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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Samstag, den 13.06.2026 um 10.30 UTC



Erst mäßig warm und leicht wechselhaft. In der Folge von Südwesten eine sich
rasch aufbauende Hitzewelle.
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Synoptische Entwicklung bis zum Samstag, den 20.06.2026


Was für eine Spannung bei der nun anstehenden Mittelfrist, bezogen auf die
treibenden Protagonisten. Die Mittelfrist per se scheint recht überschaubar zu
verlaufen, mit einem sich einstellenden Temperaturniveau, das man sich heute
noch nicht so richtig vorstellen kann/möchte.

Gerne kann der nun folgende Abschnitt übersprungen werden, wo wir etwas genauer
schauen, wieso es zur aktuellen Entwicklung während der nun anstehenden
Mittelfrist kommt. In dem Fall darf man zum Abschnitt "AKTUELLE MITTELFRIST"
springen.


Steigen wir nun in die Materie ein und beginnen kurz mit einem Rückblick, was
wir letzten Montag für die Entwicklung in der damals erweiterten (und nun
aktuellen) Mittelfrist erwartet hatten:

"Somit erscheint aktuell eher eine stetige Zunahme des Geopotenzials über
Süd-/Südwesteuropa am wahrscheinlichsten, wobei wir am Nordrand gelegen eher von
kurzwelligen Anteilen touchiert werden. Dabei ist noch unsicher, wieviel Energie
jeweils in die flankierenden Langwellentröge gebracht wird, [...]. Das Potenzial
für eine längere Hitzewelle nach der Monatsmitte ist besonders für Südwest- und
wohl auch Westeuropa gegeben, mit noch größeren Unsicherheiten, wie stark auch
wir davon betroffen sein werden."

Wie sieht es nun aus? Über Südwest- und Westeuropa baut sich eine Hitzewelle auf
und die Verteilung der Energie in die, den Keil flankierenden Tröge wird nun
mittlerweile besser erfasst. Dabei fand besonders beim Trog über Nordosteuropa
eine stetige Korrektur in Form fallenden Geopotenzials statt, mit immer
kräftigeren negativen Anomalien zur Hintergrundklimatologie. Diese Entwicklung
hat zur Folge, dass uns dieser Trog etwas länger (als letzten Montag angenommen)
mit einer kühlenden nordwestlichen Strömung beeinflusst. Diese Option wurde aber
damals auch durch die Unsicherheiten hervorgehoben.

Ansonsten fällt weiterhin auf, dass die zonal gemittelten Zonalwinde (bei rund
60 Grad Nord) in 150 hPa Höhe teils deutlich unter dem Klimamittel liegen und
für den Monatswechsel Mai/Juni gar Rekordwerte beim Minimum aufwiesen (inklusive
einer Windumkehr) - wie schon oft erwähnt stellt dies eine Mischung aus dem
Nachhall der dynamischen finalen Erwärmung beim Polarwirbel in der Stratosphäre
dar und der daraus erwachsenden Möglichkeit, dass sich Störungen amplifizierend
in wiederholt hochreichende Abschwächungs- bzw. Blockierungsphasen entwickeln
können. Dies war zum letzten Monatswechsel der Fall und scheint erneut markant
um den 20. Juni herum eintreten zu wollen.

Diese Störungen kann man wiederum beim Betrachten der vertikalen Eliassen-Palm-
(EP-)Flüsse gut ausmachen, die wiederholtes Rossbywellenbrechen mit EP-Fluss
Konvergenzen hervorrufen und die gemittelte Zonalwindgeschwindigkeit im
außertropischen Sektor anhaltend schwächen. Auch hier ist ein neuer Anlauf einer
weiteren Verringerung der Zonalwindgeschwindigkeit um den 20. Juni herum
auszumachen und wird bei der Vorhersage des Zonalwindes in 150 hPa mit einem
wilden an- und abschwächen der Windgeschwindigkeit quittiert, teils erneut in
den Bereich der Windumkehr. Unter dem Strich dauern die Bedingungen für sehr
schwache Zonalwinde als "background" die Mittelfrist und auch darüber hinaus
weiter an. Diese Entwicklung wird im Zeit-Längendiagramm des IFS-ENS mit einem
nahezu quasi-stationären Wellenzug quittiert und greift man sich
deterministische Lösungen heraus (wo die Glättung mit der Zeit nicht so ins
Gewicht fällt), dann erkennt man gar retrograde Verlagerungstendenzen (teils
kaschiert durch Aufbrechen in kurzwellige und dadurch temporär progressivere
Anteile).

