vorübergehenden Knick nach unten zu den Ausreißern des Ensembles, der Median
bleibt aber konstant auf hohem Niveau (bei T850 hPa und bei Geopot 500 hPa). Von
daher ist das Höhentief noch deutlichen Unsicherheiten unterworfen. Danach
verlaufen Kontrolllauf und Median auf hohem Niveau weiter, mit noch einzelnen
Ausreißern nach unten, die die Kurven öffnen. In der erweiterten Mittelfrist
bestätigt sich durch einen gut definierten Median mit Kontrolllauf darin für den
Nordosten die leichte Abkühlung, für den Südwesten die Wärme/Hitze.
Niederschlagssignale sind allgemein spärlich gesät, mit einem Peak am
Samstag/Sonntag für Teile Deutschlands, dem aber nur wenige Member folgen (daher
ebenfalls unsicher).

CLUSTER:
Im zweiten Zeitschritt zwischen Sonntag 0 UTC und Dienstag 0 UTC sind 4 Cluster
mit Blockierung vorhanden. Das für uns relevante Höhentief ist nur in C1 und C3
als Randtrog über Nordostdeutschland zu sehen, in C2 und C4 ist es gar nicht
dabei. Vermutlich wird es durch die Clusteranalyse unterschlagen, weil die
Strukturen zu klein sind. Dennoch sind auch von dieser Seite Zweifel am
Höhentief angebracht.
Im dritten Zeitschritt zwischen Mittwoch 0 UTC und Freitag 0 UTC (erweiterte
Mittelfrist) gibt es ebenfalls 4 Cluster, wobei 2 von Blockierung zu Regime
Atlantischer Rücken wechseln. Die Hauptfrage wird sein, was der Trog nordöstlich
von uns macht. C1 mit 16 Membern und dem Kontrolllauf ist dem Hauptlauf ähnlich,
in C2 (13 Member) verläuft er weiter nordöstlich. In C3 (12 Member) ist er noch
weiter weg und spaltet ein Höhentief zum östlichen Mittelmeer ab. In C4 (10
Member) formiert sich über der Ukraine ein größeres Höhentief daraus, das zum
Balkan zieht, wobei wir dann in dessen Peripherie geraten würden. Das offenbart
größere Unsicherheiten auch für diesen Zeitraum.

FAZIT:
Das sommerliche bis teils heiße Wetter kommt zwar, erhält mit dem heutigen 0
UTC-Lauf des EZMW am Pfingstwochenende allerdings einen Dämpfer durch ein über
Deutschland nach Süden ablaufendes kleines Höhentief. Dann sind bei
vorübergehend etwas kühlerer Luft Schauer und teils kräftige Gewitter möglich.
Allerdings offenbaren Rauchfahnen, Cluster und andere Modelle größere
Vorhersageunsicherheiten bezüglich dieses Höhentiefs. Danach geht es warm bis
heiß und trocken weiter. Ob es in der erweiterten Mittelfrist ohne große
Wetteraktivität im Nordosten wieder ein wenig abkühlt, ist unsicher.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GEWITTER:
Am Wochenende besteht durch das nun über Deutschland ziehende kleine Höhentief
ein Gewitterrisiko, wobei MU-CAPE bis zu 2000 J/kg erreichen kann. Damit sind
trotz fehlendem EFI-Signal am Samstagabend im Nordwesten, am Sonntag von der
Mitte bis in den Süden teils kräftige Gewitter mit lokalem Starkregen, Sturmböen
und Hagel möglich und bei durchaus vorhandener Scherung örtlich unwetterartige
Entwicklungen nicht auszuschließen. Einschränkend muss aber erwähnt werden, dass
die Vorhersage des kleinen Höhentiefs wie so oft unsicher ist und im nächsten
Lauf vielleicht schon wieder ganz anders aussieht.

TEMPERATUREN:
Der EFI gibt ab Freitag Hinweise für überdurchschnittlich hohe Temperaturen, die
sich am Wochenende in den Süden zurückziehen. Bei noch ausreichender nächtlicher
Abkühlung und nicht zu hohen Taupunkten hält sich die Wärmebelastung aber
vermutlich noch in Grenzen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, EZMW-EPS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler