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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Donnerstag, den 15.01.2026 um 10.30 UTC



Ruhige Inversionswetterlage, bei zunächst nur leicht zurückgehenden
Temperaturen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Donnerstag, den 22.01.2026


Die Mittelfrist, die heute von Sonntag (18. Januar) bis Donnerstag (22. Januar)
reicht, ist durch eine andauernde Blockadelage gekennzeichnet. Zu Beginn der
Mittelfrist am Sonntag liegt das verantwortliche Hochdruckgebiet mit einem
maximalen Luftdruck von knapp 1050 hPa über Westrussland und wandert bis
Wochenmitte unter allmählicher Abschwächung südwärts Richtung nördlichen Balkan.
Es wird dabei sowohl dynamisch durch einen Rücken als auch thermisch von einen
großen Kaltluftkörper gestützt. Die atlantischen Tröge werden dabei über
Westeuropa ausgebremst und tropfen mehrfach nach Südwesteuropa ab. Die daraus
resultierenden Cut-Off-Tiefs positionieren sich im Verlauf über Nordafrika und
induzieren vorderseitig über dem westlichen Mittelmeer teils kräftige
Zyklogenesen. Deutschland liegt am Rande des Hochs bzw. im Einflussbereich des
korrespondierenden Rückens in einem stark antizyklonal geprägten Regime. Dabei
stellt sich eine relativ starke Inversion ein. Oberhalb der Grenzschicht wird
mit südöstlicher Strömung milde Luft herangeführt, im 850-hPa-Niveau liegen die
Temperaturen bei 3 bis 7 °C, am leicht föhnigen Alpenrand bei knapp 10 °C und
sinken bis Wochenmitte zunächst nur leicht ab. Die milde Luft macht sich
vornehmlich im Bergland sowie an dessen Nordwesträndern bemerkbar, ansonsten ist
es in der feuchten Grenzschicht eher kühl, örtlich stellt sich im Verlauf sogar
wieder Dauerfrost ein. Nachtfrost gibt es fast überall, teils auch mäßigen.
Wenigstens sinkt die Inversion durch beständiges Absinken langsam ab, womit die
Neigung zu zähem Nebel oder Hochnebel abnimmt und die Sonnenanteile zunehmen.
Bevorzugt im Umfeld der östlichen Mittelgebirge weht ein durch orographische und
katabatische Verstärkung in Böen steifer bis stürmischer Wind.

Nach Wochenmitte und in der erweiterten Mittelfrist zum übernächsten Wochenende
wird der Rücken in seinem Westteil wiederholt regeneriert, was eine
quasi-retrograde Verlagerung nach Mitteleuropa und Skandinavien bedeutet. Dabei
wird das alte Blockadehoch durch ein neues, kräftiges über Nordskandinavien und
Nordwestrussland abgelöst. An der Ostflanke kommt es über Osteuropa zu einem
erneuten, kräftigen Kaltluftvorstoß. Auch bei uns setzt mit ageostrophisch
zunehmend auf Ost drehender Strömung bodennah Kaltluftadvektion ein und der
Temperaturtrend zeigt nach unten. Ob sich im Verlauf auch mal hochreichende
Kaltluft bis zu uns durchsetzen kann, ist aber fraglich und stark an die genaue
Position des Hochs gekoppelt. Ziemlich sicher ist, dass es zunächst antizyklonal
und weitestgehend niederschlagsfrei weitergeht. Erst ab dem übernächsten
Wochenende mehren sich schwache Signale auf zyklonaleres Wettergeschehen (mit
etwas Schnee), entweder durch atlantische Ausläufer, die es tatsächlich mal mit
Mühe bis nach Mitteleuropa schaffen, oder Kaltlufttropfen aus Osten.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Berechnungen des IFS sind im Wesentlichen konsistent, kleinere Unterschiede
im Detail sind kaum prognoserelevant. Erst in der erweiterten Mittelfrist laufen
die Simulationen etwas stärker auseinander. Die gestrigen Läufe (00Z und 12Z)
waren zum übernächsten Wochenende insgesamt etwas zyklonaler aufgestellt (teils
durch einen Kaltlufttropfen ->00Z, teils durch schwache atlantische Fronten).
Vor allem im 00Z-Lauf konnte sich die osteuropäische Kaltluft zudem etwas
zügiger und besser bei uns durchsetzen. Der heutige 00Z-Lauf ist sowohl
bezüglich des zyklonalen Einflusses als auch des Kaltluftvorstoßes konservativer
aufgestellt.
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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Prognoserelevante Unterschiede ergeben sich auch zwischen den anderen
Globalmodellen erst ab Wochenmitte bzw. in der erweiterten Mittelfrist. Bei ICON
arbeitet sich die hochreichende Kaltluft mit einem abtropfenden Trog bereits ab
Donnerstag bis Mitteleuropa vor (von Nordosten leichte Schneefälle möglich). Mit
dieser forschen Variante ist das DWD-Modell aber noch ziemlich isoliert. GFS
simuliert zur Wochenmitte ebenfalls ein kleines Höhentief über Mitteleuropa,
allerdings westlich der Rückenachse und wenig wetterwirksam im Umfeld eher
milderer Luft. Zum übernächsten Wochenende tendiert GFS dann aber auch zu einem
etwas stärkeren Übergreifen hochreichender Kaltluft aus Osten als IFS.
Unterstützung bekommt das GFS von AIFS, das die Kaltluft ebenfalls schon zum
Wochenende, aber stark antizyklonal simuliert. Bei GCGFS (Graphcast GFS) deutet
sich ab dem übernächsten Wochenende ansatzweise eine Art Luftmassengrenze über
Mitteleuropa an, die auch zyklonal forciert wird mit Schnee- und Regenfällen,
was aber derzeit auch eher als Ausreißer zu bezeichnen ist.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