Doch es wird leider etwas diffuser, denn trotz der genannten schwachen
Zonalwindumgebung zeigt ein Blick auf den Nordpazifik, dass dort ein 170 kt
Höhenjet (rund 2 Standardabweichung über der Hintergrundklimatologie liegend)
ostwärts zieht und dessen Energie rasch ostwärts nach Kanada und in der Folge
(nach der Monatsmitte) in den Nordatlantik transferiert wird. Beim Blick auf die
zonalen Wellenflüsse erkennt man, dass diese Energie vom Hochland von Tibet/dem
Himalaya erzeugt und seit Tagen zügig ostwärts geführt wurde
(Keil/Trogstruktur). Die hohen Windgeschwindigkeiten beim Polarfrontjet
entspringen aus derselben Region, wo es vor einigen Tagen eine ausgeprägte
Bodendruckanomalie gab, die einem positiven "mountain torque" Ereignis
entspricht, was wiederum durch Impulsverteilung die Energie in den Zonalwind
transferiert (ausführlicher in früheren Mittelfristberichten beschrieben). Man
erkennt also, dass ein zonal gemittelter Zonalwind solche lokalen Maxima
kaschiert, die jedoch von Bedeutung sind, da sie per Energietransfer z.B. uns in
der Mittelfrist im Nordatlantik beeinflussen. Schon spannend, wenn man bedenkt,
dass die Ursache auf der anderen Seite der Weltkugel zu finden ist.

Diese Prozesse beschreiben nun unsere und die anstehende erweiterte Mittelfrist,
denn mit einem stationären Muster der Rossbywellen können sich Blockierungslagen
entwickeln. Die Frage ist nun, wieviel der Energie von Westen in Form eines
ausgeprägten Langwellentroges vor den Toren Westeuropas transferiert wird
(dominant äquatorial ausgerichtete zonale Wellenflüsse), oder ob diese zonal
gerichtet Nordeuropa mit kurzwelligeren Troganteilen beeinflussen und das eher
progressive Verhalten kurzwelliger Troganteile stützen. Dies hat Einfluss
darauf, wie amplifiziert sich eine Antizyklone über Südeuropa bis nach
Mitteleuropa ausweiten kann. Auf jeden Fall ermöglichen die nun in den
westlichen Nordatlantik gerichteten Wellenflüsse einen Abbau der Schichtdicke im
östlichen Bereich, was in der Folge von dem sich entwickelnden Langwellentrog
vor Westeuropa ausgenutzt wird.

Dass so eine Antizyklone über Südwesteuropa etabliert wird war schon letzten
Montag abzusehen. Störungsfreie Advektion (sehr) PV-armer Luftmassen aus
Nordafrika, die in die Antizyklone advehiert werden und diese nicht nur
kräftigen, sondern jegliche Zonalverlagerung weiter verringern. Im Kern wirkt
der am Montag bereits ausführlich beschriebene "heat dome" Effekt, sodass nur
noch die Frage bleibt, wie ausgeprägt der Trog vor Westeuropa ausfällt. Dies
würde die letzte Komponente hinzufügen und den "heat dome" Effekt verstärkten
(kurz: Advektion von hohen Absolutwerten an feuchter statischer Energie (u.a.
auch in Form hoher PWT Anomalien) in die Nordflanke der Antizyklone). Daher ist
es entscheidend, wie kräftig die negative Anomalie vor Westeuropa ausfällt.

