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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Mittwoch, den 25.02.2026 um 10.30 UTC



Frühlingshaft zum Winterende und darüber hinaus. Dabei kaum markante
Wettererscheinungen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Mittwoch, den 04.03.2026


Zweistellige Höchsttemperaturen, in den Nächten nur selten Frost - so enden die
letzten Tage des am Samstag endenden meteorologischen Winters. Zum
Frühlingsstart ab Sonntag (1. März) ist ebenfalls kein großer Winterrückfall in
Sicht. Winterwetter sollte dennoch noch nicht Ad Acta gelegt werden,
Kaltluftausbrüche im März oder April sind weiterhin gut möglich, auch in
Hinblick auf ein aktuell gut mögliches Minor/Major Warming (Final Warming?) des
stratosphärischen Polarwirbels. Dieses könnte noch einmal etwas zeitversetzt in
den März hinein blockierende Wetterlagen und damit Kaltluftausbrüche über Europa
begünstigen.

Wie auch immer startet die Mittelfrist am kommenden Samstag zum Teil noch sehr
mild. "Schuld" daran ist die Zufuhr maritimer Subtropikluft aus dem Südwesten,
die sich auf einer Trogvorderseite eingestellt hat und die T850 hPa auf 3 bis 10
Grad hat steigen lassen. Die in Bewegung befindliche Höhenströmung treibt den
Trog allerdings gen Mitteleuropa, womit die okkludierende Kaltfront eines Tiefs
über dem Nordmeer bereits Deutschland erfasst hat und vom Südwesten bis in den
Nordosten quer über dem Land mit schauerartigem Regen liegt. Der sich
abflachende und seine Wellenlänge verkürzende Trog begünstigt darüber hinaus
noch eine schwache Zyklogenese über der westlichen Nordsee. Das daraus
resultierende neue kleine Tief zieht in der Folge nach Benelux, sodass zu einer
Verwellung der quer über Deutschland liegenden Kaltfront kommt. Das Vorankommen
nach Südosten hin wird damit bis zum Tagesende verzögert, sodass sich die
kühlere Meeresluft mit T850 hPa von 0 bis -3 Grad zunächst nur in der
Nordwesthälfte durchsetzen kann.

Am Sonntag schwenkt der Trog rasch über Deutschland hinweg und macht Platz für
einen sich vom zentralen Mittelmeer aufwölbenden Höhenrücken. Damit entsteht
eine neue Hochdruckzelle über Südpolen, welche die dann über dem Süden liegende
Kaltfront durch Absinken auflöst. Die kühlere Luft mit T850 hPa von 0 bis -3
Grad konnte sich zuvor jedoch überall ausbreiten. Auf dem Nordostatlantik kommt
es währenddessen zu einer neuen Austrogung, womit die Strömung im Zusammenspiel
mit dem Höhenhoch bereits wieder auf Südwest rückdreht und sich dadurch erneut
milde Subtropikluft nach Deutschland auf dem Weg macht.

Der Montag steht dann im Zeichen des Höhenhochs, auch wenn das Bodenhoch bereits
peu à peu Richtung Ukraine steuert. Eine Schwachstelle weist das Höhenhoch
allerdings auf: Am Westrand der Alpen kann sich ein kleines Höhentief
etablieren, das sich aus Resten des dort hängen gebliebenen Trogs des Vortags
speist. Dieses kleine Höhentief wandert im Tagesverlauf in den Südwesten
Deutschlands, und es hat ein wenig Feuchtigkeit sowie PVA auf seiner Vorderseite
im Gepäck. Damit ist über Südwestdeutschland etwas Konvektion möglich, das
Absinken des Hochs hält jedoch dagegen. So wird wohl vermutlich die Orografie
helfen müssen, um lokal Schauer oder Gewitter auszulösen. Die T850 hPa steigen
auf 3 bis 6 Grad.

Am Dienstag zieht das Höhentief in den Osten Deutschlands, wo es allmählich
wieder Anschluss an die Höhenströmung bekommt. Die Konvektion verlagert sich
somit in die Südosthälfte, erneut wird sich aber die Frage nach der Auslöse
stellen. Im Nordwesten dominiert Hochdruckeinfluss, zumal das nach Osteuropa
gewanderte Bodenhoch eine Brücke baut zu einem Azorenhochkeil über den
Britischen Inseln.

Am Mittwoch verlagert sich das zum Randtrog mutierte Höhentief bereits nach
Ungarn, ihm folgt ein weiterer Randtrog über dem Nordosten Deutschlands. Dieser
hat zwar die Kaltfront eines Tiefs über dem Nordmeer im Gepäck, welche aber kaum
Wetteraktivität entfalten kann. Grund dafür ist das Absinken eines neuen Hochs
über der Nordsee, das mithilfe einen schmales, nach Südosten gekippten Rücken
über dem Nordostatlantik aus dem Azorenhochkeil hervorgeht. Die bis zur Mitte
vorankommende Kaltfront lässt die T850 hPa in der Nordhälfte auf 0 bis -2 Grad
sinken, im Süden liegt sie präfrontal weiterhin bei 1 bis 4 Grad.

