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Wissenschaft kompakt

Die Vegetationsbrandgefahr im Frühjahr


Mit der Wald- und Wiesenbrandgefahr (allg. Vegetationsbrände) wird
vor allem ein heißer und trockener Hochsommer verbunden, aber auch
das (zeitige) Frühjahr kann mit einer hohen Feuergefahr aufwarten.
Wie dies zustande kommt und was den Frühling mit Blick auf
Vegetationsbrände im Allgemeinen so besonders macht, soll heute Thema
des Tages sein.


"F1 - Brennt Bahndamm" hieß es für die Feuerwehren im Haunetal bei
Bad Hersfeld in Hessen am gestrigen Samstag in einer Alarmmeldung in
den Mittagsstunden. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte zeigte
sich, dass nicht nur der Bahndamm sondern auch anliegendes Gestrüpp
und größere Feld-/Wiesenabschnitte in Brand geraten waren. Während
die Brandursache erst einmal im Unklaren blieb, kam vor allem die
Frage auf, wie sich ein Vegetationsbrand so früh im Jahr bereits so
groß ausdehnen konnte, denn eigentlich dachte man, dass "so etwas nur
im Sommer" passieren könne.

Hier muss jedoch genauer auf den aktuellen Bewuchs geschaut werden:
Während es draußen schon langsam wärmer und vor allem trockener
wurde, hat die Natur gerade erst mit dem Austrieb begonnen und noch
befindet sich viel altes, abgestorbenes Gras und sonstiges
organisches Material in der Natur, das nur sehr zögerlich von
frischem Grün ersetzt wird.
Gibt es nun, wie in den vergangenen Wochen häufig zu beobachten
gewesen, kaum Niederschlag, so trocknet dieses abgestorbene Gras
immer weiter aus. Dies bietet nahezu ideale Voraussetzungen für
ausgedehnte Vegetationsbrände, sollte es eine externe Zündquelle
geben. Diese kann natürlich ein technischer Defekt, etwa an einem
Zug, eine achtlos weggeworfene Zigarette oder natürlich auch Vorsatz
sein.

Generell neigen Vegetationsbrände vor allem im März immer häufiger
dazu, sich schnell auf größere Flächen auszudehnen, da in der
Vergangenheit vermehrt ein zu trockenes Frühjahr verzeichnet wurde
und somit große Flächen trockenen Grases oder Gestrüpps vorhanden
waren. Zwar sind die Flammenlängen dann meistens nicht so groß wie
bei ausgedehnten Waldbränden im Sommer, nichtsdestotrotz erfordert es
ein rasches Eingreifen von Feuerwehrkräften, um ein weiteres
Ausbreiten zu verhindern. Dies gelang den Einsatzkräften im Haunetal
glücklicherweise rasch, sodass größerer Schaden ausblieb.

Mit Blick auf die Vegetationsbrandgefährdung in den kommenden Tagen
zeigt sich, dass sowohl der Graslandfeuerindex, als auch der
Waldbrandgefahrenindex steigen und eine erhöhte Feuergefahr
vorhersagen. Wichtig hierbei ist, dass es aber erst einer Zündquelle
bedarf und dann lediglich das Brandpotential abgeschätzt wird.

Aufgrund der anhaltenden Hochdruckwitterung bleibt es weiterhin
trocken, was das Brandrisiko weiter erhöht und den Waldbrandindex am
Dienstag und teils noch am Mittwoch bis auf die Stufe 4 von 5
ansteigen lässt, womit eine hohe Waldbrandgefahr besteht. Auch der
Graslandfeuerindex erreicht am Mittwoch regional die Stufe 4 von 5
und somit eine hohe Gefahr für Brände und deren (rasche) Ausbreitung.


Erst mit dem Wetterumschwung ab Mittwoch/Donnerstag sinkt die
Vegetationsbrandgefahr durch aufkommende Regenfälle rasch ab. Später
im Frühjahr mit Austreiben von neuem Gras und der restlichen
Vegetation sollte die Brandgefahr an sich wieder sinken, sofern es
nicht komplett trocken bleibt.
Wie sich das Vegetationsbrandrisiko dann im Sommer 2026 verhält, ist
heute noch nicht abzusehen.

(Die Bilder und Links zum heutigen Thema des Tages finden Sie wie
immer im Internet unter www.dwd.de/tagesthema.)

M.Sc.-Met. Oliver Reuter

Deutscher Wetterdienst
Vorhersage- und Beratungszentrale
Offenbach, den 22.03.2026

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