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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 01.01.2026 um 10.30 UTC



Hochwinterlich mit verbreitet mäßigen bis strengen Frost und regionalen
Schneefällen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 08.01.2026


Zu Beginn des Mittelfristzeitraums am Sonntag befindet sich Europa im
Einflussbereich eines mit hochreichend Kaltluft gefülltem Langwellentroges, der
sich vom Nordpol via Nord- und Nordosteuropa bis zu den Alpen erstreckt.
Gestützt wird dieser von einem atlantischen Keil, der sich bis nach Grönland
erstreckt. An der Westflanke des Trogs gelangen Randtröge entlang der Westküste
Skandinaviens südwärts und sorgen für gewisse Hebungsantriebe die immer wieder
zu teils mäßigem Schneefall und auffrischendem Wind im Norden und Nordwesten
sorgen. Über Südeuropa befindet sich entlang einer Linie Pyrenäen, Norditalien
bis zur Krim erstreckend eine teils wellende Luftmassengrenze, die sehr kalte
Luftmassen mit 850 hPa Temperaturen zwischen -7 und -12 Grad von etwas milder
Luft mit 850 hPa Temperaturen zwischen +3 und +7 Grad trennt.
Über Südwesteuropa befindet sich ein umfangreiches flaches Höhentief, dass sich
im Laufe der Woche langsam Richtung Mittelmeer verlagert.

Im Laufe des Sonntags greift ein Randtrog mit zugehöriger Drängungszone auf
Norddeutschland über und sorgt für gebietsweise leichtem Schneefall. Mit
leichter Verstärkung des Druckgradienten frischt der westliche Wind auf. In
exponierten Küstenlagen und auf den Gipfeln der Mittelgebirge sind Sturmböen
nicht auszuschließen. Im Süden bleibt es meist heiter und trocken. Es gibt
gebietsweise Dauerfrost, Maxima liegen zwischen -2 und +3 Grad, nachts kühlt es
auf Werte zwischen -2 Grad im Norden und bis -15 Grad in den Alpen ab.

Am Montag verlagert sich der Randtrog weiter nach Osten, füllt sich aber langsam
auf. Der Druckgradient schwächt sich ab und der Wind lässt nach. Die Schneefälle
lassen insgesamt zwar auch nach, bei kräftigeren Schauern oder Schauerstraßen
kann lokal mäßiger Schneefall weiterhin nicht ausgeschlossen werden.
Im Laufe des Tages verbindet sich der Randtrog mit einem kleinen Höhentief, dass
vom europäischen Nordmeer bis zur Bretagne gezogen ist und es entsteht eine
Erweiterung des Randtrogs nach Frankreich. In dessen Trogachse entstehen
Drängungszonen und kleinräumige Hebungsprozesse, die abgesehen vom äußersten
Südosten Deutschlands gebietsweise für leichte bis mäßige Schneefälle sorgen.
Der Höhenkeil wird von einem Frontensystem an der Nordflanke nach Süden zu
abgedrängt, wobei sich die atlantische Antizyklone nun in Richtung Skandinavien
aufwölbt. Die Trogachse kann nun bis nach Spanien vorstoßen und die
Luftmassengrenze steilt sich auf und liegt in der Nacht zu Dienstag in einer
Linie "Straße von Gibraltar", Sardinen und Rumänien.

Am Dienstag liegt die Trogachse diagonal über Deutschland, bodennah stellt sich
aber schwacher Hochdruckeinfluss ein. Kleinere Störungen sorgen für etwas
Schneefall. Es bleibt weiterhin kalt mit Maxima zwischen -4 und +2 Grad, nachts
lieben die Minima verbreitet im mäßigen bis strengen Wertebereich, mit Werten
zwischen -4 und -15 Grad.

Am Mittwoch und Donnerstag regeneriert sich der Trog über Skandinavien, wobei
aber ein Frontensystem über die Nordflanke des atlantischen Hochs Europa
erreichen kann und etwas mildere Luftmassen heranführen. Mittwoch bleibt es
dabei zunächst unter den schwachen Hochdruckeinfluss zunächst noch trocken,
bevor in der Nacht zu Donnerstag die Frontalzone von Westen her auf Deutschland
übergreifen kann und vielfach für Schneefall sorgt. Die 850 hPa Temperaturen
steigen auf -3 bis -5 Grad. Auch die Höchsttemperaturen steigen an und liegen am
Donnerstag zwischen -3 und +4 Grad. Gleichzeitig frischt der Wind böig auf, auf
den Mittelgebirgen sind Sturmböen gering wahrscheinlich.