Was sagt uns das alles nun. In der Mittelfrist wird eine blockierende
Höhenantizyklone über Südwest- nach Mitteleuropa aufgebaut und als Keil mit
hohen Abweichungen zur Hintergrundklimatologie polwärts gerichtet aufgespannt.
Wie/wohin sich die Keilachse entwickeln wird hängt von der Advektionskomponente
ab und die wiederum von der Ausprägung des Langwellentroges vor Westeuropa. Es
deutet aber vieles auf eine intensive Hitzewelle für Südwesteuropa hin, die wohl
auch Westeuropa zu einem großen Teil betrifft. Sie scheint sich zudem auch nach
Mitteleuropa auszuweiten. Hier nehmen die Unsicherheiten aber zu, wie stabil das
ganze aufgebaut wird, was durch die unsichere Ausrichtung der
Wellenflussvektoren von Westen ausgelöst wird. Es ist auch zu erkennen, dass die
Numerik Probleme mit dem hochbaroklinen Rand des thermischen Keils hat und daher
wiederholt Zyklogenesen neu ansetzt, was sich erneut auf die Geometrie des Keils
auswirkt. Je nach Ausrichtung der Wellenflüsse kann es auch für Mitteleuropa
eine intensive/anhaltende Hitzewelle werden (von einigen Membern mit deutlich
über +20 Grad in H85 gezeigt, wenngleich aber in der Minderheit), oder aber
zügig in eine erneut westlich dominerte Phase mit einem markanten
Nord-Südgefälle kippen.

Noch kurz ein Wort zur ENSO. Die am letzten Montag erwarteten Wellenflüsse vom
ostpazifischen Sektor konnten sich nicht so entwickeln wie erwartet, was vor
allem an der regen Konvektionsaktivität über Nordamerika lag (siehe die von der
NOAA vorhergesagten und bewarnten zahlreichen markante Gewitterlagen). Das war
auch durch wiederholte und teils nennenswerte Korrekturen bei den Inkrementen im
IFS-ENS zu erkennen. Ein weiterer Grund (wenngleich dieser auch erwartet wurde)
war das rasche Abschwächen der regen Konvektion im Ostpazifik nach Passage der
MJO/Kelvinwelle. Diese sich in Teilen Europas nun aufbauende Hitzewelle hat nach
Meinung des Verfassers bisher wenig mit dem Einfluss der sich entwickelnden
warmen ENSO zu tun, deren Einfluss jedoch zum Spätsommer (besonders August)
zunehmen dürfte.


AKTUELLE MITTELFRIST (Dienstag, den 16. Juni bis Samstag, den 20. Juni)


Doch schauen wir nun auf die anstehende Mittelfrist, die sich zwar immer weiter
aufheizt, aber eben noch mit Unsicherheiten behaftet ist, wie intensiv und
anhaltend diese Erwärmung von Südwest nach Nordost ausfällt.

Am Dienstag setzt im Zuge einer sich von Westen nähernden Kurzwelle (und in der
Nacht zum Mittwoch auch deren Passage) kräftige WLA ein, sodass die
Temperaturwerte in 850 hPa von 6 bis 13 Grad (Nordost nach Südwest) sukzessive
auf 9 bis 17 Grad steigen. Dies geht tagsüber mit ausgedehnter WLA-Bewölkung,
zahlreichen Schauern und vielleicht dem einen oder anderen kurzen Gewitter über
dem Norden/der Mitte der Republik einher. Die Niederschläge beschränken sich im
Zuge einer sich von Westen nähernden Kaltfront in der Nacht zum Mittwoch mehr
auf den Nordwesten von Deutschland. Derweilen sorgt eine erste und noch eher
seichte Keilpassage im Rest der Republik für stabile Verhältnisse. Besonders im
Süden verläuft der Tag freundlich oder sonnig und meist trocken, sieht man von
einem abendlichen Schauer- und Gewitterrisiko an den Alpen ab.

