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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Dienstag, den 02.06.2026 um 10.30 UTC



Weiterhin unbeständige und zunächst nur mäßig warme Witterung mit durchweg
geringem Gewitterrisiko. Im Verlauf ganz langsam wieder etwas wärmer.
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Synoptische Entwicklung bis zum Dienstag, den 09.06.2026


Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Freitag liegen wir direkt unter
einem negativ geneigten Trog, der von einem großräumigen Drehzentrum südwestlich
von Island ausgeht. Stromab wölbt sich ein Rücken auf, der ein Bodenhoch über
Nordosteuropa stützt. Gegen dieses Bollwerk haben die atlantischen
Frontensysteme kaum eine Chance, sich durchzusetzen und so fungieren Teile von
Mittel- und Nordeuropa als eine Art "Frontenfriedhof". Eine Front verläuft am
Freitag von Südskandinavien über Polen hinweg südwärts und damit bereits östlich
von uns. Rückseitig ist von potentiellem Zwischenhocheinfluss keine Spur und so
steht ein unbeständiger Tag ins Haus, der auch das ein oder andere Gewitterchen
hervorbringen wird. Markante Begleiterscheinungen sollten jedoch die Ausnahme
bleiben (PPWS um 20 mm, etwas Zuggeschwindigkeit ist vorhanden, Scherung dagegen
kaum). Großartig ins Schwitzen wird man zudem auch nicht geraten. T850 liegt
zwischen 4 und 8 Grad, was meist nur Höchstwerte um 20 Grad zulässt.

Werfen wir den Blick nochmals auf den Atlantik, fällt auf, dass sich zwischen
dem angesprochenen Höhentief und kräftigem Höhenhoch bei den Azoren eine stramme
westliche Höhenströmung eingestellt hat. Darin eingebettet läuft ein
Kurzwellentrog ostwärts, der ein Bodentief mit sich führt. Letzteres erreicht am
Samstag die Britischen Inseln, wo es in die Zirkulation des steuernden Tiefs bei
Island aufgenommen wird. Sein Frontensystem greift im Tagesverlauf auf
Deutschland über, genauso wie der nachfolgende, sich abschwächende
Kurzwellentrog. In der Folge verläuft auch der Samstag leicht unbeständig mit
zeitweiligen Niederschlägen, wobei auch ein einzelnes Gewitter nicht
ausgeschlossen werden kann (worst case ocker aufgrund von lokalem Starkregen).

Am Sonntag kommt die über uns befindliche Front zwecks Blockade nur noch sehr
langsam ostwärts voran, sodass es weiter unbeständig mit einer latenten
Gewittergefahr bleibt. Nach kurzem nächtlichen Zwischenhocheinfluss meldet sich
am Montag auch schon wieder die Vorderseite des atlantischen, großräumigen
Höhentiefs. Am Boden greift eine Tiefdruckzone samt eingelagerter, wellender
Front auf den Nordwesten über, die dort für schauerartige Regenfälle sorgt. In
den Rest des Landes fließt derweil wieder etwas wärmere Luft ein, sodass T850
zumindest im Süden wieder zweistellige Werte erreicht. Über dem Bergland kann es
dabei etwas blubbern, sprich einzelne, aufgrund von Starkregen markante Gewitter
sind nicht ausgeschlossen.

Am Dienstag schwenkt der nächste Randtrog nach Deutschland hinein. Die Front
wird ostwärts über uns hinweg gedrückt und hängt nach Süden etwas zurück. An der
Front kommt es zu schauerartigen/gewittrigen Regenfällen, präfrontal sind
kräftige Gewitter denkbar. Rückseitig strömt wieder kühlere Luft ins Land. Im
Nordwesten sinkt T850 in der Nacht zum Mittwoch auf 3 Grad ab.

