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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Freitag, den 29.05.2026 um 10.30 UTC



Unbeständiger und nur mäßig-warmer Start in den meteorologischen Sommer! Dazu
immer wieder mal teils kräftige Gewitter, eventuell auch mal (ungewittriger)
mehrstündiger Starkregen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Freitag, den 05.06.2026


Zum Beginn des mittelfristigen Zeitraums am Montag gelangt Deutschland zunehmend
in den Einflussbereich eines westeuropäischen Troges. Im Vorfeld zieht ein
anfangs noch über uns befindlicher Kurzwellentrog allmählich ostwärts ab, der
vor allem in der Osthälfte noch für einige Schauer bzw. schauerartigen Regen
sorgt. Einzelne markante Gewitter mit lokalem Starkregen, stürmischen Böen und
kleinkörnigem Hagel sind bei zwar nur geringer Labilität, aber zum Teil starker
Scherung nicht ausgeschlossen.

Der Rücken ist allerdings nur auf Durchreise und so gelangen wir bereits in der
Nacht zum Dienstag auf die diffluente Vorderseite eines Troges, der sich von
Island bis nach Frankreich erstreckt und über den Britischen Inseln ein
eigenständiges Drehzentrum ausbildet. An dieser Lage ändert sich am Dienstag
tagsüber nicht sonderlich viel, wenngleich die südwestliche Höhenströmung noch
etwas aufsteilt und T850 in der Folge auf Werte um 10 Grad im Norden und um 15
Grad an den Alpen ansteigt. Am Boden lässt das korrespondierende Tief über den
Britischen Inseln seine Kaltfront von Westen her auf Deutschland übergreifen. In
der zuvor wieder stark angefeuchteten Luft (PPWs vielfach zwischen 30 und 35 mm)
sind verbreitet kräftige Schauer und Gewitter zu erwarten, die vor allem
aufgrund von Starkregen, vereinzelt aber auch durch Hagel bis in den
Unwetterbereich hineinreichen können. Bei etwas besserer Organisation sind zudem
auch Sturmböen im Bereich des Möglichen.

In der Nacht zum Mittwoch zieht die Kaltfront ostwärts durch und nimmt die
gewitterträchtige Luft mit. Hinter ihr sinkt T850 auf 6 bis 10 Grad ab. Tagsüber
überquert uns am Mittwoch schließlich der Trog, sodass weitere Schauer und
einzelne Gewitter auf der Agenda stehen, wenngleich in deutlich abgeschwächter
Form als noch am Dienstag.

Derweil macht sich über dem Atlantik ein hochreichendes Tief auf in Richtung
Britische Inseln, sodass bereits im Laufe des Donnerstags nach kurzem
Zwischenhocheinfluss schon wieder die nächste Front mit schauerartigen
Regenfällen von Westen her auf Deutschland übergreift. Die Labilität hält sich
dem 00-UTC-Lauf nach allerdings stark in Grenzen, sodass demnach keine
großartige Gewitteraktivität ins Haus stehen würde. Überraschen würde es aber
nicht, wenn im Vorfeld der Front (gerade Richtung Südosten hin) nicht doch die
ein oder andere Zelle hochgehen würde.

Am Freitag verabschiedet sich die Front ostwärts und bei meist einstelligen
T850er Werten verbleiben wir im Einflussbereich des hochreichenden Tiefs über
Nordwesteuropa, das den Fortbestand der unbeständigen Witterung aufrechterhält.