In der erweiterten Mittelfrist soll das atlantische Hoch immer mehr von
kräftigen Zyklonen nach Süden abgedrängt werden, die nachfolgend auch auf Europa
übergreifen sollen. Somit soll ein sehr wechselhafter und teils stürmischer
Abschnitt beginnen.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz ist an sich recht gut, jedoch gibt es teils deutliche Varianzen
bei der Simulation der Randtiefentwicklungen, die an der Westflanke (Westküste
Skandinaviens) des umfangreichen und mit Kaltluft gefüllten Troges über
Nord/Osteuropa in Richtung Mitteleuropa ziehen.
Bereits am Montag wird das Tief in der Nordsee etwas intensiver simuliert, im
Gegenzug dazu wird das gestrige Tiefdrucksystem am Dienstag (Schnee- und
Windlage in Norddeutschland) im aktuellen IFS nicht mehr gezeigt. Allgemein
bleibt der Einfluss des umfangreichen und kalten Trogs für Mitteleuropa bis zum
Ende der Mittelfrist erhalten. An dessen Westflanke bleibt, wie erwähnt, es
jedoch sehr unsicher in der Prognose.
Gegen Ende des Mittelfristzeitraums bzw. in der erweiterten Mittelfrist, deuten
sich erste Warmlufteinschübe von Westen an, die evtl. für eine ausgeprägte
Glatteis-, Schnee- vielleicht auch Windlage hinweisen könnten.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Erst ab Dienstag ergeben sich größere Unterschiede zwischen den Modellen. Da es
jeweils etwas anders simuliert wird, wie und ob sich der Randtrog mit dem
kleinräumigen Höhentief über Westeuropa verbindet. ICON lässt den Trog sofort
über Westeuropa wieder regenerieren, während GFS und UK10 eher an der Seite vom
IFS sind und den Hochkeil am Donnerstag kurzzeitig auf uns übergreifen lassen.

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Bewertung der Ensemblevorhersagen


In den Plumes des ECMWFs zeigt sich, dass der Spread bis einschließlich Montag
recht eng ist. Nachfolgend öffnet er sich aber rasant. Ab Donnerstag gibt es die
größten Unsicherheiten. Es scheint aber kalt zu bleiben, es ist nur nicht klar
ob eher zyklonal oder antizyklonal.

In der Clusteranalyse des ECMWFs gibt es im Zeitbereich 120 bis 168 h 5
verschiedene Cluster. Der Kontroll- und der Hauptlauf befinden sich mit
insgesamt 17 Membern in Cluster 1. Die meisten Cluster weisen den Atlantischen
Rücken und den sehr kräftigen und umfangreichen Trog auf. Wie der Trog und auch
das atlantische Hoch sich weiterentwickeln ist aber ungewiss. Generell sollte
der Zustrom kälterer Luftmassen aber erhalten bleiben.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


WIND:
Anfangs kann es zeitweise zu einem auffrischenden Wind kommen. Auf exponierten
Berg- oder Küstenlagen sind Sturmböen aus westlichen Richtungen nicht
auszuschließen.

SCHNEE/SCHNEEVERWEHUNGEN:
Im gesamten Mittelfristzeitraums kann es vor allem im Norden/Nordwesten und in
den Mittelgebirgsregionen zu leichten bis mäßigen Schneefällen kommen. In den
Mittelgebirgen ist zumindest zeitweise auch Schneeverwehung ein Thema.

FROST/DAUERFROST:
In den Nächten tritt ebenfalls ab Sonntag am Alpenrand, ab Montag zunehmend auch
nach Norden übergreifend strenger Frost auf. Weiterhin muss gebietsweise auch
tagsüber mit leichtem Frost bis in tiefe Lagen gerechnet werden.

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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS, MOSMIX, EPS
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Christina Speicher