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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 03.07.2026 um 10.30 UTC



Anfangs wechselhaft mit örtlich starken Gewittern. Im Wochenverlauf zunehmender
Hochdruckeinfluss und neue Hitze.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 10.07.2026


Hitze-Comeback? In den Medien geistern schon wieder Meldungen, dass die Hitze
rund um das Wochenende um dem 11. Juli herum zurückkehren könnte. Im gestrigen
12 UTC-Lauf des EZMW gab es tatsächlich einen Trend in diese Richtung, aber hält
der auch dem neuesten 0 UTC-Lauf stand?

Bereits zum Beginn der Mittelfrist am kommenden Montag dürfte es im Südwesten
Höchsttemperaturen über 30 Grad geben. Über Deutschland haält zwischen einem
Trog über dem Nordmeer und der Mitte Skandinaviens, der bis ins östliche
Mittelmeer amplifiziert, und hohem Geopotenzial über Nordwestafrika und dem
angrenzenden Nordatlantik die nordwestliche Strömung aus der Kurzfrist weiter
an. Die T850 hPa liegt im Nordosten bei 7 bis 11, im Südwesten bei 10 bis 15
Grad. Am Boden spiegelt sich die Lage in der Höhe durch Tiefdruckgebiete über
Skandinavien und nahe Grönland sowie einem Azorenhoch mit Keil bis zu den Alpen
wider. Daraus ergibt sich nicht nur bei den Temperaturen eine Zweiteilung,
sondern auch beim Wetter. Der Nordosten bekommt in der Nähe zum tiefen Druck
feuchte Luftmassen ab, in denen darüber hinaus Tiefausläufer eingelagert sind
und es teils windig ist. Nach Südwesten hin ist dagegen eher hoher Luftdruck
vorherrschend und die Luft ist durch Absinken trockener. Damit sind alle
Kriterien für die Großwetterlage NWz erfüllt.

Am Dienstag löst sich der Trog über Skandinavien aus der Höhenströmung heraus.
Aus dem im Trog befindlichen Dipol mit zwei Höhentiefs schwenkt das östliche
nach Nordschweden, während das westliche in die östliche Ostsee wandert. Es
treibt ein nahezu achsensenkrecht darunterliegendes Bodentief an, dessen
Ausläufer Deutschland überqueren und postfrontal in etwas auf Nord-Nordwest
drehender Strömung kühlere Luftmassen mit T850 hPa von 2 Grad im Norden bis 10
Grad im Süden einfließen lassen. Die Hitze wird damit auch im Südwesten wieder
vertrieben. Außer im äußersten Südwesten ist es meist auch wechselhaft und teils
windig.

Am Mittwoch steuert das Höhentief das Baltikum an und nimmt das Bodentief mit.
Mit einem sich aufwölbenden Rücken über den Britischen Inseln kann sich ein Keil
des Azorenhochs bis nach Deutschland ausweiten und die Niederschläge lassen im
Tagesverlauf größtenteils nach. Zunächst bleibt aber auch noch die
nord-nordwestliche Strömung vorherrschend, sodass die T850 hPa noch zwischen 5
und 12 Grad liegen. Die Großwetterlage entspricht nun einem Na.

Am Donnerstag kippt der neue Rücken ein wenig in Richtung Skandinavien, folglich
gibt es keine größeren Änderungen. Ein paar Schauer sind im Nordosten mit dem
Streifschuss des vom Baltikum nach Süden ziehenden Höhentiefs möglich, da
zeitweilig etwas feuchtere Luft einsickert. Die T850 hPa steigen auf 7 Grad im
Osten bis 15 Grad im Südwesten, womit die Höchsttemperaturen im Südwesten wieder
die 30-Grad-Marke ins Visier nehmen.

Am Freitag flacht der Rücken zwar ab, verbindet sich aber mit hohem Geopotenzial
über Südwestrussland. Bodennah baut sich dadurch eine Brücke vom Azorenhoch bis
nach Westrussland auf. So bleibt der Hochdruckeinfluss über Deutschland erhalten
und der Weg wird frei für wärmere Luft aus südlichen Gefilden. Das treibt die
T850 hPa auf 9 Grad im Osten bis 18 Grad im Südwesten.

