heute
morgen
übermorgen
kommende Tage
10 Tage
Thema des Tages  
Vorhersagediagramme  
Niederschlagsradar  



S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 15.05.2026 um 10.30 UTC



Zunächst wechselhaft mit Schauern und Gewitter, im Wochenverlauf zunehmender
Hochdruck mit Erwärmung. Erweiterte Mittelfrist möglicherweise störungsanfällig.

__________________________________________________________

Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 22.05.2026


Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am Montag befindet sich Deutschland im
Einflussbereich eines steuernden Tiefkomplexes, der sich von den Britischen
Inseln bis auf den Nordatlantik erstreckt. Ein Trog geht von einem Kern zwischen
Island und Schottland aus und erstreckt sich über Frankreich und Spanien bis
nach Marokko. Im Tagesverlauf schwenkt dieser Trog nach Deutschland und ins
zentrale Mittelmeer, wo er Dienstagfrüh schließlich über der Balkan-Halbinsel
abtropft. In 500 hPa werden im Trogbereich über Deutschland Temperaturen bis -25
Grad Celsius simuliert. Das Vorankommen in östlicher Richtung wird von einem
umfangreichen Hoch über Westrussland blockiert. Rückseitig folgt ein sich
aufwölbender Rücken, dessen Achse Dienstagfrüh von Ost-Spanien über Frankreich
und Benelux bis zu den Färöer-Inseln reicht.
Am Boden liegt die Osthälfte Deutschlands zunächst noch unter schwindendem
Hochdruckeinfluss, auf die Westhälfte greift bereits Montagfrüh der Ausläufer
eines sich abschwächenden Tiefs nahe Schottland über. Dieser Ausläufer überquert
Deutschland im Tagesverlauf von West nach Ost mit teils schauerartigem und
gewittrigem Regen, schwächt sich jedoch auf dem Weg in den Osten des Landes
allmählich ab. Die 850 hPa-Temperatur liegt dabei meist zwischen 1 und 5 Grad
Celsius.

Am Dienstag schwenkt das Trogresiduum über Deutschland nordostwärts in die
Ostsee, der Rücken überquert Deutschland unter Abschwächung langsam ostwärts.
Vom Nordostatlantik zieht zudem ein weiterer hochreichender Tiefkern in Richtung
Schottland. Der davon ausgehende Trog ist recht flach, seine Achse erreicht
Mittwochfrüh den äußersten Westen Deutschlands.
Der Ausläufer des sich auflösenden Tiefs bei Schottland schwächt sich mehr und
mehr ab und sorgt in der Osthälfte noch für zeitweilige Schauer und einzelne
Gewitter. Es bildet sich jedoch zunehmend eine Hochdruckbrücke vom Azorenhoch
bis zu einem Hoch im Bereich der Barentssee, die das Wettergeschehen in
Deutschland vorübergehend beruhigt. Ab den Abendstunden zieht dann der Ausläufer
des Tiefs nahe Schottland in der Westhälfte Deutschlands auf und sorgt dort
erneut für Schauer. Die 850 hPa-Temperatur kann sich etwas erwärmen auf 4 bis 7
Grad Celsius.

Am Mittwoch wölbt sich von Marokko und Spanien ein Rücken über Irland bis auf
den Nordostatlantik auf, der vom Tiefkern nahe Schottland ausgehende flache Trog
gewinnt etwas an Amplitude und schwenkt langsam als Randtrog über den Norden
Deutschlands hinweg.
Der Ausläufer über Deutschland bringt feuchte Luft mit sich, in welcher sich
zusammen mit der Hebung des Randtroges im Tagesverlauf Schauer und Gewitter
bilden können. Von Frankreich her schiebt sich jedoch in der Nacht zum
Donnerstag ein Hoch nach Deutschland und sorgt zunehmend für Wetterberuhigung.
Das Temperaturniveau bleibt dabei nahezu unverändert.