Am Mittwoch zieht ein kräftiges Tiefdruckgebiet von Schottland in Richtung
Europäisches Nordmeer und wird an seiner Südflanke von einem 125 kt Höhenjet
begleitet (bis zu 3 sigma Abweichung zur Hintergrundklimatologie), der sich über
die südliche Nordsee legt. Somit stellt sich eine zyklonal geprägte Westströmung
ein mit einem leicht antizyklonalen Touch über Süddeutschland.
Während über Norddeutschland wiederholt Niederschlagsgebiete ostwärts
durchziehen und peripher der zunehmend schleifenden Kaltfront teils auch länger
anhalten, sind am Südrand der Niederschläge auch einzelne Gewitter nicht
ausgeschlossen (nördliche Mitte betreffend).
Im Süden bleibt es freundlich oder sonnig und trocken.

Zum Donnerstag zieht die Kaltfront unter Abschwächung in Richtung Main/Donau und
gerät unter steigenden Luftdruck. Sie fällt im Norden am Vormittag noch mit
dichteren Wolkenfeldern auf, die in der kühlen und leicht labil geschichteten
Meeresluft postfrontal entstehen und auch der Nähe der aktiven und zonal
ausgerichteten Frontalzone geschuldet sind. Im Süden dominiert weiterhin der
Sonnenschein. Ob es am Alpenrand für einen abendlichen Schauer bzw. ein Gewitter
reicht, ist fraglich. Das Nord-Süd-Temperaturgefälle nimmt in 850 hPa auf 5 bis
18 Grad von Nord nach Süd zu.

Freitag und Samstag stehen aus heutiger Sicht weiterhin im Zeichen einer
mächtigen Keilaufwölbung mit stetig steigender Schichtdicke und T85 Werten am
Freitag zwischen 11 und 20 Grad, am Samstag zwischen 16 und 22 Grad und bis zum
Montag im äußersten Süden teils auf um 24 Grad ansteigend.
Was auffällt ist allerdings, dass der Keil bezüglich Schichtdicke (trotz
Anstiegs) nicht besonders kräftig aufgestellt ist, was sich auch in 500 hPa
durch eine vergleichsweise überschaubare Milderung zeigt. Das riecht nach
konvektionsanfälligen Bedingungen bei Überhitzung bzw. der Option, den Keil
tangierender oder gar passierender Kurzwellen, was ebenfalls Gewitter fördern
könnte. Ein kurzer Blick auf Vorhersagesoundings bestätigt diese Konstellation
mit üppigen MUCAPE Vorhersagen jenseits der 2000 J/kg, sodass alleine aus der
thermodynamischen Sicht deftige Aufwinde möglich sind. Unter dem Strich sollte
man also nicht überall von einer störungsfreien Hitzewelle ausgehen. Näheres
dann sicherlich in folgenden Übersichten.

Die Höchsttemperaturen teilen wir der bimodalen Verteilung während der
Mittelfrist ein in einen Norden und Süden.

Im Norden liegen die Maxima im Zustrom teils modifizierter subpolarer Meeresluft
am Dienstag bis Donnerstag zwischen 18 und 24 Grad - hier und da mit einem
Sommertag garniert. Ab Freitag breitet sich hier zunehmend sommerliche Wärme von
Süden aus mit Maxima zwischen 20 und 28 Grad.

Im Süden beginnen wir ebenfalls noch im mäßig warmen Bereich von 18 bis 24 Grad,
allerdings besonders den Oberrhein entlang auch bereits mit sommerlichen 25 bis
29 Grad. In der Folge breitet sich dann von Südwesten die Hitze Tag für Tag in
den gesamten Süden und bis zur Mitte der Republik aus, was zunehmend
hochsommerlich warmes bis heißes Wetter zur Folge hat. Die Maxima liegen am
Freitag/Samstag die Oberrhein-Rhein-Main-Schiene bereits bei über 35 Grad.

Die Minima verbleiben anfangs zwischen 16 und 11 Grad, können in der Nacht zum
Freitag im Nordosten auf 9 Grad zurückgehen und kennen ansonsten zum kommenden
Wochenende nur eine Richtung: stetige Milderung bis hin zu üppigen
Tropennächten, wobei diese je nach Bewölkung und orografischem Input verbreitet
und deutlich ausfallen können.