Der aktuelle Blick in die erweiterte Mittelfrist verspricht Ungemach, auch wenn
sich zunächst leichter Zwischenhocheinfluss einstellt. Denn von Süden her
gelangt wieder wärmere und feuchtere Luft ins Land, in der sich ab Sonntagabend
gewittrige Starkregenfälle bis in den Unwetterbereich entwickeln sollen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz des aktuellen 00-UTC-Laufs des IFS kann bis etwa Mittwoch als
sehr gut bezeichnet werden. Danach wird zwar wie auch in den beiden Vorläufen
weiterhin an der unbeständigen und nur mäßig-warmen Witterung festgehalten, im
Detail nehmen die Unsicherheiten aber deutlich zu. Das betrifft neben dem Timing
und der räumlichen Verteilung der aufziehenden Niederschläge auch ihre
Intensität. Demnach ist es nicht ausgeschlossen, dass örtlich auch mal die
Schwellen für (mehrstündigen) Stark-, eventuell auch Dauerregen erreicht werden.
Als Beispiel sei das Höhentief erwähnt, das ab Mittwoch Richtung Britische
Inseln zieht. In den beiden Vorläufen wurde dieses Szenario rund 12 Stunden
früher und zum Teil deutlich intensiver gerechnet (Sturmtiefentwicklung südlich
von Irland; markanter Kurzwellentrog mit stark diffluenter Vorderseite, der
Mittwochabend/Nacht zum Do vom Ärmelkanal zur Nordsee zieht).
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Der Vergleich mit anderen Globalmodellen spiegelt obige Konsistenzbetrachtung
mehr oder weniger wider: Bis etwa Wochenmitte sind sich alle Modelle recht
einig, danach schert vor allem GFS aus und lässt das hochreichende Tief samt
Folgeerscheinungen deutlich früher auf Deutschland übergreifen. In der zweiten
Wochenhälfte geraten wir nach GFS unter eine stramme südwestliche Höhenströmung
mit Nord-Süd-Gefälle in Sachen Temperatur (bei ICON und IFS schwächer, südlich
und West-Ost-Gefälle). An der im Allgemeinen unbeständigen Witterung ändert das
jedoch nichts. Erwähnenswert ist noch, dass wie IFS auch GFS für die erweiterte
Mittelfrist zum Teil unwetterartige Starkregenfälle im Programm hat (ebenfalls
ab Sonntagabend). Zufall oder steckt da tatsächlich was im Busch? Warten wir mal
ab.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Die Rauchfahnen für verschiedene deutsche Städte zeigen ein in Sachen
Temperaturentwicklung eine Art Berg- oder besser Mittelgebirgspanorama bestehend
aus kleineren An- und Abstiegen, wenngleich der Trend insgesamt leicht bergab
geht. Die "Gipfel" sind dabei am Dienstag und Donnerstag (jeweils vor
Übergreifen der Fronten) zu finden. Der Spread ist relativ gering und beginnt
erst im Laufe der erweiterten Mittelfrist stärker aufzufächern.
Niederschlagssignale sind recht üppig vertreten, vor allem auch, was die Mengen
angeht. Zwei Dellen fallen ins Auge, die dem kurzen Zwischenhocheinfluss (Nächte
zum Dienstag und Donnerstag) zuzuschreiben sind.

Das Clustering ergibt für den Zeitraum von Mittwoch bis Freitag 00 UTC drei
Gruppierung (C1: 21 Member inkl. Haupt- und Kontrolllauf; C2 und C3 je 15
Member), die allesamt zumeist dem Regime NAO+ zuzuordnen sind. C1 und C3
wechseln am Freitag zwar auf NAO-, an der unbeständigen Witterung bei ändert
sich jedoch nichts Grundlegendes.
Für den Zeitraum von Samstag bis Montag (erweiterte Mittelfrist) lassen die vier
Cluster einem die Wahl zwischen NAO+ (C1 (19, inkl. Haupt-/Kontrolllauf) und C4
(8)) und Blocking (C2 (14) und C3 (10)). Wir verbleiben dabei durchweg im
Einflussbereich des Atlantiktrogs, wobei die Frontalzone weit südlich (etwa über
dem Mittelmeerraum) verläuft.

FAZIT:
Der meteorologische Sommer startet recht unbeständig und nur mäßig-warm. Dabei
herrscht durchweg eine latente Gewittergefahr, die nach heutigem Stand vor allem
am Dienstag auch mal etwas ausgeprägter mit lokalem Unwetterpotenzial ausfallen
kann. Ebenfalls auf dem Zettel haben sollte man (ungewittrigen) mehrstündigen
Starkregen. Für (konvektive) Details ist es aber natürlich noch viel zu früh.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Über die gesamte Mittelfrist hinweg herrscht eine latente Gewittergefahr mit
lokalem Starkregen, stürmischen Böen und kleinkörnigem Hagel. Die Schwerpunkte
ändern sich dabei von Tag zu Tag (und mitunter auch von Lauf zu Lauf), sodass
eine Regionalisierung derzeit noch nicht so viel Sinn macht.

Der Schwerpunkt in Sachen Verbreitung und Intensität dürfte aber wohl am
Dienstag zu finden sein, wenn vor allem in der Westhälfte teils kräftige
Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und kleinkörnigem Hagel aufziehen, die lokal
auch unwetterartig durch heftigen Starkregen und Hagel ausfallen können. In der
Nacht zum Mittwoch verlagert sich die prinzipiell nachlassende Gewitteraktivität
in die Osthälfte, wobei dort dann regional mitunter ungewittriger, mehrstündiger
Starkregen auftreten kann, lokale Unwettergefahr inklusive.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS(-EPS), ICON(-EPS), GFS, UK10, MOSMIX
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Tobias Reinartz