Am Donnerstag zieht der Randtrog nach Skandinavien und in die Ostsee ab. Von
Nordwest-Afrika wölbt sich derweil der Höhenrücken weiter auf. Seine Achse liegt
Freitagfrüh über Spanien und Benelux bis nach Schweden. Westlich davon
amplifiziert sich ein Trog, dessen Achse über die Azoren hinweg zeigt.
Das Bodenhoch verlagert seinen Schwerpunkt nach Deutschland, sodass auf der
Trogvorderseite mit einer südwestlichen Strömung mildere Luft (12 Grad Celsius
in 850 hPa) in den Nordwesten Deutschlands einfließen kann. Sonst liegen die 850
hPa-Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad. Einzig im Südosten verbleibt mit
Unterstützung der Orographie eine gewisse Gewittergefahr.

Am Freitag wölbt sich der Höhenrücken noch etwas weiter auf, sodass seine Achse
direkt über Deutschland liegt. Das Bodenhoch verlagert seinen Schwerpunkt in den
Osten Deutschlands. Somit kann weiterhin mildere Luft zu uns einfließen (850
hPa-Temperaturen zwischen 8 und 13 Grad Celsius). Voraussichtlich stellt sich
ein neben Quellwolken vielfach sonniger und trockener Tag ein. Einzig im
Südosten Deutschlands können - ausgelöst durch die Orographie - weitere Schauer
und Gewitter nicht ganz ausgeschlossen werden.

In der erweiterten Mittelfrist von Samstag bis Montag bleibt uns zunächst der
Höhenrücken erhalten und mit einer südwestlichen Strömung fließt weiterhin
mildere Luft ein, die uns möglicherweise Sommertage beschert. Im Laufe des
Sonntags nähert sich nach dem aktuellen IFS-Lauf jedoch von Nordwesten her ein
Randtrog, der feuchte Luft mit sich bringt. Entsprechend könnten am Sonntag
und/oder Montag von Nordwesten erneut Schauer und Gewitter aufziehen.
__________________________________________________________

Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz zu den Vorläufen ist anfangs am Montag und Dienstag hoch. Der
Trog, der am Mittwoch den Norden Deutschlands überqueren soll, wird nach dem
aktuellen IFS-Lauf etwas schärfer gerechnet, als in den Vorläufen. Entsprechen
fallen die Niederschlagssignale etwas stärker aus.
Der nachfolgende Höhenrücken wird in der Folge auch etwas kräftiger vom
aktuellen Lauf gerechnet. Insgesamt kann man sagen, dass die Konsistenz des
zeitlichen Ablaufs weiterhin hoch ist.

Ab Freitag ergeben sich dann schließlich einige größere Unterschiede: Der
gestrige 12 UTC-Lauf lässt den Randtrog am Freitag über dem Baltikum abtropfen.
Die daraus resultierende Höhenzyklone zieht in der erweiterten Mittelfrist dann
langsam über Polen südwärts. Jedoch zeigen weder der gestrige 00 UTC-Lauf noch
der aktuelle 00 UTC-Lauf des IFS diese Entwicklung. Hier wird lediglich ein
kräftiger Höhenrücken simuliert.

Der Randtrog, der nach dem aktuellen Lauf in der erweiterten Mittelfrist im
Laufe des Sonntags aufziehen soll, lässt sich im gestrigen 00 UTC-Lauf hingegen
nicht erkennen. Der gestrige 12 UTC-Lauf zeigt diesen wiederum.
__________________________________________________________

Vergleich mit anderen globalen Modellen


Allgemein ist die Konsistenz zwischen den Mittelfristmodellen recht hoch. Am
Mittwoch gibt es zwar kleinere Unterschiede bei dem durchziehenden Trog, die
Auswirkungen auf das resultierende Wetter halten sich jedoch in Grenzen. Einzig
das UK10 betont den hohen Luftdruck etwas stärker, weshalb etwaige Schauer und
Gewitter deutlich seltener sind. Allerdings stellt dies eine Einzellösung dar
und kann in den sonstigen Modellen nicht wiedergefunden werden.

Den sich aufwölbende Höhenrücken, der in der Folge das Wetter beruhigt, haben
alle Modelle im Programm. Beim ICON erfolgt die Wetterberuhigung bereits schon
am Donnerstag landesweit, den anderen Modellen zufolge geht dies etwas langsamer
von statten.