Der Westwind könnte zum Donnerstag im äußersten Norden (je nach Lage der
Frontalzone) eine (exponiert stürmische) Rolle spielen, ansonsten kommt er ohne
Warnrelevanz mal mehr aus Nordwest, mal her aus Südwest (was von der genauen
Druck-/Geopotenzialgeometrie abhängt).

In der erweiterten Mittefrist dauert die intensive Hitze bis einschließlich
Montag weiter an, wobei die Maxima im Süden, der Mitte und zunehmend auch im
Osten der Republik über 35 Grad ansteigen. Aktuelle recht trockene
Bodenfeuchteanalysen im Südwesten bis nach Unterfranken, die stetig zunehmende
Schichtdicke und ggf. dynamische Kompression in der Nähe einer Front lassen auch
die 40 Grad, die im aktuellen det. Output im Südwesten hier und da zu finden
ist, nicht unrealistisch erscheinen. Die Gewitteranfälligkeit wäre, Stand heute,
im Westen und Norden am höchsten, dann natürlich mit Unwetterpotenzial.
Allerdings sei nochmal auf den Umstand hingewiesen, dass noch unsicher ist, wie
robust der Keil nordwärts ausgreift - wenigstens für den Südwesten stehen die
Zeichen aber recht unisono auf "intensive Hitze".

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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Während der letzten 3 Modellläufe hat sich die Mittelfrist über eine recht gute
Modellkonsistenz eingestellt. Nachdem seit dem gestrigen 00Z Lauf für den
kommenden Mittwoch die progressive Bodentiefpassage von Schottland ostwärts nach
Norwegen erkannt wurde, wird nun ein eher zonal geprägter Mittwoch angedeutet
(wenigstens für den Norden und die Mitte von Deutschland). Allerdings ergeben
sich im Ensemble des IFS weiterhin größere Unsicherheiten, wie schnell das
Bodentief ost-/nordostwärts zieht und wie kräftig es ausfällt, was mit einer
zonal ausgedehnten Memberwolke hervorgehoben wird.

In der Folge wölbt sich dann ein umfangreicher Keil über Mitteleuropa auf, der
bezüglich seiner Keilachsenausrichtung noch etwas variabel vorhergesagt wird.
Zudem wird die Tendenz eines kräftigen und im Verlauf teils abtropfenden
Langwellentroges vor Westeuropa beibehalten, die den Keil stützt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Innerhalb der internationalen Modellkette ergeben sich zum Mittwoch noch
Diskrepanzen in Form eines GFS Modells, dass von der progressiven
Bodentiefpassage gen Norwegen weiterhin nichts wissen möchte und die
Höheströmung an dem Tag antizyklonaler ausfällt.
In der Folge weitet sich auch hier unisono ein kräftiger Keil über Mittel- und
Südwesteuropa nordwärts auf.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Clusteranalyse beginnt am Dienstag noch mit zwei Clustern und dem
klimatologischen Regime der positiven NAO. Dabei befinden wir uns in beiden
Clustern im antizyklonal geprägten Bereich eines zonal ausgerichteten
Rossbywellenzuges. Dass der Keil im Norden/über der Mitte eine leicht
wechselhafte Witterung nicht unterdrücken kann, wurde bereits weiter oben
beschrieben. Die Unterschiede in beiden Clustern sind für Deutschland gering.

In der Folge verbleiben wir bei zwei Clustern, wobei der Kontrolllauf (wie auch
zuvor) im ersten Cluster verweilt. Dieser wechselt beim klimatologischen Regime
von "NAO positiv" zu "Blockierung", während das Regime im zweiten Cluster
durchweg auf "positiver NAO" bleibt. Progressiv ist bei uns aber gar nichts,
denn es baut sich peu a peu eine immer kräftigere Blockierung mit Zentrum über
Mitteleuropa auf. Anfangs kann die rege Frontalzone dem Norden noch einen
wechselhaften Abschnitt bescheren, was aber auch im zweiten Cluster nur noch in
stark abgeschwächter Form der Fall wäre.