Ab Donnerstag (erweiterte Mittelfrist) baut sich über Mitteleuropa aus dem
weiter nach Südosten kippenden Höhenrücken über dem Nordostatlantik und dem
Aufwölben eines neuen Rückens vom zentralen Mittelmeer ein neues Höhenhoch auf.
Es stützt das Hoch über der Nordsee, das im Verlauf allmählich nach Osten
driftet. Infolgedessen wird mit südlicher Strömung sehr milde Subtropikluft aus
Nordafrika nach Deutschland geführt, die T850 hPa steigen verbreitet auf 5 bis
10 Grad.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz ist bereits zum Beginn der Mittelfrist am Samstag mäßig. So gab
es das neue Tief über der Nordsee und Benelux im gestrigen 0 UTC-Lauf noch
nicht, immerhin jedoch im 12 UTC-Lauf. Im Nordwesten ist damit wechselhafteres
Wetter zu erwarten. Am Sonntag sind die beiden 0 UTC-Läufe vorübergehend wieder
ähnlicher. Ab Montag kommt das neue Höhentief vom westlichen Alpenrand ins
Spiel, das im gestrigen 0 UTC-Lauf ebenfalls nicht vorhanden war. Dafür brachte
der 12 UTC-Lauf ein Höhentief über Polen, das sich aus Resten des tags zuvor
über Deutschland schwenkenden Randtrogs bilden sollte. Ab Dienstag sorgt das
Höhentief aus dem heutigen 0 UTC-Lauf im Südosten für etwas wechselhafteres
Wetter. Im gestrigen 0 UTC-Lauf sollte dann von Nordwesten eine Kaltfront ins
Land geführt werden. Diese zieht nun erst am Mittwoch zu uns, sie ist beim
neuesten 0 UTC-Lauf aber kaum noch wetteraktiv. Ab Donnerstag baut sich nach
allen 3 jüngsten Läufen des EZMW Hochdruck auf, bei der es zu einer deutlichen
Erwärmung kommen soll.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Die anderen Modelle simulieren bis zum Sonntag trotz der Erkenntnisse aus dem
obigen Konsistenzteil überraschend ähnlich im Vergleich zum EZMW. Das Höhentief
am Montag zeigen auch UK10 und GFS, beim ICON liegt es dagegen über
Westfrankreich und steuert auf die Britischen Inseln zu. Die nachfolgende
Kaltfront am Dienstag/Mittwoch wird bei UK10, GFS und ICON weiterhin wetteraktiv
simuliert. Den nachfolgenden Hochdruckeinfluss ab Mitte kommender Woche
bestätigt GFS nur mit Verzögerung (ICON und UK10 Out of Time). In der KI-Welt
ist man sich diesbezüglich wenig einig, GraphCast ML (Google) und in Teilen auch
AIFS (EZMW) sowie Aurora ML (Microsoft) setzen eher auf Trogeinfluss. Beim
GraphCast ML würde sogar kontinentale Polarluft angezapft werden, womit es
deutlich kühler werden könnte.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


RAUCHFAHNEN:
Die Rauchfahnen des EZMW-Ensembles bestätigen durch einen engen Verlauf bis zum
Montag den Hauptlauf. Ab Dienstag öffnen sich die Kurven ein wenig, ab
Donnerstag gibt es zwei bis drei kalte Ausreißer mit niedrigerem Geopotenzial.
Diese könnten mit dem von den KI-Modellen simulierten Trog im Zusammenhang
stehen. Median und Kontrolllauf laufen dann allerdings auf hohem Niveau weiter,
sodass die Wahrscheinlichkeit für einen Trog mit kalter Luft gering bleibt.
Niederschlagssignale sind hauptsächlich am Samstag vorhanden, was gegen
verbreitete Konvektion am Montag im Südwesten und am Dienstag im Südosten
spricht.

CLUSTER:
Zwischen Montag 0 UTC und Mittwoch 0 UTC werden 3 Cluster benötigt (alle mit
Blockierung). Das Höhentief verliert sich in den Clustern. Erfahrungsgemäß
stellen solche kleinen Exemplare die Modelle vor größere Probleme, was seine
Unsicherheit unterstreicht.
Zwischen Donnerstag 0 UTC und Samstag 0 UTC (erweiterte Mittelfrist) gibt es
ebenfalls 3 Cluster (meist Blockierung, vereinzelt NAO+). Im Prinzip zeigen alle
3 Hochdruckeinfluss mit im Detail unterschiedlichen Mustern. Ein Trog ist weit
und breit nicht zu sehen, sodass sich die Vorhersagesicherheit erhöht.

FAZIT:
Mild oder sehr mild, so geht nicht nur der meteorologische Winter zu Ende,
sondern startet auch der meteorologische Frühling am kommenden Sonntag.
Verbreitet zweistellige Höchsttemperaturen, nur gebietsweise leichter
Nachtfrost, Niederschläge hauptsächlich am Samstag, dazu am Montag und Dienstag
im Süden vereinzelt Schauer oder Gewitter, sonst häufig Sonnenschein - so die
Kurzvorhersage für die Mittelfrist. Für eine Rückkehr des Winters spricht
aktuell nichts, aber auch rein gar nichts. Vielleicht kann der PSV ja noch einen
Hut in den Ring werfen - dann allerdings erst für Mitte März.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GEWITTER:
Am Montag sind im Südwesten, am Dienstag im Südosten bei geringem CAPE einzelne
Gewitter nicht ausgeschlossen. Markante Begleiterscheinungen sind dabei aber
kaum zu erwarten.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOSMIX, EZMW, EZMW-EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Simon Trippler