Der aktuelle GFS-Lauf lässt ähnlich wie der gestrige 12 UTC-Lauf des IFS den
Randtrog über Osteuropa abtropfen. Dies hätte in der erweiterten Mittelfrist
Auswirkungen in Form von Niederschlägen im Südosten und Osten.

Der Randtrog, der in der erweiterten Mittelfrist nach dem aktuellen Lauf im
Laufe des Sonntags aufziehen soll, wird von den anderen Mittelfristmodellen
meist nicht gezeigt bzw. nur angedeutet.
__________________________________________________________

Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen stützen die bereits getätigten Aussagen. Die Temperatur steigt
im Mittelfristzeitraum stetig an. In der erweiterten Mittelfrist nimmt der
Spread etwas zu, aber das Gros der Modellläufe verbleibt auf höherem Niveau.
Auch das Geopotenzial nimmt stetig zu.
Die Niederschlagssignale deuten die Durchzüge der Tiefausläufer an, wobei hier
kleinere zeitliche Unterschiede deutlich werden. Von Freitag bis Sonntag sind
die Niederschlagssignale meist gering. Einzelne Lösungen zeigen jedoch erhöhte
Mengen in der Mitte und im Süden. Niederschlagssignale im Südosten Deutschlands
deuten dort auf weitere Schauer und Gewitter hin.

Die Clusteranalyse zeigt im Zeitschritt von Mittwoch bis Freitag (+120 h bis
+168 h) lediglich ein einziges Cluster an, das den aufwölbenden Höhenrücken
repräsentiert und dem klimatologischen Blocking-Regime zugeordnet wird.
Im Zeitschritt von Samstag bis Montag (+192 h bis +240 h) zeigen sich vier
Cluster. Cluster 1 mit 19 Membern zeigt eine schwache Hochdruckbrücke über
Deutschland und betont den Randtrog am Sonntag stärker. Cluster 2 mit 12 Membern
simuliert die Hochdruckbrücke über Nordwest-Deutschland. Gleichzeitig etabliert
sich über Nord-Italien zum Montag ein Höhentief, was an die GFS-Variante
erinnert. Cluster 3 mit 10 Membern inklusive des Kontrolllaufs zeigt einen
breiten Höhenrücken über Deutschland. Cluster 4 beinhaltet ebenfalls 10 Member
und sieht im deutschen Raum dem Cluster 2 ähnlich. Hier werden also die
Unsicherheiten in der erweiterten Mittelfrist deutlich, wobei keine der
aufgezählten Varianten völlig ausgeschlossen ist.



FAZIT:
Zunächst gestaltet sich das Wetter mit Schauern und einzelnen Gewittern noch
wechselhaft. Ab Donnerstag setzt sich von Westen zunehmend Hochdruckeinfluss
durch. Dabei steigen die Temperaturen im Wochenverlauf spürbar an, in der
zweiten Wochenhälfte auch auf sommerliche Höchstwerte. Nachtfrost ist kein Thema
mehr. In der erweiterten Mittelfrist dominiert Hochdruckeinfluss mit überwiegend
ruhigem und warmem Wettercharakter. Störungen von Nordwesten und/oder Südosten
bleiben jedoch möglich und könnten zumindest regional erneut Schauer und
Gewitter auslösen.
_________________________________________________________

Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


GEWITTER:
EFI CAPESHEAR zeigt keine Signale in der Mittelfrist. Dennoch sind am Montag vom
Norden bis zur Mitte Gewitter mit lokalem Starkregen bis 20 l/qm in kurzer Zeit,
einzelnen stürmischen Böen Bft 8 (bis 70 km/h) sowie kleinkörnigem Hagel gering
wahrscheinlich.
Am Dienstag können dann an Oder und Neiße weitere Gewitter mit ähnlichen
Begleiterscheinungen auftreten.
Am Mittwoch sind vor allem in der Mitte und im Süden, am Donnerstag lediglich im
Südosten noch Gewitter gering wahrscheinlich, erneut mit lokalem Starkregen bis
20 l/qm in kurzer Zeit, einzelnen stürmischen Böen Bft 8 sowie kleinkörnigem
Hagel.
________________________________________________________

Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, IFS-ENS, MOSMIX
________________________________________________________


VBZ Offenbach / M.Sc.-Met. Sebastian Schappert