Von Samstag bis Montag dominiert bei zwei Clustern die Blockierung mit einer
umfangreichen und kräftigen Antizyklone über Mitteleuropa. Deren Geometrie (vor
allem die polwärtige Aufwölbung) ist aber noch Unsicherheiten unterworfen -
besonders über dem Süden und wohl auch der Mitte der Republik dominiert aber
hohes Geopotenzial.

In der erweiterten Mittelfrist würde es mit nur einem Cluster weiterhin sehr
blockierungsfreudig zugehen, wobei die Antizyklone über Mitteleuropa zögernd
abgeschwächt wird - es riecht hier aber nach einem unterdispersiven Verhalten
des Ensembles.

Die Meteogramme sprechen eine recht eindeutige Sprache: eng gebündelte "box and
whisker plots", mit einem stetigen Anstieg auf über 30 Grad beim Tmax und
zunehmend auch mit tropischen Minima.
Was auffällt ist, dass der Kontrolllauf im Norden und Osten zeitweise im unteren
Interdezilbereich zu finden ist und somit deutlich kälter als das ENS. Das liegt
wohl daran, dass das ENS die Dynamik aus dem Kontrolllauf mit der regen
Zyklogenese über dem Europäischen Nordmeer nicht erkennt oder nicht so mitträgt.
Hier muss noch geschaut werden, wer sich durchsetzt (was in den letzten Tagen
aber meist der Kontrolllauf gewesen ist). Ab dem 22. Juni nehmen die
Unsicherheiten deutlich zu.

Wiederholte Niederschlagsspitzen deuten auf ein latentes Gewitterrisiko hin, was
aber von so vielen, teils noch nicht absehbaren Faktoren gesteuert wird, dass
eine detaillierte Beschreibung jetzt noch keinen Sinn macht.

Die Rauchfahnen sind leider erneut noch nicht aktualisiert, wären aber besonders
zum Ende des kommenden Wochenendes von Interesse z.B. wie stark die
Memberstreuung ausfällt.

Beim GEFS ergibt sich ein ähnliches Verhalten bei Temperatur und Niederschlag,
wobei im ENS zum Ende des kommenden Wochenendes insgesamt ein stetiger Rückgang
der Temperatur auszumachen ist - allerdings mit erheblicher Streuung der Member.
Das zeigt die Unsicherheiten, die das Modell mit dem hoch baroklinen Rand der
Antizyklone bzw. dem thermischen Keil hat.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Beim WIND können am Donnerstag im Umfeld der Küsten einzelne stürmische Böen
(Bft 8) aus West nicht ausgeschlossen werden.

In der Folge steht dann die HITZE im Vordergrund, die sich im EFI ab Donnerstag
von Südwesten immer weiter aufbaut und nordwärts ausweitet. Nach der
verhältnismäßig kühlen/mäßig warmen Witterung der vergangenen Tage und dem
anstehenden raschen Temperaturwechsel sowie der zu erwartenden geringen
Abkühlung in den Nächten deutet sich besonders für den Südwesten (ggf. bis zur
Mitte ausgreifend) eine Hitzewelle mit erhöhtem "impact" an, wo (besonders den
Oberrhein entlang) von Mittwoch an Maxima über 30 Grad, ab Freitag über 35 Grad
zu erwarten sind. Diese Hitze betrifft zum kommenden Wochenende ganz
Süddeutschland, die Mitte und ggf. auch den Osten.

Das GEWITTERpotenzial ist noch schwer abschätzbar, da u.a. abhängig von
Kurzwellenpassagen, doch baut sich im Verlauf der Mittelfrist ausreichend MUCAPE
auf (über 2000 J/kg), dass alleine aus der thermodynamischen Sicht heraus mit
sehr kräftigen und wohl auch unwetterartigen Gewittern zu rechnen ist (Hagel,
Sturmböen, Starkregen). Die Konfiguration (stationärer Wellenzug, ggf.
aufbauende Randlage der Antizyklone) gibt aber eine längere Phase mit
(über)regional erhöhtem Gewitterpotenzial besonders für den Norden und die Mitte
her. ________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
GEFS, IFS, IFS-ENS, angepasstes MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Helge Tuschy