heute
morgen
übermorgen
kommende Tage
10 Tage
Thema des Tages  
Vorhersagediagramme  
Niederschlagsradar  




Wissenschaft kompakt

Glatt, aber wieso?


In Wettervorhersagen dieser Tage spielt die Glätte eine große Rolle.
Aber welche Arten von Glätte gibt es überhaupt und was zeichnet sie
aus?


Glätte hier, Glätte dort, das Winterwetter sorgt derzeit immer wieder
für rutschige Straßen und Wege. In der Wettervorhersage fallen dann
Begriffe wie überfrierende Nässe, Reif oder gefrierender Regen. Heute
wollen wir uns daher ein wenig mit den unterschiedlichen Arten von
Glätte oder Glatteis beschäftigen.

Reifglätte

Die erste Sorte entsteht, wenn sich ? wie der Name schon vermuten
lässt ? Reif bildet. Das heißt in Bodennähe entspricht die Temperatur
der Feuchttemperatur, sodass sich der in der Luft vorhandene
Wasserdampf als Eis auf Oberflächen ablagern kann.
Dieser Reif kann nun beispielsweise auf Gehwegen von Fußgängern
zusammengedrückt und dadurch kurzzeitig flüssig werden. Bei negativen
Oberflächentemperaturen gefriert er danach wieder und es wird glatt.

Eisglätte

Die zweite Art der Glätte ist tückisch. Sie entsteht, wenn auf den
Straßen noch Wasser jeglicher Art vorhanden ist. Wenn nun durch einen
nächtlichen sternenklaren Himmel oder durch herangeführte Kaltluft
die Temperatur sinkt, gefriert das Wasser auf den Straßen. Auch
Restnässe von einem vergangenen Niederschlagsereignis kann für
spiegelglatte Beläge sorgen. Das macht die Vorhersage, wo und wann es
gefährlich wird umso herausfordernder.

Glatteis

Vielleicht auch unter dem umgangssprachlichen Begriff Blitzeis
bekannt, ist dieses Phänomen besonders gefährlich. Meteorlogisch
gesehen, müssen zuerst Regentropfen in einer Wolke entstehen. Dazu
werden positive Temperaturen benötigt, hier spricht man auch von
einer "warmen Nase". Die Erklärung findet sich, wenn ein
dazugehöriger Radiosondenaufstieg angeschaut wird - der
Temperaturverlauf zeigt eine Ausbeulung nach rechts, ähnlich einer
Nase (siehe Abb. 2). Die entstandenen Tropfen fallen auf ihrem Weg
nach unten durch eine kalte Schicht, die jedoch nicht ausreicht, dass
sie schon gefrieren. Die Tropfen sind nun unterkühlt und damit kälter
als der Gefrierpunkt. Beim Auftreffen auf den Boden gefrieren sie
sofort und können innerhalb sehr kurzer Zeit für gefährlich glatte
Straßenverhältnissen sorgen.

Schwierig ist auch die Vorhersage bzw. die Detektion, da schon
geringe Mengen reichen können. Wettermodelle sind nicht in der Lage
jeden noch so kleinen Schauer präzise vorherzusagen. Gleichzeitig
kann es sein, dass die Niederschlagsradare keine Signale zeigen, da
der Sprühregen zu schwach ist oder die Wolken zu tief liegen, als
dass der Radarstrahl sie erfassen könnte. Manchmal sind wir
Meteorologen daher trotz der vielen Messgeräte blind und können
lediglich auf Ihre Meldungen über die Warnwetter-App zurückgreifen.
Daher vielen Dank für Ihre rege Aktivität dabei!

Schneeglätte

Diese Art der Glätte ist wohl die per Auge am einfachsten erkennbare.
Überspitzt gesagt: Liegt Schnee? Ja! Gut, dann ist es glatt.

Natürlich ist es nicht ganz so einfach, aber tatsächlich wird eine
Schneedecke benötigt. Wenn diese, ähnlich der Reifglätte,
festgetreten oder zusammengepresst wird, verflüssigt sich der Schnee.
Wenn er dann wieder gefriert, ist die Oberfläche glatt und die
Schneeglätte ist entstanden. Somit ist bei Altschnee die
Wahrscheinlichkeit höher, dass es glatt ist, als bei Neuschnee.

Die Bilder zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie immer im
Internet unter www.dwd.de/tagesthema.

M.Sc. Fabian Chow

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 28.01.2026

Copyright (c) Deutscher Wetterdienst