Auch in der erweiterten Mittelfrist bleibt uns die zyklonalen Strömungsmuster im
Großen und Ganzen treu. Allerdings kommt es über Westeuropa zu einer starken
Austrogung, die Strömung über uns steilt auf und wird leicht diffluent. Gepaart
mit dem Übergreifen einer Kaltfront und im Vorfeld einströmender Subtropikluft
würden die Zeichen zum Freitag hin auf Schwergewitterlage stehen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-Laufs des IFS kann insgesamt als gut
bezeichnet werden. Hinsichtlich der großräumigen Strömungsmuster wird an dem
Szenario "stramme zonale Höhenströmung über dem Atlantik" und "Blockadehoch über
Nordosteuropa" festgehalten. Im Detail, sprich wann, wie und wo genau Randtröge
und Frontensysteme unser Wetter beeinflussen, gibt es naturgemäß noch
unterschiedliche Lösungsvorschläge. An einer Fortdauer der insgesamt
unbeständigen und eher nur mäßig warme Witterung besteht aber offensichtlich
IFS-intern kein Zweifel.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Auch beim Vergleich mit anderen Globalmodellen (ICON, GFS, UK10) bestehen
zunächst hinsichtlich der großräumigen Strömungsmuster kaum Unterschiede.
Erwähnenswert ist jedoch das angebotene Szenario von GFS, das den
Kurzwellentrog, der laut IFS am Samstag nach Deutschland zieht, samt Bodentief
deutlich weiter nördlich, nämlich über England und die Nordsee nordostwärts
ziehen lässt. Durch den sich kräftigenden Gradienten könnten an der Nordsee Böen
bis Sturmstärke auftreten, was auch bei potentiellen Gewittern an der
übergreifenden Front (diffluente Vorderseite, erhöhte Scherung) der Fall sein
könnte.
In der neuen Woche gehen die Lösungen dann doch etwas weiter auseinander. GFS
lässt das blockierende Hoch weiter nach Osten wandern, wodurch wir voll unter
die straffe westliche Höhenströmung geraten. In eine ähnliche Richtung zeigt
auch ICON, wonach vor allem für die Nordsee der Wind zeitweilig stürmisch
auffrischen könnte.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen einen relativ eng
gebündelten und bei genauem Hinschauen auch leicht ansteigenden
Temperaturverlauf. In der neuen Woche dürfte demnach zumindest in der
Südosthälfte hier und da auch mal wieder die 25-Grad-Marke erreicht werden. Eine
Hitzewelle steht auf jeden Fall erst einmal nicht ins Haus.

Dazu gibt durchweg und bundesweit Signale für Niederschläge, die mal mehr, mal
weniger stark ausgeprägt sind.

Das Clustering bietet für den Zeitraum von Sonntag bis Dienstag 00 UTC drei
Gruppierungen an. Die ersten beiden (24 und 15 Member, Haupt-/Kontrolllauf in
C2) werden dem Regime NAO+ zugeordnet, Cluster 3 (12 Member) NAO-. Für unser
Wetter ändert das wenig. Alle drei halten an der Nordosteuropäischen Blockade
fest, die zonale Höhenströmung verbleibt über dem Atlantik und wir letztlich im
Einflussbereich des atlantischen Höhentiefs und dessen Randtröge.

Auch im Zeitraum von Mittwoch bis Freitag (erweiterte Mittelfrist) stehen drei
Cluster zur Verfügung (19, 18 und 14 Member, Haupt-/Kontrolllauf in C1). Die
Unterschiede werden dabei zum Ende hin immer größer. Während C1 (NAO+) wie der
Hauptlauf die markante Austrogung über Westeuropa zeigt, verortet C3 (NAO+)
diese westlich der Britischen Inseln mit teils antizyklonaler Höhenströmung über
Deutschland. C2 (NAO-) positioniert dagegen einen Rücken über den Britischen
Inseln samt Bodenhoch.

FAZIT: Die unbeständige und zunächst verbreitet auch nur mäßig warme Witterung
bleibt uns weiterhin treu. Über die gesamte Mittelfrist hinweg schwebt über uns
zwar ein geringes Gewitterrisiko, nach 'ner größeren Nummer sieht es derzeit
aber nicht aus. Zudem geht es mit dem Temperaturniveau im Verlauf ganz langsam
bergauf, zur 30-Grad-Marke werden wir aber weiterhin gebührenden Abstand halten.

Wie es in der erweiterten Mittelfrist weitergeht, ist noch sehr unsicher. Von
ruhigem Hochdruckeinfluss bis Schwergewitterlage ist nahezu alles möglich.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Über den gesamten mittelfristigen Zeitraum schwebt ein geringes Risiko für
einzelne Gewitter, die hauptsächlich aufgrund von lokalem Starkregen auch mal in
den markanten Bereich springen können. Wo genau die Schwerpunkte liegen werden,
kann aus heutiger Sicht noch nicht beantwortet werden und hängt unter anderem
stark von den auf uns einwirkenden Randtrögen ab.

Ob es an der Nordsee gradientbedingt mal für stürmische Böen reicht, so wie es
GFS für Sonntag und ICON für Dienstag vorgesehen hat, ist noch sehr unsicher und
muss weiter beobachtet werden.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz