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S Y N O P T I S C H E Ü B E R S I C H T M I T T E L F R I S T
ausgegeben am Montag, den 20.04.2026 um 10.30 UTC



Zunächst trockene und sonnenscheinreiche Hochrandlage. Am Wochenende von
Nordosten her etwas zyklonaler und wohl auch etwas frischer, aber
voraussichtlich kaum Regen.
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Synoptische Entwicklung bis zum Montag, den 27.04.2026


Am kommenden Donnerstag starten wir - man möchte hinzufügen "mal wieder" - mit
einer Blockierungslage par excellence. Dabei befindet sich Deutschland an der
Ostabdachung eines kräftigen Hochs (ULI), dessen Zentrum mit etwas über 1030 hPa
zwar über dem nahen Atlantik liegt, das sich aber von Grönland über Westeuropa
bis hinunter zum westlichen Mittelmeer erstreckt. Gestützt wird das Hoch von
einem nicht minder ausladenden, meridional exponierten Höhenrücken, dem ein
hochreichendes Tief weit westlich von Irland sowie ein von der Polgegend bis
hinunter nach Südosteuropa reichender Potenzialtrog zur Seite stehen. Hier bei
uns herrscht Hochdruckeinfluss mit reichlich Sonnenschein (vielfach wird die
maximal mögliche Sonnenscheindauer ausgeschöpft), der nur in Teilen
Norddeutschlands durch von der Nordsee hereindriftende tiefe Bewölkung
("Nordseestratus") gestört wird. Dass diese Wolken überhaupt ins Landesinnere
ziehen können, haben wir der Tatsache zu verdanken, dass ein mitunter leicht
böig auflebender Nordwestwind weht. Genau dem verdanken wir auch die
vergleichsweise gedämpften Temperaturen (T850 um +5°C), die am ehesten im
Südwesten mal 20+X°C erreichen. Ansonsten pendelt sich das thermische Niveau
häufig zwischen 15 und 20°C ein, direkt an der See sowie bei längerer
Stratusbegleitung auch darunter. Zudem besteht zumindest mal in Bodennähe
vielerorts Nachtfrostgefahr.

Am Freitag zeigen Hoch und Rücken zwar leichte Abschwächungstendenzen, eine
wirkliche Wetterumstellung hat das sehr wahrscheinlich aber noch nicht zur
Folge. Möglich, dass in Verbindung mit einem südostwärts über den Vorhersageraum
hinwegschwenkenden flachen Randtrog ein paar hohe Wolken den Weg zu uns finden
(vor allem Norden/Osten) und auch das Potenzial für in der Regel wenig
willkommenen Nordseestratus ist weiterhin gegeben. Ansonsten stehen aber weder
nennenswerter Regen (meist bleibt es trocken, allenfalls aus dem Stratus könnte
es etwas nieseln) noch eine durchgreifende Temperaturänderung auf der Karte.

Ob sich das am Wochenende nachhaltig ändert, kann noch nicht abschließend
beantwortet werden, die Wahrscheinlichkeit ist aber gering. Fakt ist, dass der
Rücken und die Hochdruckzone ein klein wenig nach Westen zurückweichen, wodurch
der nordosteuropäische Trog etwas mehr Spielraum in Richtung Westen und
Südwesten bekommt. Der damit einhergehende, nach Süden vorstoßende polare
Kaltluftausbruch ist allerdings gen östliches Mittel- respektive nahes Osteuropa
gerichtet, so dass hier nur von einem Streifschuss auszugehen ist. "Abgefeuert"
wird dieser von einer wenig wetteraktiven Kaltfront eines über die westliche
Ostsee nach Polen ziehenden Randtiefs bzw. flacher Welle (wahrscheinlich das
Ergebnis einer Leezyklogenese hinter dem südnorwegischen Gebirge). Wann genau
die Kaltfront aufschlägt, ist noch unsicher. Es spricht aber einiges dafür, dass
sie das auf relativ antizyklonaler Spur tut und die postfrontal einfließende
(abgetrocknete) Polarluft vornehmlich die Nordosthälfte erreicht. Bis Sonntag
geht dort T850 gerade mal auf etwas unter 0°C zurück, was in einigen
zurückliegenden Läufen um einiges krasser gesehen wurde.

Deutlich zyklonaler könnte das Wetter nach Lesart von IFS (00 UTC) zum Dienstag
hin werden, wenn von der Nordsee her mal ausnahmsweise nicht Stratus, sondern
ein Randtrog mit eigenständigem Tief und flächigem Regen auf Deutschland
übergreift. Ein eigenwilliges Szenario, das neu ist und in den Folgeläufen
ebenso auf den Prüfstand gehört wie die nachfolgende High-over-low-Variante mit
Regen im Süden und Sonne im Norden.
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Bewertung der Konsistenz des operationellen Laufs


Die Konsistenz von IFS kann zu Beginn des Mittelfristzeitraums als sehr gut
bezeichnet werden. Demnach starten wir - und die anderen einschlägigen Modelle
bestätigen das - mit einer Blockierungslage, wobei das bestimmende Hoch über dem
nahen Atlantik positioniert ist. Am Wochenende nehmen die Prognoseunschärfen
allmählich zu. Einigkeit herrscht dahingehend (wenn auch noch mit Timing-bzw.
Intensitätsunterschieden), dass es über dem östlichen Mitteleuropa respektive
dem nahen Osteuropa zu einem Kaltlufteinbruch aus polaren Breiten kommt.
Unsicher ist allerdings noch, wie viel wir davon hier in Deutschland abbekommen.
Jedes Modell und jeder neue Modelllauf wartet mit einer etwas anderen Variante
auf. Zwei wesentliche Dinge lassen sich aber festhalten: Erstens,
voraussichtlich wird es wie gesagt nur einen Streifschuss geben, der am ehesten
den Norden und Osten trifft. Gleichwohl bleibt das Damoklesschwert "Nachtfrost"
erhalten. Zweitens, das ganze Prozedere läuft auf deutscher Seite sehr
niederschlagsarm ab.

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Vergleich mit anderen globalen Modellen


Bereits im Kapitel zuvor wurde erwähnt - wenn auch nicht namentlich -, dass die
Anfangssituation mit der Blockierung über dem nahen Atlantik von den Modellen
unisono simuliert wird. Auch die abnehmende Modellschärfe zum Wochenende hin
wurde angesprochen. Interessant dabei, dass UK10 von allen Modellen die Kaltluft
am weitesten im Osten belässt. So kommt die 0°C-Isotherme gar nicht zu uns rein,
was aber Alleinstellungsmerkmal besitzt. Ähnlich sieht es anfangs beim
kanadischen GEM aus, welches erst am Montag besagte Isotherme die
deutsch-polnische Grenze überschreiten lässt. GFS wiederum kommt ganz bizarr
daher, indem es uns ein verspätetes Osterei verspricht. Die Rede ist von einem
sehr kleinen Höhentief (kein Kaltlufttropfen, da es mit einem Bodentief
korreliert), das schon am Samstag von Dänemark zu uns stößt und einmal die
östlichen Landesteile südostwärts kreuzt. Bliebe noch ICON, das in Bezug auf die
Kaltluft die westlichste und auch früheste (schon am Samstag) Version anbietet.
Kurzum, wir könnten das Spielchen noch ad infinitum treiben und uns einen Wolf
konjugieren, ohne dass wir dabei aber wirklich was gewinnen. Zumal schon die
nächsten Läufe wieder etwas anders aussehen dürften. Wir halten fest: Ein
bisschen Kaltluft ja, dabei wenig bis kein Regen wahrscheinlich und wie es
Anfang nächster Woche weitergeht (GEM und GFS haben eine andere Meinung als
IFS), steht in den Sternen.
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Bewertung der Ensemblevorhersagen


Das Ensemble von IFS (IFS-EPS) stützt im Großen und Ganzen die bisher getätigten
Aussagen auf Basis des Hauptlaufs. Heißt in Bezug auf die Rauchfahnen
verschiedener deutscher Städte, dass nach anfänglich passabler Bündelung die
Spreizung ab dem Wochenende zunimmt. Dabei zeigt der Trend sowohl beim
Geopotenzial 500 hPa als auch bei der Temperatur 850 hPa vornehmlich im Norden
und Osten (Referenz HH, Wangerooge, Rostock, Berlin, Leipzig) nach unten, wenn
auch mit unterschiedlichem Beginn und variierender Intensität. In der Folge
stellt sich eine leicht ondulierende Seitwärtsbewegung ein, die bei aller noch
vorhanden Streuung gerade im Osten und Norden mehrheitlich unterkühlt verläuft
(T850 -3 bis -6°C). Zwar nehmen die RR-Signale in der nächsten Woche insgesamt
wieder zu, die Mengen bleiben aber überschaubar und auch längst nicht alle
Ensembles haben Bock auf Niederschlag. Der Randtrog mit dem Nordseetief am
Dienstag scheint im Kontext der Ensembles ein Ausreißer zu sein.

Zu den Clustern, die im ersten Fenster (Donnerstag/Freitag, T+72...96h) zwar fett
mit sechs Schubladen einsteigen, die sich aber nur in Nuancen unterscheiden.
Warum drei Cluster dem Regime "Atlantischer Rücken" und die anderen drei unter
"Blockierung" abgeheftet werden, lässt sich mit dem bloßen Auge selbst unter
Zuhilfenahme eines Monokels nicht erkennen. Klar erkennbar hingegen die
Reduzierung auf zwei Cluster von Samstag bis Montag (T+120...168h), die beide
"Atlantischer Rücken" anzeigen. CL 1(39 Fälle + HRES) simuliert die zyklonale
Übergriffigkeit von Nordosten her etwas schwächer als das mit 12 Mitgliedern
besetzte CL 2. Die erweiterte Mittelfrist T+192...240h (ab Dienstag) wartet -
etwas verwunderlich - mit nur einem einzigen Cluster auf, das Deutschland unter
einer indifferenten bis leicht zyklonal konturierten nordwestlichen
Höhenströmung sieht (Rücken naher Atlantik, Trog östliches Mittel-/nahes
Osteuropa). Detailabläufe, wie sie vom HRES gezeigt werden, werden hier freilich
nicht abgebildet. Was man konstatieren kann: Ein Wärmeeinbruch ist mit dieser
Strömungskonstellation nicht zu erwarten, so dass wir gespannt sein dürfen, ob
der momentan bezogen auf Gesamtfläche Deutschlands gegebene leichte
Wärmeüberschuss (Referenz 1991-2020) am Ende des Montags noch Bestand haben
wird.

FAZIT:
Nach anfänglicher Blockierung mit Hochschwerpunkt über dem nahen Atlantik kommt
es am Wochenende zu im Detail noch immer unscharfen Versuchen, von Nordosten her
etwas mehr Zyklonalität und auch frische Kaltluft bei uns zu platzieren.
Voraussichtlich springt aber nur ein Streifschuss heraus (vor allem
Norden/Osten) mit wenig bis keinem Niederschlag. Dafür bleibt uns die Gefahr von
Nachtfrost - schon in der Kurzfrist ein Problem - bis auf Weiteres erhalten.

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Wahrscheinlichkeiten für signifikante Wettererscheinungen


Nachdem gestern und heute insbesondere im Osten und Nordosten sowie Teilen der
Mitte ordentlich Regen abgeladen wurde, steht nun erstmal wieder eine trockene
oder zumindest weitgehend trockene Phase an. Auf dem Sektor Niederschlag ist in
dieser Rubrik also nichts zu holen, was auch auf Gewitter zutrifft.

Aufmucken tut hingegen immer mal wieder der vornehmlich aus Nordwesten kommende
Wind. Allerdings beschränkt sich das Überschreiten der markanten Warnschwelle
(8-9 Bft) von Donnerstag bis Samstag auf die Küste (Nordsee wahrscheinlich mehr
als Ostsee) sowie exponierte Kamm- und Gipfellagen des Berglands.

Als markant und wenig erwünscht ist zu dieser Jahreszeit das Auftreten von
Nachtfrost zu bezeichnen, auch wenn es sich nicht immer zwingend um Luftfrost
handelt. Frost in Bodennähe ist beim derzeitigen Vegetationsstand alles andere
als eine Randnotiz.
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Basis für Mittelfristvorhersage
MOS-Mix mit IFS-EPS.
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VBZ Offenbach / Dipl. Met. Jens Hoffmann