IFS-EPS:
Die Rauchfahnen für 850-hPa-Temperatur und 500-hPa-Geopotenzial sind bis etwa
Wochenmitte relativ eng gebündelt und der deterministische Lauf gut eingebettet.
Danach nimmt die Streuung zwar zu, der deterministische Lauf ist mit seiner
Variante des nur seichten Temperatur- und Geopotenzialrückgangs aber in sehr
guter Gesellschaft. Dennoch gilt es die wenigen ausreißenden Member im Auge zu
behalten. Bis einschließlich Mittwoch gibt es keinerlei Niederschlagsignale.
Danach tauchen zumindest in einigen Member kleinere Niederschlagsspitzen auf,
bevorzugt in der Westhälfte (schwacher atlantischer Einfluss).

CLUSTER:
Im Zeitraum +72/84/96 h (So-Mo) schlägt das Clustering fehl und es wird nur eine
Variante angeboten (Blocking).
Im Zeitraum +120/144/168 h (Di-Do) können immerhin drei Cluster gebildet werden,
die aber - wenig überraschend - alle dem Blocking-Regime zugeordnet werden und
mit Fokus auf Mitteleuropa auch kaum nennenswerte Unterschiede aufweisen.
Für den Zeitraum +192/216/240 h (Fr-So) steht dann wieder nur eine Variante zur
Auswahl, an der Fortdauer des Blocking-Regimes bestehen keine Zweifel.

FAZIT:
In der Mittelfrist stellt sich eine ruhige, ereignisarme Inversionswetterlage
ein bei zunächst nur leicht sinkendem Temperaturniveau. Auch danach sind die
Hinweise auf zyklonaleres Wettergeschehen alles andere als erdrückend, sei es
durch schwache atlantische Tiefausläufer oder durch Kaltlufttropfen aus Osten.
Immerhin wird es bezüglich der Temperaturentwicklung (quasi Patt zwischen milder
Atlantikluft und hochreichend kalter Kontinentalluft) etwas spannender.
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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


WIND:
Von Sonntag bis Dienstag im östlichen Mittelgebirgsraum, insbesondere im
sächsischen Bergland, zeitweise stürmische Böen (8 Bft) aus Süd bis Südost
möglich, in den ostbayerischen Mittelgebirgen aus Ost.

Ansonsten keine signifikanten (markanten oder unwetterartigen) Warnereignisse.
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Basis für Mittelfristvorhersage
IFS det./-EPS, MOS-Mix
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Adrian Leyser Sturm