In der erweiterten Mittelfrist ab Samstag bleibt die Hochdruckbrücke nördlich
von uns erhalten und die T850 hPa pendeln sich auf 12 bis 19 Grad ein. Außer
ganz im Norden sind dadurch vielerorts über 30 Grad zu erwarten, lokal
vielleicht auch mal 35 Grad. Die ganz große Hitze der vergangenen Woche mit
Temperaturen teils über 40 Grad scheint (vorerst?) nicht zu kommen. Der neueste
Lauf des EZMW bestätigt also tatsächlich eine neue Hitzewelle.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Das Höhentief über dem Baltikum zieht ab Donnerstag den jüngsten 3 Läufen des
EZMW zufolge auf teils deutlich unterschiedlichen Wegen in südliche Richtung bis
nach Rumänien weiter und streift am Donnerstag den Osten Deutschlands. Die
Auswirkungen auf Deutschland bleiben jedoch begrenzt, da in allen 3 Fällen nur
schwache Schauer oder Gewitter im Osten auftreten. Die Konsistenz ist daher
eigentlich mäßig, für Deutschland aber gut. Ab Freitag gibt es zwar ebenfalls
Unterschiede in der Geometrie der synoptischen Gebilde, Hochdruckeinfluss und
steigende Temperaturen für Deutschland zeigen aber alle 3 Läufe an.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Gänzlich neue Lösungen präsentieren auch die anderen globalen Modelle nicht.
Zwar verhält sich das Höhentief am Mittwoch/Donnerstag ebenfalls nicht kongruent
zum EZMW, dennoch sind auch beim ICON und GFS am Donnerstag Schauer über dem
Osten Deutschlands zu sehen. Beim UK10 wäre außerdem der Südosten betroffen. Die
nachfolgende Erwärmung/Hitze zeichnet sich auch in den anderen Modellen ab.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen des EZMW öffnen sich bereits ab Dienstag und weisen ein Minimum
am Mittwoch für T850 hPa und Geopot 500 hPa auf. Danach ist ein Anstieg zu
sehen, wobei der Hauptlauf aber stets innerhalb des Medians mitschwimmt. Die
Vorhersage ist daher einigermaßen sicher. Außerdem ist die Erwärmung in die
erweiterte Mittelfrist hinein wahrscheinlich, nur noch nicht deren Ausmaß.
Niederschlagssignale gibt es im Norden und Osten vor allem bis Dienstag, im
Südwesten hauptsächlich am Dienstag. Die möglichen Schauer am Donnerstag im
Osten finden sich nur sehr eingeschränkt wieder.

CLUSTER:
Zwar werden im zweiten Zeitschritt für Mittwoch 0 UTC bis Freitag 0 UTC 5
Cluster aufgemacht, für Mitteleuropa unterscheiden sich diese aber nur marginal.
Alle wechseln vom Regime Atlantischer Rücken zur Blockierung.
Diese wird auch im dritten Zeitschritt für Samstag 0 UTC bis Montag 0 UTC in der
kommenden Woche (erweiterte Mittelfrist) beibehalten. Die 2 vorhandenen Cluster
zeigen den Rücken in unterschiedlich dominanter Ausprägung. Andere Lösungen gibt
es nicht.

FAZIT:
Die Hitze kommt zurück! Nach einer längeren Wetterzweiteilung aus der Kurzfrist
heraus und einem Kaltfrontdurchgang am Dienstag wird ab Mittwoch wieder am
Hochdruckeinfluss bei steigenden Temperaturen gedreht. Vor allem in der Mitte
und im Süden droht dann neue Hitze, nach aktuellem Stand soll sie aber nicht
ganz die Ausmaße der Hitze wie Ende Juni erreichen. Signifikante
Wettererscheinungen beschränken sich auf vereinzelt kräftige Gewitter am Montag
im Nordosten, am Dienstag vom Norden bis in der Mitte und am Donnerstag im
Osten. Unwetter sind dabei eher unwahrscheinlich.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GEWITTER:
Am Montag sind im Nordosten, am Dienstag vom Norden bis in die Mitte lokal
Gewitter möglich, die vereinzelt mit Starkregen, kleinem Hagel und stürmischen
Böen einhergehen können. Unwetter zeichnen sich nicht ab. Ähnliches gilt für
mögliche Gewitter am Donnerstag im Osten.

WÄRMEBELASTUNG:
Zum Ende der kommenden Woche zeichnet sich erneute Hitze ab. In Teilen der Mitte
und des Südens könnte es dann wieder zu einer starken Wärmebelastung kommen.
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Basis für Mittelfristvorhersage
EZMW, EZMW-EPS, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler